1.10.2026 – Der Risikoberater ortet mehr Spielraum im Versicherungsmarkt und eine klare Belebung desselben. In mehreren Sparten steige die Wettbewerbsintensität, ein Ausbau der Kapazitäten auf Seiten der Versicherer sei festzustellen.
Risikoberater Aon Austria hat am Mittwoch seinen „Marktreport 2026“ veröffentlicht.
Laut Einschätzung der Experten zeigt sich der österreichische Versicherungsmarkt „wieder dynamisch und zunehmend wettbewerbsorientiert“.
Nach herausfordernden Jahren der Hartmarktphase sorgen mehr Wettbewerb und zusätzliche Kapazitäten in zahlreichen Sparten für stabilere Rahmenbedingungen und neue Verhandlungsspielräume, heißt es von Aon.
Gleichzeitig seien Naturgefahren, geopolitische Unsicherheiten, Schadenentwicklung, regulatorische Anforderungen und technologische Risiken weiterhin wesentliche Einflussfaktoren.
„Für Unternehmen werden eine hohe Risikoqualität, transparente Information und frühzeitige Vorbereitung damit zu entscheidenden Erfolgskriterien“, so Aon.
„Der Report zeigt eine klare Belebung des Marktes“, sagt Klaus Raming, Chief Broking Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von Aon Austria.
„In mehreren Sparten steigt die Wettbewerbsintensität, Versicherer bauen ihre Kapazitäten wieder aus und insbesondere gut gemanagte Risiken profitieren von einer größeren Auswahl an Anbietern.“
Der Bericht geht jeweils gesondert auf insgesamt neun Sparten ein und versieht sie mit den Labeln „unproblematisch“, „mäßig“ und „herausfordernd“:
„Wer seine Risiken transparent darstellen kann, frühzeitig handelt und konsequent in Prävention und Risikomanagement investiert, schafft die besten Voraussetzungen für attraktive Versicherungslösungen und verbessert damit seine Chance auf attraktive Konditionen und ausreichende Kapazitäten“, kommentiert Raming.
Neben den Versicherungssparten behandelt der Bericht noch zwei weitere „Fokus“-Themen. Das eine ist Entgelttransparenz. „Mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie rückt Fair Pay endgültig ins Zentrum der strategischen Personalarbeit“, stellt Aon fest.
Gefordert seien transparente, faire und objektiv begründbare Vergütungssysteme, nachvollziehbare Stellenarchitekturen, geschlechtsneutrale Stellenbewertungen sowie belastbare Daten- und Analyseprozesse.
Die Richtlinie stärke auch Auskunftsrechte von Beschäftigten und verpflichte größere Unternehmen zu regelmäßigen Analysen und Berichten über mögliche Entgeltunterschiede.
„Damit wird Entgelttransparenz nicht nur zur Compliance-Frage, sondern zunehmend auch zu einem Faktor für Arbeitgeberattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit“, so Aon.
Der zweite Fokus liegt auf dem „rasanten Ausbau digitaler Infrastruktur“, der die Anzahl und Komplexität von Rechenzentrumsprojekten steigen lasse.
Rechenzentren zählten aufgrund ihrer hohen Investitionsvolumina, technischen Komplexität und hohen Verfügbarkeitsanforderungen zu den anspruchsvollsten Infrastrukturprojekten, betont Aon. Damit wüchsen auch die technischen und finanziellen Risiken.
Bereits während der Errichtungsphase entstehen erhebliche Werte, erläutert Aon: Risiken reichen von Bau- und Montagefehlern über Brand, Wasser- und Naturgefahren bis hin zu Diebstahl und Beschädigungen hochwertiger Komponenten. Besonders relevant seien dabei die Schnittstellen zwischen Bau, technischer Installation, Testbetrieb und Inbetriebnahme.
„Rechenzentren sind ein Schlüsselbaustein der digitalen Wirtschaft und gleichzeitig hochkomplexe Großprojekte“, sagt Raming. „Entscheidend ist deshalb, Risiken nicht isoliert nach Projektphasen zu betrachten, sondern ein ganzheitlicher Versicherungsansatz, der bereits in der Bauphase ansetzt und den gesamten Lebenszyklus eines Rechenzentrums berücksichtigt. Dies schafft auch die notwendige Sicherheit für Investoren, Betreiber und alle Projektbeteiligten.“
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