Zurich in Österreich: Die Pläne des neuen Vorstandsteams

23.2.2026 – „Viel vorgenommen“ habe sich das neue Vorstandsteam von Zurich in Österreich, sagt CEO Rene Unger im Interview. Dazu zählen die Stärkung des Vertriebs, ein Fokus auf der Digitalisierung und die Steigerung der Produktivität.

CEO Rene Unger im Gespräch mit dem VersicherungsJournal (Bild: Brunthaler)
CEO Rene Unger im Gespräch mit dem VersicherungsJournal (Bild: Brunthaler)

Seit Jänner ist ein neues Vorstandsteam bei der österreichischen Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft im Amt, nachdem Luciano Cirinà nach nur etwas mehr als einem Jahr als Österreich-CEO eine Spitzenposition im Konzern angenommen hat.

Mit seinem Nachfolger in der Österreich-Tochter, dem bisherigen CFO Rene Unger, sprach das VersicherungsJournal über Ziele, Strategien und langfristige Ausrichtung des Versicherers, der in Österreich nach Angaben des VVO (VersicherungsJournal 8.5.2025) 2024 Rang sieben einnahm.

Schon im April 2025 war Erwin Mollnhuber zum Vorstandmitglied ernannt worden. Der, wie Unger betont, sehr erfahrene und im Markt verankerte Mollnhuber ist für Vertrieb, Marketing und Unternehmenskommunikation zuständig.

Neu seit Anfang des Jahres sind auch Claudio Passardi als CFO (zuvor seit 2021 Chief Investment Officer) und Hubert-Philipp Sprosec. Komplettiert wird das Team mit Kurt Möller, der seit 2007 im Vorstand ist und unter anderem das Commercial-Geschäft und Schadenmanagement verantwortet.

„Viel vorgenommen“

Die Zusammensetzung des Vorstands sei eine gute Mischung aus „Erfahrung, Marktkenntnis, Neugier, Motivation und Frische“, betont Unger, der das Gemeinsame in den Vordergrund stellt. Das Team wolle mit „Offenheit und Ehrlichkeit“ arbeiten und habe sich viel vorgenommen.

Zu den Schwerpunkten zähle die Stärkung der Vertriebskanäle. Die Zahl der angestellten Berater soll erhöht werden, für Maklerpartner soll der Zugang vereinfacht werden.

Wichtig für Unger ist es auch, auf die Profitabilität zu achten und die Produktivität zu steigern. Es gehe darum, die Denkweise „von problem- zu lösungsorientiert“ zu verändern, flexibler zu werden und unternehmerisches Denken zu fördern.

Im Bereich der Digitalisierung habe man mit der automatisierten Schadenanlage im Motorbestand begonnen. Erste Ergebnisse seien vielversprechend, eine Anwendung in anderen Sparten möglich, so Unger. Ein klarer Fokus liege heuer auch auf dem Ausbau von Schnittstellen für Berater.

Optimistisch für Zukunft der Berater

„Zu 100 Prozent überzeugt“ ist Unger, dass der Mensch ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Unternehmens bleiben wird. Zu seinen ersten Aktivitäten als CEO haben deshalb der Dialog und Treffen mit Maklerpartnern gehört – „auf Augenhöhe“, wie er betont: „Nicht nur zu-, sondern hinhören.“

Künstliche Intelligenz in der Beratung sei ein „Hype“, so Unger. Sie werde Bestandteil des täglichen Tuns werden, aber nicht persönliche Gespräche ersetzen. Immer dort, wo es um individuelle und maßgeschneiderte Lösungen geht, um komplexere Aufgabenstellungen, würden Makler gemeinsam mit Versicherern auch zukünftig einen hohen Stellenwert haben.

Im Beratungsgespräch gehe es auch um Bauchgefühl, Empathie und Verständnis. Und nicht zuletzt um Vertrauen: „Der Mensch funktioniert, wo Vertrauen da ist.“ Dass Künstliche Intelligenz dieses Stadium erreichen kann, kann sich Unger „nicht vorstellen“.

Langfristige Ziele und Potenziale

Die langfristige Positionierung von Zurich in Österreich sieht Unger als „solider Marktteilnehmer und anerkannter Sachspartenversicherer sowie BAV-Spezialist“. Es gehe darum, die Stärken zu stärken und profitabel im Markt zu wachsen: In fünf Jahren soll Zurich hierzulande in einer „stärkeren Position“ sein.

Marktpotenzial sieht Unger in Österreich vor allem in den Bereichen Unfallversicherung, Rechtsschutz sowie Leben, wo es Chancen im Bereich der Finanz- und Altersvorsorge, insbesondere auch für Frauen, gebe. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung habe in Österreich noch nicht den Stellenwert erreicht, den sie eigentlich haben sollte.

Überhaupt sei es Ziel, in den Sachsparten zu wachsen; neben Rechtsschutz und Unfall nennt Unger auch Eigenheim- und Haushaltsversicherungen. „Jedenfalls stärker an Bedeutung“ gewinnen werde für Zurich auch der KMU-Bereich, für den er sich „engagiert und motiviert“ zeigt.

Wachstumschancen sollten aber auch gemeinsam als Markt wahrgenommen werden, blickt Unger über den Tellerrand hinaus. Es gehe darum, Wünsche und Bedürfnisse der Kunden besser zu verstehen, denn „am Ende des Tages geht es um den Schutz des Kunden“.

 
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