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Bericht: Leist- und Versicherbarkeit im verschärften Zielkonflikt

24.5.2024 – Ein neuer Bericht der Allianz schätzt, dass die globale Versicherungswirtschaft in den nächsten zehn Jahren jährlich um 5,5 Prozent wachsen wird – etwa im selben Ausmaß wie in den letzten zehn Jahren. Als prägende Faktoren der nächsten Jahre werden die Frage nach den Grenzen der (Nicht-)Versicherbarkeit und die Transformation durch KI thematisiert.

Laut dem neuen „Allianz Global Insurance Report 2024“ ist das globale Prämienvolumen 2023 gegenüber 2022 um 7,5 Prozent auf 6,2 Billionen Euro angestiegen.

Davon entfielen 2,15 Billionen auf die Schaden/Unfall-Versicherung (+7,1 Prozent), 2,62 Billionen auf die Lebensversicherung (+8,4 Prozent) und 1,43 Billionen auf die Krankenversicherung (+6,6 Prozent).

Innerhalb von drei Jahren sei das Volumen damit um 21,5 Prozent gestiegen – wobei freilich der Faktor Inflation zu bedenken ist. „Real betrachtet ist das Bild daher weniger beeindruckend“, stellt die Allianz fest: „Die realen Prämien stagnierten nahezu und stiegen seit 2020 nur um 0,7 Prozent.“

Zehn-Jahres-Prognose

In den nächsten zehn Jahren wird der globale Versicherungsmarkt laut der Prognose voraussichtlich mit einer jährlichen Rate von 5,5 Prozent wachsen, „das heißt mit exakt derselben Rate wie die Wirtschaftsleistung“ und mehr oder weniger im selben Ausmaß wie in den zehn Jahren davor.

Für Schaden/Unfall werden +4,7 Prozent pro Jahr prognostiziert (2013–2023: 5,0 Prozent pro Jahr). Die entsprechenden Werte für Leben – hier als Folge wieder höherer Zinsen – lauten +5,1 Prozent (2013–2023: +3,5 Prozent), für die Krankenversicherung +7,3 Prozent.

Auch für Österreich enthält der Bericht eine Zahn-Jahres-Prognose: +2,0 Prozent pro Jahr in Schaden/Unfall (2013–2023: +4,0 Prozent pro Jahr), in Leben +2,0 (2013–2023: –1,6), in Kranken +3,8 (2013–23: +4,4).

Die Frage nach den Grenzen der (Un-)Versicherbarkeit

Der neue Allianz Global Insurance Report 2024 (Cover; Quelle: Allianz)
Im neuen „Allianz Global Insurance Report 2024“
werden Jahre der Transformation für die Versicherungs-
branche erwartet (Cover; Quelle: Allianz).

Risiken seien weltweit im Steigen, sei es wegen Naturkatastrophen, Cyberangriffen, geopolitischer Fragmentierung oder wirtschaftlicher Unsicherheit. „Wenig überraschend, wachsen auch die Deckungslücken in absoluten Zahlen“, heißt es im Bericht. Beziffert wird sie mit 2,8 Billionen Euro.

Dies rücke die Grenzen der Versicherbarkeit in den Fokus. Diese Grenzen könne man durch Prävention, neue Technologien und „intelligente Partnerschaften“ verschieben – aber nicht aufheben.

„Unversicherbarkeit sollte respektiert werden“, folgert die Allianz in dem Bericht. Versicherbarkeit durch künstlich niedrige und nicht risikoadäquate Preise vorzutäuschen, würde zu übermäßiger Risikoexposition und immer höheren Schadenssummen führen.

Zielkonflikt zwischen Leist- und Versicherbarkeit

Der Ausgleich zwischen Leistbarkeit und Versicherbarkeit „oder, allgemeiner, zwischen unserem derzeitigen und einem nachhaltigen Lebensstil“, werde immer schwieriger.

Denn der Punkt, an dem eine schrittweise und reibungslose Transformation möglich gewesen wäre, sei schon lange überschritten. Kompromisse seien zwar dennoch möglich, „aber sie werden nicht schmerz- noch kostenlos sein“.

„Letztlich ist die Bewältigung der Klimakrise nicht nur eine Frage der Politik und des Geldes, sondern auch der individuellen Verantwortung“, sagt Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran.

„Eine nicht versicherbare Welt wäre nicht nur eine Welt, die es nicht schafft, den Klimawandel zu bewältigen, sondern auch eine Metapher für ein kollektives ethisches Versagen, bei dem sich jeder Einzelne seiner moralischen Verpflichtung entzieht, seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren“, so Subran.

KI als Hilfe, Versicherungslücken zu verringern

Fundamentale Veränderungen für Industrien wird es durch künstliche Intelligenz (KI) geben, ist in dem Bericht weiter zu lesen. Und wenige Branchen seien so stark wie die Versicherungsbranche auf genau das angewiesen, was Grundlage der KI ist: Daten.

Die Beherrschung der KI werde deshalb zu einem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal im künftigen Wettbewerb werden. Generative KI habe das Potenzial, zu Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen beizutragen.

„KI ist keine Wunderwaffe, die alle Probleme löst“, sagt Patricia Pelayo Romero, Mitverfasserin des Berichts. „Aber sie hat ein erhebliches Potenzial, Versicherungslücken zu verringern, indem sie die Verfügbarkeit, Erschwinglichkeit und Zugänglichkeit von Versicherungen durch eine stärkere Personalisierung und höhere Kosteneffizienz verbessert.“

Weiterführende Information

Der „Allianz Global Insurance Report 2024“ kann als PDF-Dokument von der Website der Allianz heruntergeladen werden.

Auf einer eigenen Webseite können in der interaktiven „Allianz Global Insurance Map“ Länderdaten abgerufen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung · Unwetter · Versicherungsmarkt
 
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