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Die Krise und das Wohlbefinden von Chefs und Personal

24.11.2021 – Einem neuen Bericht des Hernstein-Instituts zufolge fühlt sich knapp die Hälfte der befragten Führungskräfte in Österreich und Deutschland durch die Corona-Krise verunsichert. Eine klare Mehrheit sehe als Folge der Krise Probleme im mentalen Bereich. Was das Arbeitsmodell Homeoffice betrifft, ist die Meinung über positive und negative Auswirkungen gespalten.

Der neue „Hernstein Management Report“, den das Hernstein Institut für Management und Leadership am Dienstag veröffentlicht hat, beschäftigt sich mit dem „Einfluss der Corona-Krise auf Gesundheit, Ängste und Sorgen der Führungskräfte“.

Hierzu hat die Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung KG im Mai und Juni 616 Führungskräfte in Unternehmen in Österreich sowie 1.060 in Deutschland befragt.

Etwa die Hälfte verspürt Verunsicherung

Ein Ergebnis: 45 Prozent fühlen sich aufgrund der Corona-Krise sehr (8 Prozent) oder eher (37 Prozent) verunsichert. 27 bzw. 28 Prozent gaben an, weniger oder gar nicht verunsichert zu sein, ein Prozent machte keine Angabe.

Und der Blick der Führungskräfte auf die Mitarbeiter? Neun Prozent der Führungskräfte haben den Eindruck, dass bei den Mitarbeitern große Verunsicherung herrscht, 42 Prozent meinen, dass zumindest etwas Verunsicherung besteht.

Als wesentliche Ursachen für die Verunsicherung von Führungskräften werden tiefgreifende Veränderungen in den Arbeitsstrukturen, aber auch mangelnder Kontakt zu den Mitarbeitern angegeben.

Etwas weniger weit verbreitet sei die Sorge, selbst an Corona zu erkranken. In Österreich sagten 20 Prozent, dass sie dieses Risiko „sehr“ fürchten, weitere 40 Prozent „eher“. Die Sorge, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren, äußert etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Befragten.

Körperliche und mentale Folgen

„Eine klare Mehrheit der Führungskräfte sieht als Folge der Krise Probleme im mentalen Bereich“, stellt das Hernstein-Institut fest: Zwei Drittel der Befragten meinen, dass durch die Corona-Krise vermehrt seelische Probleme oder Erkrankungen auftreten.

Was eine Zunahme körperlicher Probleme betrifft, teilen sich die Befragten exakt in zwei Hälften: Die eine erwartet eine solche dezidiert oder zumindest eher, die andere weniger oder gar nicht.

Licht und Schatten des Homeoffice

Die Ansichten darüber, ob das Homeoffice auf das Wohlbefinden eher positiv oder negativ wirkt, gehen auseinander.

47 Prozent sprechen von positiven Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, da mehr Sport und Bewegung möglich seien. 43 Prozent sagen das Gegenteil, vor allem, weil Alltagsbewegung wie etwa der Weg zur Arbeit wegfalle. Auch komme es zu noch längeren Sitzphasen.

In Bezug auf die mentale Gesundheit vermuten 51 Prozent negative Auswirkungen, vor allem aufgrund mangelnder sozialer Kontakte. Umgekehrt sehen 42 Prozent positive Effekte, weil Stress reduziert werde.

Arbeiten trotz leichter Erkrankung

Eine Auswirkung des Homeoffice ist offenbar für einen beachtlichen Teil auch, dass bei leichter Erkrankung eher gearbeitet wird als bisher.

So sind 24 Prozent (Österreich: 31 Prozent) der Führungskräfte überzeugt, dass durch das Homeoffice bei den Mitarbeitern eine Tendenz besteht, auch bei leichter Erkrankung nicht in den Krankenstand zu gehen. Weitere 25 Prozent stimmen dem eher zu. Nur je fünf Prozent widersprechen eher oder eindeutig.

„Die befragten Führungskräfte räumen ein, in dieser Beziehung kein gutes Vorbild zu sein: 27 Prozent meinen, sich selbst keine ‚Gesundheitspause‘ zu gönnen und auch mit leichter Krankheit zu arbeiten“, ergänzt das Institut.

„Gesunden Rahmen schaffen“

„Führungskräfte sind gerade jetzt gefragt, sich der Verunsicherung zu stellen und einen gesunden Rahmen für sich selbst und ihre Mitarbeitenden zu schaffen“, kommentiert Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein-Instituts, die Daten.

Unterstützend könne hier ein effizientes Selbstmanagement wirken, damit Führungskräfte „steuernd agieren und nicht nur reagieren“, so Kreitmayer.

„Zudem hilft es, möglichst gelassen mit den tagtäglichen Herausforderungen umzugehen und dadurch ein sowohl inspirierendes als auch motivierendes Vorbild zu sein.“

Zum Herunterladen

Der vollständige Bericht kann von der Website des Hernstein-Instituts heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Mitarbeiter · Steuern
 
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