Wüstenrot sieht 2018 positive Trends

5.6.2018 – Die Wüstenrot Versicherung musste im Vorjahr leichte Rückgänge bei den Prämien hinnehmen, konnte aber die Ertragskennzahlen verbessern. Die Bausparkasse legte bei Neugeschäft, Ergebnis und Kapitalquote zu. Für heuer sieht Generaldirektorin Susanne Riess positive Trends sowohl bei der Versicherung als auch beim Bausparen.

Bild: Rafaela Pröll
Wüstenrot-Generaldirektorin
Susanne Riess (Bild: Rafaela
Pröll)

Die Wüstenrot Versicherungs-AG hat 2017 die Zusammenführung der neun Landesdirektionen zu drei Regionaldirektionen abgeschlossen. Weiters wurde ein einheitliches Kundenbackoffice für Bausparkasse und Versicherung geschaffen.

Damit seien „schnellere Prozesse“ und ein „besseres Service“ sichergestellt worden, heißt es im Vorwort des Vorstandes im Geschäftsbericht.

In der Lebensversicherung hätten die Senkungen des Rechnungszinssatzes Wirkung gezeigt, so Wüstenrot. Der Anteil im klassischen Deckungsstock sei mit 89 Prozent „noch relativ hoch“, es sei aber eine Verlagerung in Richtung Fondsveranlagung erkennbar.

Von den insgesamt 462 Millionen Euro Ertragswert hätten 2017 fast zwei Drittel und im Maklersegment 80 Prozent aus der Produktgruppe der fondsgebundenen Polizzen gestammt. In der Risikoversicherung sei der Ertragswert um 31 Prozent auf 205 Millionen Euro gestiegen.

Prämien leicht gesunken

Insgesamt sind die abgegrenzten Prämien in der Lebensversicherung 2017 um 1,6 Prozent auf 284,1 Millionen Euro zurückgegangen. Als Gründe dafür führt Wüstenrot im Geschäftsbericht eine hohe Anzahl ablaufender Verträge und hohe Rückkäufe an. Diese hätten durch das Neugeschäft nicht kompensiert werden können.

Die versicherungstechnischen Aufwendungen stiegen dagegen um 1,1 Prozent auf rund 245 Millionen Euro. Grund dafür sei die Erhöhung der Deckungsrückstellung um sechs Millionen Euro, die durch den Entscheid des Obersten Gerichtshofs zum ewigen Rücktrittsrecht notwendig geworden sei.

In der Schaden-/Unfallversicherung reduzierten sich die Prämieneinnahmen um 0,9 Prozent auf 191,5 Millionen Euro. Vier Naturgroßereignisse hätten eine Schadenbelastung von rund zehn Millionen Euro mit sich gebracht. Die Schadenquote habe sich daher um 4,5 Prozentpunkte auf 67 Prozent erhöht.

Negativ ausgewirkt habe sich auch ein Prämienrückgang auf Grund von Sanierungsmaßnahmen. Beendigungen von Geschäftsbeziehungen hätten 2017 zu einem Verlust von rund zwei Millionen Euro Bestandsprämie, vorwiegend in der Kfz-Versicherung, geführt.

Positiver Ausblick

2018 liege ein besonderer Fokus auf der Erhöhung der automatisch verarbeiteten Verträge sowie auf der Prozessoptimierung und der Mitarbeiterschulung. Mit der neuen Struktur sieht sich das Unternehmen „auf einem guten Weg“ und für künftige Anforderungen „bestens gerüstet“.

Im Bereich der Digitalisierung entwickle die Wüstenrot-Gruppe derzeit unter anderem eine „intelligente, kundenzentrierte und intuitiv bedienbare Beratungssoftware für Vermittler“. Darüber hinaus gelte für alle Kernapplikationen das Prinzip „Make-before-buy“. Hohe Aufmerksamkeit soll auch der IKT-Sicherheit gewidmet werden.

Generaldirektorin Susanne Riess erwartet für heuer ein „positives Ergebnis“. Sowohl im Bereich Bausparen als auch im Bereich Versicherung zeige sich ein positiver Trend mit Ergebnissen, die über den Planzielen liegen.

Bausparkasse mit Steigerungen

Die Bauspareinlagen bei der Bausparkasse Wüstenrot AG betrugen per Ende 2017 5.469 Millionen Euro (Vorjahr: 5.269 Millionen), die Finanzierungsleistung reduzierte sich gegenüber dem Jahr davor von 929,2 auf 843,4 Millionen Euro, was aber das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte darstelle, wie Wüstenrot betont.

Das Neugeschäft konnte von 170.776 Stück im Jahr 2016 auf 183.564 Stück im Vorjahr gesteigert werden, so Wüstenrot. Der Marktanteil des abgeschlossenen Vertragsvolumens habe per Ultimo 2017 bei 28,2 Prozent gelegen (im Jahr davor laut Geschäftsbericht 2016: 23,1 Prozent).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 23,9 Millionen Euro nach 16,6 Millionen im Jahr 2016. Die Kernkapitalquote verbesserte sich auf Jahressicht von 14,5 auf 14,7 Prozent.

Wüstenrot Versicherungs-AG 2017 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2017

2016

Verrechnete Bruttoprämien

479,7

486,2

Versicherungstechnisches Ergebnis

5,5

7,1

Combined Ratio vor Rückversicherung

99,7 %

98,5 %

Combined Ratio nach Rückversicherung

102,2 %

102,3 %

Kapitalanlagen

4.616,7

4.597,5

Kapitalanlageergebnis

131,0

139,7

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

16,4

13,8

Eigenkapital

271,7

253,8

Schwankungsrückstellungen

82,4

85,7

Jahresüberschuss nach Steuern

18,1

11,5

Bilanzsumme

4.826,8

4.798,7

Nähere Informationen

Der Geschäftsbericht 2017 ist auf der Wüstenrot-Website abrufbar.

 
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