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Rund jeder Fünfte geht trotz Krankheit arbeiten

10.1.2020 – 18 Prozent der Arbeitnehmer gaben in einer karriere.at-Umfrage an, praktisch immer auch bei Krankheit arbeiten zu gehen. Etwa ein Drittel tut das hin und wieder, ein weiteres Zehntel dann, wenn sich keine Vertretung findet. Thomas Olbrich von karriere.at warnt angesichts dessen davor, die Gefahr chronischer Erkrankungen zu unterschätzen.

Gesund ist das nicht: Knapp jeder fünfte Arbeitnehmer in Österreich geht so gut wie immer auch krank arbeiten. Zu diesem Ergebnis gelangte die Job-Plattform karriere.at in einer Online-Umfrage.

Auf die Frage „Krank im Job: Muss das sein?“ sagten 18 Prozent der 729 Teilnehmer: „Ja, mir bleibt meist nichts anderes übrig.“

Rund ein Drittel geht nach eigenen Angaben „hin und wieder, wenn es wirklich wichtig ist“, auch krank zur Arbeit. Neun Prozent tun dies, wenn sie keine Vertretung finden.

Etwas mehr als ein Drittel vertritt den Standpunkt, dass Gesundheit Vorrang hat.

Die Einschätzung der Firmenverantwortlichen

Von den 144 befragten Unternehmensvertretern – darunter Personalmanager, Geschäftsführer und Führungskräfte – antwortete keiner, dass in seiner Firma meist auch trotz Erkrankung gearbeitet werde.

41 Prozent sagten, das komme hin und wieder in wirklich wichtigen Fällen vor, 17 Prozent, nur, wenn keine Vertretung gefunden werde.

42 Prozent der Firmenverantwortlichen geben in der Umfrage dem Wohlbefinden des Personals Vorrang.

Krank im Job zur Arbeit? Wie Beschäftigte und Firmenverantwortliche antworteten (Quelle: karriere.at)
Krank im Job zur Arbeit? Wie Beschäftigte (links) und Firmenverantwortliche (rechts) antworteten (Quelle: karriere.at). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Risiko chronischer Erkrankungen

Dass die Mehrheit sowohl auf Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite die Gesundheit im Allgemeinen nicht dem Job opfere, sei „positiv zu werten“, kommentiert Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at, die Daten.

Aber: Wenn fast ein Fünftel keine andere Wahl sehe, als auch krank zu arbeiten, „müssen dennoch die Alarmglocken schrillen“, fügt er hinzu.

Von der Gefahr chronischer Erkrankungen in Folge von Fahrlässigkeit hätten weder die Betroffenen selbst noch ihre Unternehmen etwas, betont Olbrich.

Hälfte wartet mit dem Auskurieren zu

Eine Studie der Johannes-Kepler-Universität hatte 2018 in einer Umfrage unter 411 Beschäftigten eruiert, dass jeder Zweite im Jahr zuvor Medikamente eingenommen hatte, um arbeiten zu können (VersicherungsJournal 26.11.2018).

Mit dem Auskurieren warten laut der Studie 46 Prozent oft oder manchmal bis zum nächsten freien Tag. Mehr als 13 Prozent kommen oft oder manchmal trotz ärztlicher Krankschreibung zur Arbeit. Etwa jeder Achte gab an, bei Krankheit manchmal zuhause weiterzuarbeiten.

Oft aus Kollegialität oder Pflichtgefühl krank zur Arbeit

Am häufigsten werde trotz Krankheit weitergearbeitet, weil man die Kollegen nicht hängen lassen will. Zweithäufigstes Argument: So groß seien die Beschwerden nicht. Auf Platz drei: Pflichtgefühl oder der Glaube, damit die Karriere zu fördern.

Bei jenen, die tatsächlich am häufigsten erkrankt arbeiten, überwögen die „Vermeidungsmotive“: Als Gründe nennen sie Angst vor übler Nachrede, Nachteilen, einem schlechten Eindruck bei Vorgesetzten oder davor, sich rechtfertigen zu müssen.

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Gesundheitsreform · Marktforschung
 
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