VIG und Erste bauen Partnerschaft aus

22.5.2018 – Kunden von Vienna Insurance Group und Erste Group sollen einen „breiteren Zugang“ zu den jeweils anderen Produkten bekommen, das Serviceangebot soll „leichter zugänglich“ sein. Von einem „umfassenden Allfinanzangebot“ und „Modellen für möglichst flexible Versicherungsprodukte“ ist die Rede. Die VIG ortet Potenzial vor allem im Vertrieb von Kranken- und Sachversicherungen via Erste Group.

Vor zehn Jahren hatten Vienna Insurance Group (VIG) und Erste-Bank-Gruppe eine Vertriebskooperation besiegelt. Angelegt war sie auf 15 Jahre (VersicherungsJournal 27.3.2008).

Wie die beiden Unternehmen am Freitag mitteilten, ist diese Vereinbarung nun bis Ende 2033 verlängert worden. „Der entsprechende Vertrag wurde am 17. Mai 2018 unterzeichnet“, heißt es dazu in einer Aussendung.

„Breiterer Zugang zu den jeweils anderen Produkten“

„Die Kunden beider Institute erhalten einen breiteren Zugang zu den jeweils anderen Produkten. Im Rahmen einer Digitalisierungsoffensive soll es den Kunden erleichtert werden, rascher maßgeschneiderte Versicherungen abzuschließen“, wird darin weiter ausgeführt.

Und: Im Rahmen der Verlängerung solle den Kunden das Produkt- und vor allem das Serviceangebot „leichter zugänglich gemacht“ werden.

Die Kunden sollen „aus einem umfassenden Allfinanzangebot wählen können, in den Filialen oder online“, sagt Peter Bosek, Vorstandsmitglied der Erste Group.

Es gehe auch darum, „Modelle für möglichst flexible Versicherungsprodukte“ zu entwickeln, die sich „an die Lebenssituation der Kunden anpassen, einfach und unkompliziert“, so Bosek.

Vom Fokus auf Leben „in Richtung Komplettabsicherung“

Die VIG richtet ihr Augenmerk vor allem auf den Ausbau des Kranken- und Sachversicherungs-Geschäfts über die Erste Group.

„Eine Ausweitung der Sparten von der aktuell überwiegenden Lebensversicherung in Richtung Komplettabsicherung, inklusive Gesundheits- und Nichtlebensbereich, ist die Zielrichtung“, erklärt VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler.

Sie spricht von einer „einfachen Gestaltung der Produkte und deren Einbindung in die Digitalisierungsoffensive der Erste Group“.

Erste Versicherungsprodukte würden in Österreich bereits über die Erste-Plattform „George“ angeboten.

„Digitaler Hub“ in Tschechien

VIG und Erste haben vereinbart, einen gemeinsamen „digitalen Hub“ einzurichten. Als Standort dafür wurde Tschechien gewählt.

Zurzeit kooperieren die VIG-Gesellschaften in zehn Ländern – Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Rumänien, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina – mit Erste Group und Sparkassen.

In den sechs Ländern, in denen die VIG bisher mit eigenen Bankversicherern als Partner der Erste Group fungierte – das sind Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Rumänien –, seien 2017 rund 1,3 Milliarden Euro an Prämienvolumen erzielt worden.

Mit Pilotphase zufrieden

Stadler zufolge haben die ersten Maßnahmen im Produktbereich 2017 in einer Pilotphase in ausgewählten Banken „bereits zu einem erfreulichen Anstieg der Vertragsabschlüsse geführt“.

Ähnliches hatte Stefan Dörfler, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, im Jänner bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Wiener Städtischen Versicherung AG berichtet (VersicherungsJournal 29.1.2018).

In 13 Bankfilialen in Ostösterreich sei in den Beratungen geprüft worden, ob bei den Kunden Nachfrage über das klassische Bankangebot hinaus besteht. „Die Rückmeldungen lagen deutlich über unseren Erwartungen“, so Dörflers damaliges Resümee.

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Digitalisierung · Gesundheitsreform · Lebensversicherung · Sachversicherung
 
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