Worauf Muki setzt

4.3.2019 – Die Ursprünge als Selbsthilfeverein sind bei Muki auch heute noch sichtbar. Man spüre immer noch selbst, welche Bedürfnisse Menschen haben, sagt Vorstandsvorsitzender Wenzel Staub. Erfolgsgeheimnisse seien auch einfache und verständliche Produkte, schnelle Schadenabwicklung sowie der Umgang mit Vertriebspartnern und Kunden auf Augenhöhe. Die zukünftige Entwicklung wird ein Dreier-Vorstand vorantreiben: Staub und sein Vorstandskollege Neumann werden mit Jahresende in den Ruhestand treten.

Muki-Vorstandsvorsitzender Wenzel Staub (Bild: Muki)
Muki-Vorstandsvorsitzender
Wenzel Staub (Bild: Muki)

Wie man als kleines Unternehmen in einem weitgehend gesättigten Markt Erfolg haben kann, erläuterte Wenzel Staub, Vorstandsvorsitzender von Muki V.a.G., im Gespräch mit dem VersicherungsJournal.

Muki habe als Selbsthilfeverein angefangen, „wir haben selbst gespürt, was es heißt, Kunden in den Mittelpunkt zu stellen“. Mit ein Grund des Erfolges sei es denn auch, „dass wir sowohl mit Vertriebspartnern als auch mit Endkunden auf Augenhöhe verkehren“.

„Wir sind bodenständig, mit beiden Füßen am Boden der Realität. Das ist eines der Geheimnisse, die wir haben“, sagt Staub. Und weiter: „Wir spüren noch selbst den Bedarf, den die Menschen haben.“

Dazu komme, dass Produkte und Verkaufsunterlagen möglichst einfach und verständlich gehalten würden. Ein Vertriebspartner wäre „noch heute in der Lage, eine Prämie auch ohne Laptop zu berechnen“.

Wachstum dank Schnelligkeit

Dass Muki den Marktanteil in Österreich zwischen 2015 und 2017 von 0,37 auf 0,54 Prozent um fast 50 Prozent steigern konnte und in der Krankenversicherung mit 0,74 Prozent Rang sechs einnimmt (VersicherungsJournal 11.5.2018 und 14.5.2018), habe mehrere Gründe, so Staub.

Einerseits liege dies an einer „klaren Produktlinie“, andererseits an Abwicklungsseite und Verwaltung. „Wir versuchen, alles möglichst schnell zu erledigen“, sowohl bei der Polizzierung als auch im Schadensfall.

In der Krankenversicherung versuche man, eine tagesaktuelle Abrechnung zu erreichen: „Zwei Tage später ist das Geld am Konto.“ Das führe dazu, dass Krankenversicherungskunden auch andere Versicherungen bei Muki abschließen wollen: „Der Schadensfall ist die Basis für zukünftiges Geschäft.“

Neues Verwaltungsprogramm soll zum Jahresende starten

Dass auch andere Versicherer bei der Polizzierung mittlerweile sehr schnell sind, weiß Staub: „Es wird immer enger.“ Doch man habe bereits Maßnahmen getroffen, mit dem neuen Verwaltungsprogramm, das mit Jahresende in Betrieb gehen soll, werde man zum Mitbewerb wieder aufschließen.

Schließlich profitiere Muki auch von günstigen Testergebnissen und der Präsenz auf Vergleichsplattformen. Staub: „Wir haben nur einen Vertriebsweg. Die Plattformen geben uns zusätzlich die Möglichkeit, immer präsent zu sein.“

Produkte sind für jeden Vertriebspartner gleich

Muki arbeitet ausschließlich mit unabhängigen Vermittlern zusammen. Positiv sei zu bemerken, dass diese in den vergangenen Jahren an Stellenwert gewonnen hätten. Beigetragen habe dazu, dass sich die Qualität auch aus Kundensicht verbessert habe.

Einiges hätten in der Branche auch die Zusammenschlüsse von Maklern bewegt. Es sei allerdings „nicht unser Zugang“, hier Sonderkonditionen oder ähnliches anzubieten: „Unsere Philosophie ist es, dass unsere Produkte für jeden Vertriebspartner gleich sind.“

Ob Mitglied einer Maklerorganisation oder Einzelkämpfer: „Derjenige soll das Geschäft machen, der den besten Zugang zum Kunden hat.“ Muki arbeite „mit jedem Vertriebspartner auf Augenhöhe“, so Staub – inzwischen sind es derer rund 4.000.

„Regularien muss man umsetzen“

Gerade für ein vergleichsweise kleines Unternehmen stellt die Vielzahl neuer Regulierungen eine Herausforderung dar. Und Staub sieht „das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“. Weitere Regulierungen würden aber für alle ein Problem werden; Grundtenor in der Branche sei: „Irgendwann reicht es jetzt einmal.“

Muki gehe an das Problem pragmatisch heran: „Die Regulative sind vorhanden, man muss sie umsetzen, das bleibt keinem erspart.“ Ein Proportionalitätsprinzip gebe es bei Versicherern nicht, auch für ein kleines Unternehmen würden die gleichen Anforderungen wie für einen Großkonzern gelten.

Bis jetzt habe man es bei Muki aber – auch mit Unterstützung von außen – immer geschafft, alle Anforderungen umzusetzen: „Das gelingt uns Gott sei Dank sehr gut.“ Möglich sei dies nur durch viel Einsatz und hochqualifizierte Mitarbeiter, „die wir auch in Bad Ischl haben“.

Darüber hinaus gelinge es Muki inzwischen auch, Mitarbeiter aus München oder Wien zu bekommen. Auch gebe es „keine Fluktuation“ im Unternehmen. Staub betont: „Hier ist der Arbeitsplatz etwas wert.“

Entscheidungen für die nächste Führungsgeneration

In fünf Jahren wolle Muki „weiterhin der Privatkundenversicherer schlechthin“ sein, sagt Staub. Und es werde weiterhin Wachstum geben, allerdings moderater als bisher.

In den Kernkompetenzen – Kranken-, Unfall-, Haushalts- und Kfz-Versicherungen – sollen die Produkte weiterentwickelt werden. Einen Einstieg in den Bereich der Lebensversicherung schließt Staub aus.

Ob es ansonsten neue Produkte geben werde, soll die nächste Führungsgeneration entscheiden: Staub und sein Vorstandskollege Peter Neumann werden Ende des Jahres in den Ruhestand treten, ihnen soll ein Dreier-Vorstand folgen.

Regional sieht Staub sein Unternehmen gut aufgestellt; neue Außenstellen seien nicht geplant, auch, weil jede Außenstelle Geld koste. Außerdem habe man mit dem zentralen Betreuungsservice in Ischl kompetente Ansprechpartner im Haus.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Kfz-Versicherung · Lebensversicherung · Mitarbeiter · Ranking · Verkauf
 
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