Wiener Städtische: Die Bilanz 2020 und ein Ausblick

21.4.2021 – Die Wiener Städtische hat ihr Prämienvolumen 2020 um drei Prozent auf 3,19 Milliarden Euro heben können. Finanzergebnis und EGT gingen zurück. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen 100 Millionen Euro in digitale Projekte investieren.

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Generaldirektor Ralph Müller: Zufrieden mit 2020 und dem Jahresauftakt 2021 (Bild: Ian Ehm)
Generaldirektor Ralph
Müller: Zufrieden mit 2020
und dem Jahresauftakt 2021
(Bild: Ian Ehm)

Die Wiener Städtische Versicherung AG hat ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2020 veröffentlicht. Diesen zufolge erhöhte sich das Volumen der verrechneten Prämien im Jahresvergleich um drei Prozent auf 3,192 Milliarden Euro.

Die Schaden/Unfall-Versicherung legte um 4,6 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro zu. „Haupttreiber waren die allgemeine Haftpflichtversicherung und die Sparten Sturmschaden und Glasbruch“, so die Städtische. In der Kfz-Versicherung habe besonders die Nachfrage nach der Kaskoversicherung überdurchschnittlich stark zugenommen.

Die Lebensversicherung wuchs um ein Prozent auf 1,31 Milliarden Euro, die Krankenversicherung konnte sich um 3,9 Prozent auf 434,1 Millionen Euro steigern.

Neue Fondspolizzen: 1.200 Stück verkauft

Das Bewusstsein für nachhaltige Investments sei in den vergangenen Jahren „deutlich gestiegen“, heißt es von der Städtischen.

Sie hat 2020 die Fondspolizze „Eco Select Invest“ und die „s Fonds-Polizze Eco“ auf den Markt gebracht hat (VersicherungsJournal 12.5.2020), mehr als 1.200 Verträge seien abgeschlossen worden.

Für Generaldirektor Ralph Müller zeigt das, dass den Kunden nachhaltiges Investieren „immer wichtiger wird“. Jeder zehnte Euro in der fondsgebundenen Lebensversicherung fließe in nachhaltige Fondspolizzen, „Tendenz stark steigend“.

Finanzergebnis und EGT gesunken

Zugenommen haben auch die Ausgaben für Versicherungsleistungen, und zwar von 599,4 auf 619,1 Millionen Euro. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) wiederum hat sich auf 91,5 Prozent verbessert (2019: 92,5 Prozent); nach IFRS sank sie um 0,6 Punkte auf 91,8 Prozent.

Das Finanzergebnis blieb indes klar unter dem Vorjahreswert: Es sank von 557,4 auf 393,3 Millionen Euro, dies „aufgrund der anhaltenden Niedrigzinssituation sowie Abschreibungen von Beteiligungen“, wie die Städtische ausführt.

Das drückte letztlich auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT, Gewinn vor Steuern): Nach UGB betrug es 100,7 Millionen Euro (2019: 101,6 Millionen); das EGT nach IFRS gibt die Städtische mit 124,3 Millionen an, was einem Rückgang um 30 Prozent entspreche.

Rund 241 Prozent Solvabilitätsquote

Zum Thema Solvabilität ist dem Geschäftsbericht zu entnehmen, dass sich die ökonomischen Eigenmittel per 31. Dezember 2020 auf 4.651,74 Millionen Euro beliefen.

Das Solvenzkapitalerfordernis (SCR) habe zu diesem 1.933,64 Millionen Euro betragen, der Bedeckungsgrad (SCR-Quote) damit rund 241 Prozent.

Geschäftsverlauf Wiener Städtische 2020 (ausgewählte Kennzahlen)

Kennzahl

2020

2019

Verrechnete Bruttoprämien

– davon Schaden/Unfall-Versicherung

– davon Lebensversicherung

– davon Krankenversicherung

3.191,93

1.444,48

1.313,40

434,06

3.097,74

1.379,49

1.300,59

417,66

Aufwendungen für Versicherungsfälle
inkl. Veränderung der Deckungsrückstellung

2.756,90

3.143,13

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

619,06

599,44

Finanzergebnis

393,30

557,42

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

– davon Schaden/Unfall-Versicherung

– davon Lebensversicherung

– davon Krankenversicherung

100,68

103,41

–34,09

31,36

101,56

65,70

7,37

28,49

Kapitalanlagen

– Kap. exkl. fonds- und indexgebundene LV

– Kap. der fonds- und indexgebundene LV

23.519,44

18.998,8

4.520,7

24.073,84

19.019,3

5.054,5

Mitarbeiterstand

– davon Innendienst

– davon Außendienst, einschließlich Lehrlinge

3.835

1.757

2.078

3.870

1.782

2.088

Zufrieden mit 2020 und dem Auftakt 2021

„Wir sind bisher sehr stabil durch die Corona-Krise gekommen“, fasst Müller zusammen. 2020 sei trotz zahlreicher Einschränkungen ein „solides Jahr“ gewesen.

„Heuer wird es nicht einfacher, alles hängt von der Covid-Eindämmung und der davon abhängigen Wirtschaftsentwicklung ab“, sagt Müller. Für das erste Quartal 2021 meldet die Städtische ein „solides Prämienplus“ in der Sachversicherung und der Gesundheitsvorsorge.

Müller zeigt sich mit diesem Auftakt zufrieden. „Ich rechne damit, dass sich die Konjunktur durch das erhöhte Impftempo ab dem Sommer deutlich erholen wird, davon sollten alle profitieren.“

Digitalisierung soll vorangetrieben werden

Unabhängig von der Corona-Krise will die Städtische die Digitalisierung weiter forcieren. „Wir werden in den kommenden drei Jahren weitere 100 Millionen Euro in Digitalisierungsprojekte investieren“, kündigt Müller an.

Damit soll der digitale Kundenservice ausgebaut werden – Müller spricht vom Motto „Convenience first“ – und eine „moderne und innovative Kundenplattform“ zur Verfügung stehen.

Die „Losleben“-App, mit der Kunden ihre Rechnungen in der Gesundheitssparte und in der Haushaltversicherung einreichen können, werde als „zentrale digitale Drehscheibe für sämtliche Einreichungen und Schadensmeldungen“ etabliert, so das Unternehmen. „Schrittweise werden die Unfall- und Kfz-Versicherung in diese App integriert.“

Zum Herunterladen

Der Geschäftsbericht der Wiener Städtischen für das Jahr 2020 kann von einer Webseite des Unternehmens heruntergeladen werden.

 
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