26.5.2026 – Künstliche Intelligenz hat Auswirkungen auf Handelsströme und Lieferketten, Wertschöpfung und geopolitische Macht. Dazu hat Allianz Trade eine neue Analyse veröffentlicht. Dominierende Mächte sind, in je unterschiedlichen Bereichen, Asien und Amerika.

Der weltweite Handel mit „KI-relevanten Gütern“ hat sich innerhalb eines Jahrzehnts von rund einer Billion US-Dollar (2014) fast vervierfacht: 2025 erreichte er ein Volumen von 3,8 Billionen Dollar oder rund 15 Prozent des globalen Warenhandels. Dies jedenfalls besagt eine neue Analyse von Allianz Trade.
Unter KI-relevanten Gütern werden KI-nahe Produkte und Infrastruktur verstanden. Damit sind Komponenten wie Halbleiter, Speichertechnologien oder auch Rechenzentren gemeint. Asien spielt dabei eine große Rolle: Laut Allianz Trade entfallen 65 Prozent der relevanten Exporte auf die Region.
„Der globale Wettlauf um künstliche Intelligenz ist längst auch ein Wettlauf um Infrastruktur, Daten und wirtschaftlichen Einfluss“, kommentiert Michael Kolb, Vorstand der Allianz-Trade-Tochter Acredia. „Wer die Chips, Rechenzentren und Plattformen kontrolliert, kontrolliert künftig auch wesentliche Teile der globalen Wertschöpfung.“

Das wirft die Frage auf, wo sich Europa in diesem Wettstreit auf globaler Bühne angesichts asiatischer Hardware-Dominanz und amerikanischer Präsenz in puncto Cloud-Infrastruktur und Rechenleistung, digitale Plattformen und Technologie positionieren kann.
Bereits heute dominierten US-Hyperscaler große Teile der europäischen Cloud- und Dateninfrastruktur, stellt Acredia fest. Mit zunehmender Nutzung von KI-Services könnten künftig jährlich Milliardenbeträge aus Europa an US-Anbieter abfließen.
„Europa läuft Gefahr, vom Industriestandort zum digitalen Mieter zu werden“, sagt Kolb. „Die Abhängigkeit betrifft nicht nur Technologie, sondern zunehmend auch Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und wirtschaftliche Souveränität.“
Ein weiterer Aspekt sind die Folgen dieser regionalen Konzentration der KI-Wertschöpfung: Politische Spannungen oder Handelskonflikte könnten massive Auswirkungen auf Preise, Verfügbarkeit und Produktionsketten haben, warnt der Kreditversicherer.
Parallel dazu nehme die staatliche Einflussnahme weltweit deutlich zu, so Acredia weiter. Exportkontrollen, Technologie-Sanktionen und milliardenschwere Förderprogramme verschärften den globalen Wettbewerb zusätzlich.
„KI-Lieferketten werden zunehmend zur geopolitischen Nervenzone der Weltwirtschaft“, so Kolb. „Unternehmen müssen Risiken heute viel breiter denken – von Rohstoffen und Lieferanten bis hin zu Datenflüssen und digitaler Infrastruktur.“
Allianz Trade zufolge verändert KU die „Geographie des Handels“ und Abhängigkeiten. „Die Zeit rein effizienter Globalisierung geht zu Ende“, sagt Kolb.
Strategische Resilienz, technologische Souveränität und politische Stabilität werden zunehmend zu zentralen Standortfaktoren, fasst Acredia zusammen. Lieferketten würden regionaler, Technologie politischer und digitale Infrastruktur zu einem strategischen Machtinstrument.
Kolb: „Unternehmen brauchen heute nicht nur stabile Lieferketten, sondern auch belastbare Risiko- und Technologiestrategien, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“
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