13.10.2026 – Mit diesem Beitrag startet eine neue Serie zum Thema „Konsolidierung im österreichischen Versicherungsmaklermarkt“. Der erste Teil wirft einen Blick auf verschiedene Arten von Beteiligungen und das Interesse deutscher Unternehmen am österreichischen Markt.

Man hört es mittlerweile aus allen Ecken: Firma A kauft Firma B, Fusionen und Megaübernahmen bestimmen die Schlagzeilen, Konzerne übernehmen Tochtergesellschaften von Wettbewerbern.
Doch so weit entfernt sind diese Entwicklungen vom österreichischen Versicherungsmaklermarkt längst nicht mehr.
Denn auch hierzulande treten zunehmend Käufergruppen auf, die in Deutschland bereits seit einigen Jahren aktiv Versicherungsmaklerunternehmen übernehmen.
In den vergangenen drei Jahren ist die sich in Deutschland seit etwa 2018 deutlich beschleunigende Konsolidierungswelle unter Versicherungsmaklergruppen zunehmend auch auf Österreich übergeschwappt.
Hinter vielen dieser Gruppen stehen sogenannte Portfoliounternehmen, die häufig von Private-Equity-Gesellschaften aus Großbritannien oder den USA finanziert werden.

Dabei lohnt sich ein kurzer Blick auf die Struktur hinter solchen Beteiligungen: Eine Private-Equity-Gesellschaft investiert in der Regel nicht ausschließlich eigenes Kapital. Vielmehr legt sie Fonds auf, in die institutionelle Anleger investieren.
Dazu gehören beispielsweise Pensionskassen, Versicherungen, Versorgungswerke, Banken oder Family Offices, darunter auch Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Private-Equity-Gesellschaft bündelt dieses Kapital und investiert es anschließend über ihre Fonds in Unternehmen oder Unternehmensgruppen.
Hinter einem vermeintlich amerikanischen oder britischen Finanzinvestor kann somit durchaus auch Kapital europäischer Pensionskassen oder Versicherungen stehen.
Der Wettbewerb um attraktive Übernahmeziele hat in Deutschland deutlich zugenommen. Besonders begehrt sind spezialisierte Maklerhäuser einer relevanten Größenordnung. Österreich bietet hier weiterhin interessante Targets.
Für den einzelnen Versicherungsmakler stellt sich damit eine ganz praktische Frage: Was bedeutet diese Entwicklung, wenn man ohnehin darüber nachdenkt, sich in den kommenden zwei bis drei Jahren aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und in Pension zu gehen?
Denn mit der zunehmenden Käuferaktivität verändert sich nicht nur der Markt. Für Unternehmer, die sich mit Nachfolge oder Verkauf beschäftigen, entsteht gleichzeitig eine größere Auswahl möglicher Käufer.
Die entscheidende Frage lautet deshalb zunehmend nicht mehr nur, ob ein Verkauf infrage kommt – sondern auch, an wen.
Lesen Sie in Kürze Teil 2 der Serie.
Stefan Adams, Marielle Adams
Die Autoren: Stefan Adams ist Geschäftsführer von Dr. Adams & Associates, zu deren Tätigkeitsbereich Unternehmensbewertung und -transaktionen gehören. Marielle Adams ist Geschäftsführerin der auf M&A-Beratung und -Begleitung spezialisierten Adams Strategy.
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