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Wie viel pro Stunde gezahlt wird

16.9.2020 – Die meisten Beschäftigten in Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern verdienten 2018 zwischen 10 und 15 Euro brutto pro Stunde, wie aus einer Erhebung der Statistik Austria hervorgeht. Die Unterschiede nach Branchen sind groß. Der Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen gehört zu jenen mit höherem Verdienst: Der Median lag bei 22,29 Euro – der zweithöchste Wert im Ranking von 17 Branchen.

Unselbstständig Beschäftigte – Lehrlinge nicht mitgerechnet – verdienten in der Privatwirtschaft 2018 im Mittel (Median) 15,09 Euro brutto pro Stunde (ohne Mehr- und Überstunden, mit Zuschlägen für Nacht-, Schicht-, Sonn- und Feiertagsarbeit).

Das berichtete die Statistik Austria am Dienstag auf Basis der „Verdienststrukturerhebung“, die im Abstand von vier Jahren durchgeführt wird.

Grundlage ist eine Stichprobe, die bei rund 11.000 Unternehmen im produzierenden (Abschnitte B–F der ÖNACE 2008 [PDF-Dokument; 5,1 MB]) und im Dienstleistungsbereich (Abschnitte G–N und P–S der ÖNACE 2008) mit zehn und mehr Beschäftigten genommen wurde.

Für 2018 wurden Informationen zu rund 200.000 Beschäftigten erfasst, die Ergebnisse repräsentieren laut Statistik Austria rund 2,7 Millionen Beschäftigte.

Verdienstklassen 2018 (Grafik: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Starke Verdienstunterschiede nach Branchen

„In Österreich gibt es markante Verdienstunterschiede nach Branchen und Berufen“, stellt Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria, fest. „Dabei ist das Verhältnis zwischen hohen und niedrigen Verdiensten seit 2006 nahezu unverändert.“

Die höchsten Verdienste gibt es in der Energieversorgung (24,75 Euro), der Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (22,29 Euro) sowie der Information und Kommunikation (21,10 Euro).

Die niedrigsten werden für den Sektor „Beherbergung und Gastronomie“ mit 9,67 Euro (ohne Trinkgelder) ausgewiesen.

Verdienststrukturerhebung 2018: Bruttostundenverdienste (Median) nach Branchen und Geschlecht

Sektor

insge-samt

F

M

Sektor

insge-samt

F

M

Energie-versorgung (D)

24,75

21,01

25,19

Gesundheits- und Sozial-wesen (Q)

15,73

15,53

16,44

Erbringung von Fi- nanz- u. Versiche-rungsdienstl. (K)

22,29

20,09

25,79

Verkehr und Lagerei (H)

14,24

13,56

14,42

Information und Kommunikation (J)

21,10

18,25

22,88

Erbringung von sonstigen Dienstleist. (S)

14,03

12,63

16,27

Erbringung von freiberufl., wissen-schaftlichen und techn. Dienstl. (M)

18,01

16,00

20,82

Wasser-versorgung und Abfall-entsorgung (E)

13,48

13,26

13,64

Herstellung von Waren (C)

16,96

14,15

17,86

Handel (G)

13,17

12,17

14,91

Grundstücks- und Wohnungswesen (L)

16,48

14,84

18,86

Kunst, Unter-haltung und Erholung (R)

12,90

12,19

13,57

Erziehung und Unterricht (P)

16,35

15,35

19,13

Erbringung von sonstigen wirt-schaftlichen Dienstleist. (N)

12,13

10,40

13,25

Bau (F)

15,96

14,66

16,04

Beherbergung und Gastro-nomie (I)

9,67

9,54

9,83

Bergbau (B)

15,75

15,30

15,78

Gesamt

15,09

13,43

16,26

Von 2014 auf 2018 realer Zuwachs um 2,6 Prozent

Den Angaben zufolge stiegen die Bruttostundenverdienste zwischen 2006 und 2018 real, also inflationsbereinigt, insgesamt um 4,8 Prozent.

Unterbrochen wurde das Wachstum durch die Krise von 2008/09. Von 2006 bis 2010 nahmen die Bruttostundenverdienste real um 3,3 Prozent (0,8 Prozent pro Jahr) zu und sanken, nach Einsetzen der Wirtschaftskrise, 2010 bis 2014 um 1,1 Prozent (0,3 Prozent pro Jahr).

Mit einem Plus von 2,6 Prozent (0,7 Prozent pro Jahr) sei 2014 bis 2018 dann wieder ein Zuwachs zu verzeichnen gewesen; der Anstieg war im produzierenden Bereich mit 3,5 Prozent (0,9 Prozent pro Jahr) etwas stärker als im Dienstleistungsbereich mit 2,0 Prozent (0,5 Prozent pro Jahr).

Verdienststrukturerhebung 2018: Entwicklung der Bruttostundenverdienste

Wirtschafts-
bereich

Bruttoverdienste (Median) in Euro

Entwicklung real in Prozent*

2006

2010

2014

2018

2006

2010

2014

2018

Produzierender B.

12,43

13,98

15,19

16,66

100

104,3

103,3

106,9

Dienstleistungsb.

10,80

12,01

13,12

14,19

100

103,1

102,7

104,8

Gesamt

11,48

12,79

13,87

15,09

100

103,3

102,1

104,8

Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen verringert

In puncto Geschlechterunterschiede meldet die Statistik Austria, dass die Median-Bruttostundenverdienste der Frauen 2018 mit 13,43 Euro um 17,4 Prozent niedriger waren als jene der Männer (16,26 Euro).

Im Zeitvergleich zeige sich jedoch ein leichter Rückgang der Lohndifferenz: „2014 verdienten Frauen brutto pro Stunde noch um 19,0 Prozent weniger als Männer, 2010 waren es 21,1 Prozent und 2006 22,7 Prozent.“

Zu den wichtigsten Faktoren, die die Differenz erklären, zählen laut Statistik Austria Branche und Beruf: Frauen arbeiteten nach wie vor öfter in schlechter bezahlten Dienstleistungsberufen und in Branchen mit geringeren Verdienstmöglichkeiten, Männer häufiger in besser bezahlten technischen Berufen und Führungspositionen.

„Einen deutlichen Einfluss haben zudem die Teilzeitbeschäftigung, da Teilzeitbeschäftigte auch pro Stunde geringer entlohnt werden, sowie die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen. Unter Berücksichtigung dieser und weiterer Faktoren reduziert sich der Lohnunterschied jedoch deutlich.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Mitarbeiter · Ranking · Sozialversicherung
 
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