Blackout: Österreicher gut informiert, weniger gut vorbereitet

25.11.2022 – Dass es noch heuer zu einem Blackout kommt, glaubt einer von Helvetia in Auftrag gegebenen, aktuellen Studie zufolge jeder Vierte in Österreich, für die nächsten drei Jahre erwartet dies die Hälfte. Gut informiert fühlt sich die Mehrheit, gut vorbereitet nur jeder Dritte. Was die Deckung durch Versicherungen im Fall des Falles betrifft, ist das Wissen hierzulande ausbaufähig.

Werner Panhauser, Alexander Zeh und Thomas Neusiedler (v.l.n.r.). Bild: Helvetia
Werner Panhauser, Alexander Zeh und
Thomas Neusiedler (v.l.n.r.).
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Im Laufe der vergangenen beiden Jahre ist die Ausnahme zur Regel geworden: Nach Covid-19-Krise und Krieg in der Ukraine würde man sich fast wundern, wenn nächstes Jahr kein „Black Swan“ eintrifft.

Dementsprechend ist aber auch das Krisenbewusstsein in Bevölkerung, Politik und Wirtschaft gestiegen. So auch bei Versicherern, die daran interessiert sind, Kunden über die Versicherbarkeit von Schadensfällen in solchen Situationen zu informieren.

Folgerichtig gab die Helvetia Versicherungen AG beim Marktforschungsinstitut Ipsos Austria eine Studie darüber in Auftrag, wie gut Österreicher über Blackouts und die mit Blackouts assoziierten Risiken informiert sind.

Gestern wurde diese im Rahmen einer Pressekonferenz von Helvetia-Vorstandsvorsitzendem Thomas Neusiedler, Vertriebsvorstand Werner Panhauser sowie Alexander Zeh von Ipsos vorgestellt. Man wolle damit niemanden erschrecken, so Neusiedler, sondern auf das Thema hinweisen.

Österreicher glauben sich gut informiert

Studienergebnis: Die österreichische Bevölkerung ist überraschend gut über Blackouts informiert, tendenziell mehr mit aufsteigendem Alter und Wohlstand. Im Zeitraum von 19. Oktober bis 2. November wurden 783 Teilnehmer über 16 Jahren in Online-Interviews befragt, wie viel sie zu Blackouts wissen und wie gut sie auf einen solchen vorbereitet sind.

Den Begriff „Blackout“ kannten ganze 98 Prozent der Bevölkerung, immerhin 90 Prozent wussten auch, dass er einen Ausfall der Stromversorgung beschreibt.

Was ihn vom bloßen Stromausfall unterscheidet, nämlich eine längere Dauer und größere flächenmäßige Erstreckung, sprich: Überregionalität, wussten hingegen nur ein Viertel bzw. ein Fünftel der Befragten. Trotzdem fühlen sich fast zwei Drittel der Bevölkerung gut bis sehr gut informiert über Blackouts.

Angst – vor allem vor Kriminalität

Ein Drittel der Befragten gab an, Angst vor einem Blackout zu haben, wobei die Angst mit ansteigendem Wissensstand zurückgeht. Acht von zehn Österreicher sagten aber, ein Blackout sei „gefährlich“.

Als Grund gab ein Viertel Angst vor Kriminalität, Plünderungen, Anarchie und Chaos an – die Vortragenden bezeichneten diese Angst als ungerechtfertigt und kontrastierten sie mit dem Befund, dass acht von zehn Österreichern sich bereit zeigten, im Ernstfall Nachbarschaftshilfe zu leisten.

Das sei mit Blick auf vergangene Krisen auch glaubwürdig. Jedoch, so Neusiedler, gelte das nur, solange die Nahrungsversorgung gegeben ist: „We are four meals away from anarchy.“

So stand auch Nahrungsversorgung hoch auf der Liste der Befürchtungen. 13 Prozent gaben diese Angst an, auf Platz drei hinter Kälte mit 18 Prozent.

Nur zum Teil vorbereitet

Für diese Ängste habe aber immerhin die Hälfte zumindest zum Teil vorgesorgt: meistens durch Lagerung von Lebensmitteln (für durchschnittlich eine Woche) oder durch alternative Beleuchtungs- oder Heizmöglichkeiten.

Hier galt wieder: Je älter der Befragte, desto wahrscheinlicher, dass er Vorsorge getroffen hat. Trotzdem fühlte sich nur jeder Dritte gut auf einen Blackout vorbereitet.

Die Vortragenden erwähnten aber, dass die Vorsorge in vielen Punkten noch ausbaufähig wäre. Fast niemand habe einen Treffpunkt mit seinen Angehörigen vereinbart, falls das Kommunikationsnetz ausfällt, auch IT-Sicherheit komme viel zu kurz.

Wissen um Versicherungsschutz ausbaufähig

Besonders am Herzen lag ihnen aber, das Wissen über Versicherungsschutz zu stärken. Da es keine eigene Blackout-Versicherung gibt, müssten Schäden, die während eines Blackouts entstehen, je nach Sparte versichert werden.

Ausbaufähig dürfte laut Studie das Wissen über die Deckung von Versicherungen im Fall eines Blackouts sein. Dass die Haushaltsversicherung Schäden ersetzt, die in Folge eines Blackouts entstehen, glaubt nur eine Minderheit der Befragten.

Ähnlich sieht es bei anderen Sparten wie der Unfall-, Kfz-Haftpflicht- oder Rechtschutzversicherung aus; für eine spezifische Blackout-Versicherungsberatung zeigte aber nur ein Drittel Interesse.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

Auffällig ist auch, dass ein großer Teil der Österreicher mit einem Blackout rechnet: Ein Viertel erwartet einen Blackout noch 2022, ein Drittel in den nächsten zwölf Monaten, in den nächsten drei Jahren sind es schon die Hälfte.

Dazu Neusiedler: Die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen, auch längeren, sei in den letzten Jahren wieder gestiegen, die Gefahr eines Blackouts aber „überschaubar“.

Tatsächlich bekamen auch die Aussagen, es bestehe ein Hype um das Thema „Blackout“, eine Panikmache, um Geld zu verdienen, sowie eine große Menge an Fake News, Zustimmung von der Mehrheit der Befragten.

Für die weitere Beschäftigung mit dem Thema empfahlen die Vortragenden das Buch „Blackout“ von Marc Elsberg.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haushaltversicherung · Marktforschung · Versicherungsberatung
 
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