Von Großbritannien und Irland lernen: „Zukunftsbereit“ werden

28.6.2018 – Standard Life will mit ihrem neuen Weiterbildungsprogramm nicht so sehr Wissen vermitteln, sondern Versicherungsberater in ihrem eigenen Unternehmertum stärken, erklärt Österreich-Vertriebsleiter Christian Nuschele. Angeboten werden sechs aufeinander aufbauende Module, die Teilnehmer erhalten ein Ausbildungszertifikat.

Christian Nuschele (Bild: Standard Life)
Christian Nuschele, Österreich-
Vertriebsleiter von Standard Life
(Bild: Standard Life)

Fortbildungsveranstaltungen für Versicherungsmakler und Finanzdienstleister gibt es viele, fast täglich könnte man irgendwo Weiterbildungspunkte sammeln. Die Standard Life Versicherung geht nun einen anderen Weg.

Das – hierzulande – neue Programm „Future Ready“ sei ein exklusives Weiterbildungskonzept für Versicherungsmakler und gewerbliche Vermögensberater in Österreich, erklärt Christian Nuschele, Vertriebsleiter von Standard Life Deutschland und Österreich, im Gespräch mit dem VersicherungsJournal.

Dabei gehe es nicht um Wissensvermittlung über (neue) Produkte, Assetklassen oder rechtliche Neuheiten. Future Ready wolle die Zielgruppen vielmehr in ihrem „eigenen Unternehmertum“ unterstützen, so Nuschele.

Die Ziele

Die Branche sei mit Herausforderungen wie Regulierungsflut, Niedrigstzinsen, Reputationsproblemen, Wandel durch Digitalisierung, Verbraucherschutzdruck und Alterung konfrontiert. Vor diesem Hintergrund gehe es in diesem Trainingskonzept um eine betriebswirtschaftlich-unternehmerische „Grundausbildung“.

Thematisiert werden Fragen wie:

  • Wofür stehe ich?
  • Worauf bin ich spezialisiert?
  • Was sind Kosten und Ertrag meiner Arbeitszeit?
  • Wie kann die Effizienz des eigenen Unternehmens gesteigert werden?

Ziel sei es, dass Versicherungsmakler, -vermittler und Vermögensberater lernen, ihr eigenes Unternehmen besser auf dem Markt zu positionieren.

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Ein Jahr investieren

Die sechs Weiterbildungsmodule (pro Modul jeweils ein bis zwei Tage mit langen Pausen dazwischen) bauen aufeinander auf: mit externen, unabhängigen Vortragenden, Trainern und Spezialisten sowie Workshops, Gruppenarbeiten, Kommunikationstraining, Unternehmensplanspiel und Selbststudium.

Nach einem Jahr endet „Future Ready“ für die Teilnehmer mit einem Ausbildungszertifikat. Standard Life arbeitet für dieses Programm mit der Berliner Going Public! Akademie für Finanzberatung AG, welche die Zertifikate verleiht, und der heimischen Fachakademie für Finanzdienstleister (FAF) zusammen.

Stabiler werden

Gelauncht wurde das Schulungskonzept ursprünglich 2012 in Großbritannien, im Mutterland von Standard Life, und anschließend in Irland.

Nach der Einführung in Deutschland 2017 ist es nun auch in Österreich gestartet, mit „kleinen und großen“ Versicherungsmaklern, Vermögensberatern bis hin zu Vorständen.

Nuschele: „Die Teilnehmer sollen das Erlernte ins eigene Unternehmen tragen und einsetzen, um sie damit ein Stück unabhängiger und stabiler zu machen.“ Ziel sei „besser werden“ – nicht produktfachlich als Finanzdienstleister oder Makler, sondern als eigener Unternehmer.

Vorbild Irland

Nuschele zur neuen Konkurrenz von Plattformen, Nischenspezialisten und -anbietern sowie „Google-gebildeten“ Konsumenten: Jeder Finanzdienstleister müsse heute etwas haben, was er besonders gut kann, womit er „Mehrwert für die Kunden schafft“.

Das herauszuarbeiten und die Kompetenzen dafür aufzubauen, sei „die große Kunst“. Im „Provisionsmarkt“ Irland beispielsweise würden die Finanzdienstleister „die Regulierung nicht als Problem“ wie bei uns sehen. Man konzentriere sich dort vielmehr auf die Frage: „Wie bekomme ich mehr Kunden?“

In Deutschland und Österreich gebe es bei der unternehmerischen Ein- und Aufstellung noch Luft nach oben, so Nuschele.

 
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