VIG präsentierte für 2025 starke Zahlen

13.3.2026 – Die Prämien stiegen 2025 um rund sieben Prozent auf den neuen Höchstwert von 16,3 Milliarden Euro, das Vorsteuerergebnis wuchs um knapp 32 Prozent auf fast 1,2 Milliarden. Die Solvenzquote verbesserte sich stark und ermöglicht den Kauf der Nürnberger aus Eigenmitteln. Auch die Dividende wird erhöht: auf 1,73 Euro pro Aktie.

Präsentierten die vorläufigen Ergebnisse für 2025 (v.l.n.r.): Gerhard Lahner, Liane Hirner und Hartwig Löger (Bild: VJ)
Präsentierten die vorläufigen Ergebnisse für 2025 (v.l.n.r.): Gerhard Lahner, Liane Hirner und Hartwig Löger (Bild: VJ)

Die Vienna Insurance Group habe im Vorjahr ihre Position nachweislich gestärkt, sei deutlicher Marktführer in ihren Kernmärkten und habe ein herausragendes Ergebnis erzielt, so Generaldirektor Hartwig Löger, der bei der Pressekonferenz für 2025 gleich mehrere Superlative präsentierte.

Verrechnete Prämien und Versicherungsumsatz wurden deutlich gesteigert, das Vorsteuerergebnis wuchs um mehr als 30 Prozent – insgesamt eine „sehr, sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung“ mit Zahlen am oberen Ende der prognostizierten Bandbreite.

Die VIG befinde sich damit angesichts des geplanten Erwerbs der Nürnberger Versicherung und des Wachstums in CEE „weiterhin in einer sehr starken und für uns sehr wichtigen Ausgangslage“, betonte Löger.

Starkes Prämien- und Ertragswachstum

Liane Hirner, für Finanzen und Risiko verantwortliches Vorstandsmitglied, ging in der Folge näher auf die Zahlen ein. Die verrechneten Prämien stiegen im Vorjahr um 7,1 Prozent auf den neuen Höchstwert von 16,3 Milliarden Euro; alle Sparten und Segmente hätten Zuwächse verzeichnet.

Deutliche Steigerungen verzeichneten auch die versicherungstechnischen Erträge, die keine Sparprämien der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung enthalten: Sie erhöhten sich um 8,7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro.

Auch dieser Zuwachs resultiere aus allen Sparten, wobei die Krankenversicherung mit einem Plus von 15,5 Prozent die größte Steigerungsrate aufwies. Vor allem die Segmente Erweiterte CEE und Spezialmärkte hätten zum Anstieg beigetragen.

Löger betonte darüber hinaus die Bedeutung der diversifizierten Vertriebswege für das Wachstum. Mit einem Prämienplus von elf Prozent wurden in der strategischen Partnerschaft mit der Erste Group überdurchschnittliche Steigerungen erzielt, die Expansion der Erste Group biete weiteres Potenzial.

Hohe Gewinne, starke Kapitalposition

Die Combined Ratio verbesserte sich im Jahresvergleich von 93,4 auf 90,1 Prozent – ein im internationalen Vergleich sehr herzeigbarer Wert, so Hirner. Sowohl Kosten- als auch Schadenquote hätten sich verbessert, letztere profitierte auch von den niedrigeren Unwetterschäden.

Das Ergebnis vor Steuern zeige mit einem Anstieg um 31,7 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro das „profitable und dynamische Wachstum der Gruppe“. In allen Segmenten habe es deutlich zweistellige Wachstumsraten gegeben, wobei die Entwicklung in Polen hervorzuheben sei.

Ebenfalls positiv entwickelt haben sich 2025 die Kapitalanlagen: Ihr Volumen stieg um 4,3 Prozent auf 38,0 Milliarden Euro. Hirner betont dazu den „sehr konservativen“ Ansatz, nahezu drei Viertel aller Investments sind Anleihen, knapp zehn Prozent Immobilien.

Um 35 Prozentpunkte auf 296 Prozent massiv verbessert hat sich die Solvenzquote; zu verdanken sei dies dem profitablen Wachstum und den Kapitalmärkten. Dies ermögliche den Erwerb der Nürnberger aus Eigenmitteln, wobei auch danach noch Möglichkeiten für weitere Akquisitionen blieben.

Vienna Insurance Group 2025 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2025*

2024

Versicherungstechnische Erträge

13.196,0

12.138,5

Versicherungstechnisches Ergebnis

1.518,4

1.186,4

Gesamtkapitalveranlagungsergebnis

489,4

435,6

Operatives Ergebnis

1.257,7

998,2

Ergebnis vor Steuern

1.161,3

881,8

Periodenergebnis**

834,9

626,3

Positiver Bick auf 2026

Löger betont, dass die VIG in den letzten Jahren Resilienz bewiesen habe, weshalb man auch „sehr positiv auf 2026 blicken“ könne – trotz aller aktuellen Unsicherheiten. Das Ziel sei „ambitioniert“: Löger geht davon aus, „das herausragende Ergebnis 2025 noch einmal steigern zu können“.

Ziel für das heurige Jahr sei ein Ergebnis vor Steuern zwischen 1,25 und 1,30 Milliarden Euro. Und bis 2028 sollen die verrechneten Prämien 20 Milliarden und das Ergebnis vor Steuern mehr als 1,5 Milliarden Euro betragen, die Combined Ratio netto soll dann höchstens bei 91 Prozent liegen.

All diese Zahlen würden den Erwerb der Nürnberger noch nicht berücksichtigen, so Löger. Nach dem Closing und der Integration der Nürnberger werde man dann „so rasch wie möglich die Zielsetzungen erhöhen können“. Die Bandbreite für die Solvenzquote betrage weiterhin zwischen 150 und 200 Prozent.

Der nächsten Hauptversammlung wird eine um zwölf Prozent auf 1,73 Euro/Aktie angehobene Dividende vorgeschlagen. Löger betont, dass die VIG seit 1994 jedes Jahr Dividende bezahlt habe und trotz der Nürnberger-Akquisition die Dividende nicht kürzt.

Nürnberger-Akquisition: aktueller Stand

COO Gerhard Lahner ging auf den aktuellen Stand der geplanten Akquisition der Nürnberger Versicherung ein. Die VIG habe sich bisher rund 99,2 Prozent des Grundkapitals gesichert, nun warte man auf die notwendigen behördlichen Genehmigungen. Das Closing wird für den Beginn des zweiten Halbjahrs erwartet.

Nürnberger passe mit der Philosophie, Entscheidungen für die Region in der Region zu treffen, sehr gut zur VIG, betonte Lahner. Es handle sich um einen Allspartenversicherer mit einer starken, gut eingeführten Marke und sehr loyalen Vertriebswegen.

Insbesondere sei Nürnberger aber ein „führender Anbieter in Biometrie“; geplant sei, die Marke innerhalb der VIG-Gruppe als richtungsgebenden Anbieter von Biometrieprodukten zu positionieren. Vor allem auch in CEE werde die Berufsunfähigkeitsversicherung wichtiger werden.

Auch nach der Nürnberger-Akquisition werde Deutschland für die VIG ein „Spezialmarkt“ bleiben, so Löger. Die VIG definiere als ihre Kernmärkte in CEE jene, „wo wir eine führende Rolle haben oder anstreben“. Eine marktdominierende Rolle in Deutschland zu entwickeln, sei aber „nicht schaffbar“.

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Berufsunfähigkeit · Immobilie · Lebensversicherung · Steuern · Unwetter
 
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