Weiterer Rückschlag für die VIG in Ungarn

22.9.2021 – Nach wie vor hat die Vienna Insurance Group Probleme mit der geplanten Akquisition von Aegon-Gesellschaften in Osteuropa. Nachdem das ungarische Innenministerium im April die Transaktion untersagt hatte, hat nun der Hauptstädtische Gerichtshof in Budapest eine Beschwerde dagegen abgewiesen. Als nächstes wird die VIG ein weiteres Rechtsmittel beim Obersten Gerichtshof in Ungarn einbringen.

Die Vienna Insurance Group AG hat bei der geplanten Akquisition der ungarischen Gesellschaften – Versicherung, Pensionskasse, Asset-Management und Servicegesellschaft – von der niederländischen Aegon N.V. erneut einen Rückschlag erlitten.

Der Hauptstädtische Gerichtshof in Budapest hat die von der VIG gemeinsam mit Aegon eingebrachte Beschwerde gegen die ablehnende Entscheidung des ungarischen Innenministeriums zur Übernahme des Aegon-Geschäfts in Ungarn abgewiesen.

Es habe sich dabei um das erste mögliche Rechtsmittel gehandelt, so die VIG in einer Pressemitteilung. Die Beschwerde war bereits am 5. Mai eingereicht worden. Innerhalb der nächsten 30 Tage soll nun ein weiteres Rechtsmittel beim Obersten Gerichtshof Ungarns eingebracht werden.

Generaldirektorin Elisabeth Stadler bedauerte „diese vorläufige Entscheidung“. Unabhängig davon befinde man sich aber weiterhin in konstruktiven Gesprächen mit dem Finanzministerium, um Möglichkeiten für einen positiven Abschluss der Akquisition abzuklären.

Überraschende Probleme

Die VIG hatte die Akquisition der Aegon-Gesellschaften in CEE und der Türkei um rund 830 Millionen Euro im November des Vorjahres vereinbart. Damals wurde damit gerechnet, dass das Closing nach Erteilung der aufsichts- und wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen im zweiten Halbjahr 2021 stattfinden werde.

Besonders wichtig für die VIG war dabei der Erwerb der ungarischen Gesellschaften, die den Hauptteil des Deals ausmachen; der österreichische Konzern würde dadurch zum größten Anbieter im ungarischen Versicherungsmarkt, hieß es damals (VersicherungsJournal 30.11.2020).

Im April dieses Jahres untersagte dann das ungarische Innenministerium überraschend die Übernahme. Begründet wurde dies damit, dass die VIG ein ausländischer Investor sei (VersicherungsJournal 8.4.2021); die VIG selbst sah dagegen in einer Stellungnahme Ungarn als einen „Heimatmarkt“.

Weitere Genehmigungen liegen dagegen bereits vor: Sowohl die Türkei als auch die EU-Kommission (VersicherungsJournal 16.8.2021) haben die Transaktion bereits wettbewerbsrechtlich genehmigt. Und auch für Ungarn zeigte sich die VIG noch im August optimistisch.

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