6.10.2026 – Die Weltwirtschaft wächst 2026 voraussichtlich um 2,6 Prozent, 2027 um 2,8 Prozent, die Eurozone um 1,0 bzw. 1,1 Prozent. Davon geht eine Prognose von Allianz Trade aus. Als Risikofaktoren werden vor allem hohe Energiepreise, steigende Finanzierungskosten und Unsicherheiten rund um weitere KI-Investitionen gesehen. Österreichs Unternehmen bleiben mit schwacher Industriekonjunktur und geopolitischen Risiken konfrontiert, stellt Acredia fest.
Das globale Wirtschaftswachstum dürfte sich von 3,0 (2025) auf 2,6 Prozent 2026 abschwächen. Davon gehen die Autoren des „Economic Outlook 2026–28“ von Allianz Trade aus.
Für 2027 wird dann wieder eine leichte Erholung des globalen BIP-Wachstums auf 2,8 Prozent erwartet, 2028 sollen es der Prognose zufolge aber wieder auf 2,6 Prozent zurückgehen.
Als großer Wachstumstreiber zeigt sich die Region Asien-Pazifik (4,3 Prozent 2025, prognostizierte 4,4 Prozent 2026, 4,1 Prozent 2027 und 4,0 Prozent 2028), besonders Indien sticht mit jeweils über 7 Prozent in den Jahren 2025 bis 2027 heraus.
Für die Eurozone ist mit einer Entwicklung unterhalb dieser Marken zu rechnen: Nach 1,3 Prozent 2025 und voraussichtlich 1,0 Prozent 2026 spricht die Allianz-Trade-Prognose von je 1,2 Prozent in den Jahren 2027 und 2028.
Für die exportorientierte österreichische Wirtschaft sei insbesondere die verhaltene Entwicklung in Europa und beim wichtigen Handelspartner Deutschland relevant, stellt Allianz-Trade-Tochter Acredia fest. Deutschland liegt mit 0,3 Prozent Wachstum 2025 und 1,0 Prozent 2026 klar unter dem Eurozonen-Schnitt.
Neben der schwachen Industriekonjunktur werde durch hohe Energie- und Finanzierungskosten zusätzlicher Druck verursacht, stellt die Acredia fest.
„Für österreichische Unternehmen bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Unsicherheiten belasten Margen und Investitionen“, kommentiert Acredia-CEO Michael Kolb.
„Umso wichtiger ist es, die Bonität von Geschäftspartnern laufend im Blick zu behalten und Forderungsrisiken frühzeitig abzusichern“, fügt Kolb hinzu.
Der globale Warenhandel soll laut Prognose 2026 um 4,0 Prozent wachsen. Zu danken ist dieses Plus in erster Linie der KI-bezogenen Nachfrage. Rechnet man diese heraus, ergäbe sich ein Minus von 1 Prozent – zumal geopolitische Spannungen und Handelskonflikte die Entwicklung bremsen.
Für die kommenden beiden Jahre lautet die Prognose auf nur noch jeweils 2,9 Prozent Wachstum.
Für österreichische Exporteure stellt sich das Bild damit gemischt dar, fasst die Acredia zusammen: Neue Wachstumsfelder rund um künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Infrastruktur treffen auf ein weiterhin volatiles internationales Umfeld.
Die wirtschaftliche Belastung zeige sich auch bei den Unternehmensinsolvenzen. In den ersten drei Quartalen 2026 seien in Österreich 5.139 Firmeninsolvenzen gezählt worden (+0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Besonders betroffen seien Handel, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung.
„Für das Gesamtjahr erwarten Acredia und Allianz Trade dennoch eine leichte Entspannung“, wie es in der Mitteilung heißt: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich dürfte 2026 um 5 Prozent und 2027 um weitere 9 Prozent zurückgehen. Nichtsdestoweniger bleibe das Insolvenzgeschehen auf hohem Niveau.
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.
Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.
Ihre Vorteile



