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Weniger neue Lehrlinge als vor Corona

25.11.2021 – Die Anzahl der Lehrlinge im ersten Lehrjahr in Österreich lag zuletzt unter jener vor der Pandemie. Überdurchschnittlich hoch ist die Differenz im Sektor „Bank und Versicherung“: Hier war sie Ende September 2021 mit 295 um 23 Prozent niedriger als vor zwei Jahren.

Die Corona-Krise habe „erhebliche Spuren in der österreichischen Lehrlingsausbildung hinterlassen“, berichtet das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW) auf Basis seiner neuen Analyse „Lehrlingsausbildung im Überblick 2021“.

Demnach befanden sich 2019 über alle Branchen betrachtet – die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf das Ende des dritten Quartals – 31.905 Lehrlinge in betrieblicher und 2.759 in überbetrieblicher Ausbildung.

Ende September 2021 war zwar die Anzahl der Lehrlinge in überbetrieblicher Ausbildung um fast ein Drittel höher, jene der Lehrlinge in betrieblicher Ausbildung mit 30.263 aber um 5,1 Prozent niedriger.

Teils große Unterschiede zu 2019

Nach Branchen ist der Unterschied zwischen 2019 und 2021 – wieder zum Ende des dritten Quartals – im Sektor Tourismus und Freizeitwirtschaft besonders groß. Hier gab es zuletzt 2.097 Lehrlinge im ersten Lehrjahr (–30,4 Prozent gegenüber 2019).

Von den sieben gesondert aufgelisteten Branchen weist die Branche „Bank und Versicherung“ die zweithöchste Differenz aus: Nach 383 Lehrlingen 2019 waren es 2021 noch 295, ein Minus von 23,0 Prozent. Ende September 2020 wurden hier 349 Lehrlinge gezählt.

Ebenfalls noch zweistellig ist der Unterschied in der Industrie (–11,3 Prozent gegenüber 2019). Weniger stark betroffen waren Information und Consulting (–8,2 Prozent), Transport und Verkehr (–6,8 Prozent), Gewerbe und Handwerk (–2,5 Prozent) sowie Handel (–0,5 Prozent).

Zuwächse gab es abseits der überbetrieblichen Lehrausbildung nur bei „sonstigen Lehrberechtigten“ (+16,7 Prozent).

Mehr offene gemeldete Stellen, weniger Suchende

IBW-Analyse zur Lehrlingsausbildung (Cover; Bild: IBW)
IBW-Analyse zur Lehrlingsausbildung
(Cover; Bild: IBW)

Inwieweit die Rückgänge auf das Angebot an oder die Nachfrage nach Lehrstellen zurückzuführen sind, lasse sich nicht exakt eruieren.

„Auffallend“ sei jedenfalls, dass es Ende September 2021 beim Arbeitsmarktservice wesentlich mehr gemeldete offene Lehrstellen gegeben habe als im September 2019, während die Anzahl der Lehrstellensuchenden Ende September 2021 unter dem Wert von 2019 gelegen sei.

Dies deute auf einen zumindest auch wesentlichen Rückgang der Nachfrage durch die Jugendlichen hin.

Als potenzielle Ursachen werden genannt: Erleichterung der Aufstiegsregeln in weiterführenden Schulen, reduzierte Möglichkeiten der Berufsorientierung sowie Ängste vor Kontakthäufigkeiten und besonderen Corona-Belastungen in bestimmten Berufen.

Daten aus der Versicherungswirtschaft

Dem bereits im Mai erschienenen Jahresbericht 2020 des Versicherungsverbandes (VVO) war zu entnehmen, dass die Anzahl der Lehrlinge insgesamt bei den heimischen Versicherern von 2019 auf 2020 geringfügig zurückging, von 531 auf 527 (VersicherungsJournal 26.5.2021).

In einer Kurzumfrage des VersicherungsJournals zu Jahresbeginn hatten uns Versicherer teils geantwortet, es sei 2020 nicht gelungen, alle Lehrstellen nach Plan zu besetzen (VersicherungsJournal 12.2.2021).

Zum Herunterladen

Die IBW-Analyse „Lehrlingsausbildung im Überblick 2021“ sowie eine Kurzfassung können als PDF-Dokumente von der Website des IBW heruntergeladen werden.

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Ausbildung · Mitarbeiter
 
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