Wüstenrot Versicherung mit starker Ergebnissteigerung

10.6.2020 – Während die Prämieneinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung leicht gesteigert werden konnten, musste die Wüstenrot Versicherung 2019 in der Lebensversicherung Rückgänge hinnehmen. Zwar verschlechterte sich die Combined Ratio etwas und auch das Kapitalanlageergebnis war rückläufig, insgesamt konnte das Ergebnis aber deutlich gesteigert werden. Heuer wird mit höheren Schadenfällen und niedrigeren Prämieneinnahmen gerechnet.

Die Wüstenrot Versicherungs-AG hat im Jahr 2019 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 34,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einer Steigerung um mehr als 26 Prozent gegenüber dem Jahr davor und sei das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre, so das Unternehmen.

„Umfassende Maßnahmen in den Beständen der Schaden-/Unfallversicherung“ hätten dazu maßgeblich beigetragen, schreibt der Vorstand im Geschäftsbericht. Mehr als die Hälfte des Ergebnisses entfalle auf diesen Bereich, in dem ein „solides Versicherungsergebnis“ erzielt wurde.

Einen wesentlichen Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg habe auch das Finanzergebnis dargestellt; in der Kapitalveranlagung wurde eine Rendite von 3,1 Prozent erzielt (2018: 3,2 Prozent).

Prämien insgesamt rückläufig

Die verrechneten Prämien sanken um 3,5 Prozent auf 445,6 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren ein niedrigeres Neugeschäftsaufkommen und hohe Ablaufleistungen in der Lebensversicherung.

In der Lebensversicherung gingen die abgegrenzten Prämien auf 248,5 Millionen Euro zurück. Die Zahl der Lebensversicherungsverträge reduzierte sich von 399.012 im Jahr 2018 auf 378.920, die Versicherungssumme Leben stieg aber leicht um knapp ein Prozent auf 10.799,2 Millionen Euro.

Prämienwachstum habe es dagegen „in gezielt gesteuerten Produktbereichen und Zielgruppen“ der Schaden- und Unfallversicherung gegeben, „besonders erfreulich“ habe sich die Kfz-Versicherung entwickelt. Die Prämieneinnahmen aller Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen stiegen um 1,1 Prozent auf 193,0 Millionen Euro.

Unterschiedliche Entwicklung der Aufwände

In der Lebensversicherung reduzierten sich die versicherungstechnischen Aufwendungen „geschäftsbedingt“. Der Belastungssatz sank von 85,2 Prozent im Jahr davor auf 82,0 Prozent, Grund dafür war eine niedrigere Zuweisung zur Zinszusatzrückstellung.

In den Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen lag die Schadenquote mit 61,5 Prozent leicht über dem Wert von 2018 (60,3 Prozent). Positiv ausgewirkt hat sich in der Kfz-Fahrzeugversicherung das Ausbleiben von Hagelschäden.

Schneedruckschäden und Unwetter gegen Ende des Jahres belasteten dagegen die Ergebnisse im Versicherungszweig Sturm, signifikant geringere Schäden wurden im Versicherungszweig Feuer verzeichnet.

Kapitalanlagen gesunken

Die gesamten Kapitalanlagen reduzierten sich um 1,4 Prozent auf 4.519,9 Millionen Euro. Zurückzuführen sei dies ausschließlich auf die Abteilung Leben, in den anderen Bereichen gab es Zuwächse.

Die stillen Reserven stiegen dagegen deutlich von 652,3 auf 847,5 Millionen Euro. Wesentlicher Grund dafür war der Anstieg der Reserven bei festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren.

In der Kapitalveranlagung wurde 2019 ein Ergebnis von 131,8 Millionen Euro erwirtschaftet, um 1,6 Millionen Euro weniger als im Jahr davor. Zurückzuführen sei dies auf das geringere Veranlagungsvolumen sowie niedrigere Wiederveranlagungsrenditen von festverzinslichen Wertpapieren.

Höhere Schäden und niedrigere Prämien erwartet

Zwar seien während der Lockdown-Phase deutlich weniger Schäden als sonst zu verzeichnen gewesen. Wegen des Meidens öffentlicher Verkehrsmittel erwartet Wüstenrot aber über das ganze Jahr gesehen einen Anstieg der Schadenshäufigkeit in der Kfz- und in der Unfallversicherung.

Darüber hinaus sei in wesentlichen Versicherungszweigen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit Prämienrückgängen zu rechnen.

In der Schaden-/Unfallversicherung liegt der Fokus heuer auf der Bestandspflege; parallel dazu soll das Neugeschäft in der Haushaltsversicherung gefördert werden. Angekündigt werden im Geschäftsbericht eine E-Bike-Versicherung, ein neues Produkt in der Unfallversicherung und ein überarbeiteter Kfz-Tarif.

In der Lebensversicherung sei es geplant, die Angebotspalette neu zu strukturieren. Erstmals sollen auch grüne Fonds als Veranlagungsoption zur Verfügung stehen.

Wüstenrot Versicherungs-AG 2019 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2019

2018

Verrechnete Bruttoprämien

445,6

461,6

Versicherungstechnisches Ergebnis

21,8

15,7

Combined Ratio vor Rückversicherung

95,7 %

94,7 %

Combined Ratio nach Rückversicherung

99,2 %

97,6 %

Kapitalanlagen

4.519,9

4.586,1

Kapitalanlageergebnis

131,8

133,4

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

34,6

27,4

Eigenkapital

301,7

287,4

Schwankungsrückstellungen

74,6

78,0

Jahresüberschuss nach Steuern

25,1

16,0

Bilanzsumme

4,724,8

4.773,4

Nähere Informationen

Der Geschäftsbericht 2019 kann als (2.463 KB) von der Wüstenrot-Website heruntergeladen werden.

 
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