Was Arbeitgeber attraktiv macht

1.6.2018 – Wenn Unternehmer bei der Suche nach Mitarbeitern eine Chance haben wollen, die besten Köpfe an Bord zu holen, müssen sie am eigenen Arbeitgeberimage arbeiten. Jobsuchenden seien vor allem Transparenz, der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern und die kollegiale Stimmung wichtig, so eine aktuelle Studie von Stepstone. Klein- und Mittelbetriebe seien dabei genauso attraktiv wie Großkonzerne.

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In einer aktuellen Studie hat das Recruiting-Unternehmen Stepstone Österreich GmbH herauszufinden versucht, was Unternehmen tun müssen, um „die besten Köpfe an Bord zu holen“. Die Employer-Branding-Studie erschien nun unter dem Titel „Wie attraktiv sind Österreichs Arbeitgeber?“.

Befragt wurden 1.010 Angestellte und Arbeitssuchende im Alter von 19 bis 55 Jahren in Österreich. Mit 53,3 Prozent waren knapp mehr als die Hälfte Frauen darunter, 74 Prozent hatten Matura- oder Hochschulabschluss und 57,2 Prozent waren in Positionen mit Personalverantwortung tätig.

Mit 95,6 Prozent war der weitaus überwiegende Teil der Teilnehmer in einem Angestelltenverhältnis, der Rest arbeitslos oder im Jobwechsel. Aktiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber waren 5,8 Prozent, immerhin 47,5 Prozent waren zwar nicht aktiv auf Jobsuche, aber an einem Wechsel interessiert.

Der erste Eindruck

Bei der Arbeitssuche seien Online-Jobbörsen für 68,9 Prozent der Befragten eine wichtige Informationsquelle. Auch Bekannte, Zeitungen oder Unternehmenswebsites werden häufig konsultiert. Deutlich dahinter rangieren Suchmaschinen oder soziale Netzwerke, so das Ergebnis. Für Unternehmen bedeute dies, dass sie auf alle relevanten Kontaktpunkte achten müssten, so Stepstone.

Stelleninserate sollten gut strukturiert sein und das Jobprofil klar beschreiben. Daneben seien aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten, Firmenleitbild und Benefits wichtig. Und schließlich müsse es den Kandidaten möglichst einfach gemacht werden, mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Gerade Menschen, die schon länger im Beruf sind, wollen vorab auch das Unternehmensleitbild kennenlernen, so die Studie. Berufseinsteiger würden sich dagegen in höherem Maße für Unternehmensbewertungen durch aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter interessieren.

Geschätzt würden ehrliche Einblicke in das Unternehmen; dieses könne durch Transparenz einen guten Ruf gewinnen.

Gefragt ist ein gutes Betriebsklima

Wenn es darum geht, was ein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv macht, stehen Unternehmenskultur, Betriebsklima und Führungsstil laut Studie ganz vorne. Image, Größe und Erfolg des Unternehmens nehmen bei diesem Thema den letzten Platz ein.

Vor allem der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern sei Jobsuchenden wichtig: Drei Viertel der Befragten stimmen dem voll und ganz zu. Für Frauen (79,7 Prozent) habe dieses Thema eine noch höhere Priorität als für Männer (69,5 Prozent).

Ebenfalls wichtig seien gute Führungskräfte, die Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie Zusammengehörigkeitsgefühl und Teamzusammenhalt. Ein gutes Gehalt sei für die Arbeitgeberattraktivität dagegen nur für 52,8 Prozent der Befragten sehr wichtig.

Stepstone hat dazu Tipps für Unternehmer bereit: Sie sollten neben Lob und regelmäßigem Feedback den gesamten Menschen wahrnehmen und damit von der Politik austauschbarer Mitarbeiter wegkommen. Darüber hinaus sollten die kollegiale Stimmung und der Zusammenhalt im Team gefördert werden. Und schließlich würden Mitarbeiter auch das Gefühl brauchen, dass ihre Jobs sicher sind und sie mit dem Rückhalt ihres Arbeitgebers rechnen könnten.

Geht das auch im KMUs?

Klein- und Mittelbetriebe seien „überaus attraktive Arbeitgeber“, so das Ergebnis der Studie. Selbst bei Hochschulabsolventen und jungen Fachkräften würden sie praktisch gleich gut abschneiden wie Großkonzerne.

Positiv würden Jobinteressenten bei kleinen Unternehmen vor allem deren Flexibilität dank ihrer schlanken Strukturen und kurzen Wege sehen. Vor allem die familiäre Atmosphäre mache KMUs sympathisch, weshalb vor allem Frauen sie Großunternehmen oft vorziehen würden.

Auch wenn Konzerne mehr Ressourcen dafür hätten, zahle es sich auch für kleinere Unternehmen aus, am eigenen Arbeitgeberimage zu arbeiten. Unternehmen sollten die „positive Unternehmenskultur“ schon im Bewerbungsprozess herausstreichen, rät Stepstone.

Wie der Arbeitgeber profitiert

Wenn ein Unternehmen aktiv an der eigenen Attraktivität als Arbeitgeber arbeitet, könne es in mehrfacher Hinsicht davon profitieren, so Stepstone abschließend.

Vor allem würde die Motivation der Mitarbeiter steigen, wie das Ergebnis der Studie zeigt. Daneben würden Mitarbeiter auch länger im Unternehmen bleiben und produktiver sein.

Profitieren würde das Unternehmen aber auch davon, dass es von Mitarbeitern weiterempfohlen werde und damit ein positives Image erhalte. Und schließlich werde es dadurch leichter, gut qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Zum Herunterladen

Die vollständige Studie kann als PDF-Dokument (2,98 MB) von der Website von Stepstone heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Jobsuche · Mitarbeiter · Motivation
 
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