Die finanzielle Lage der Generation 50 plus

13.2.2019 – Von den derzeit 3,5 Millionen Österreichern, die älter sind als 50 Jahre, glaubt fast ein Drittel, sich in einer überdurchschnittlichen finanziellen Situation zu befinden. Fast die Hälfte allerdings muss sparen und darauf achten, finanziell über die Runden zu kommen. Nahezu 40 Prozent sind der Meinung, sie hätten besser vorsorgen sollen. Angst davor, im Alter zu verarmen, hat allerdings nicht einmal jeder Vierte.

26,1 Prozent der Österreicher sind zwischen 50 und 69 Jahre alt, weitere 13,4 Prozent 70 Jahre oder älter. Damit gehören fast 3,5 Millionen Menschen hierzulande der „Generation50+“ an. Rund 53,6 Prozent von ihnen sind Frauen, 46,4 Prozent Männer.

Das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Marketagent.com hat Ende Jänner/Anfang Februar dieses Jahres im Rahmen einer Online-Erhebung (Computer Assisted Web Interviewing, CAWI) 1.525 Personen zwischen 50 und 79 Jahren befragt. Insgesamt wurden 58 Fragen gestellt.

Das Sample sei repräsentativ für die österreichische Bevölkerung in diesem Alter, so Marketagent. Die Ergebnisse wurden nun in der Studie „Golden Ager Report“ vorgestellt.

Finanzielle Situation

Insgesamt schätzt fast ein Drittel der Befragten (32,2 Prozent) seine finanzielle Situation als überdurchschnittlich ein, 4,3 Prozent sehen sie sogar „weit über dem Durchschnitt“. 26,4 Prozent glauben, über eine unterdurchschnittliche finanzielle Ausstattung zu verfügen.

Deutliche Unterschiede zeigt die Studie zwischen den Geschlechtern auf. So würden 37,9 Prozent der Männer aber nur 26,9 Prozent der Frauen ihre persönliche finanzielle Situation als überdurchschnittlich beschreiben. Umgekehrt sehen sich 30,8 Prozent der Frauen aber nur 21,6 Prozent der Männer in einer unterdurchschnittlichen Lage.

64,5 Prozent der Befragten wollen den Wohlstand, den sie sich erarbeitet haben, in vollen Zügen genießen. Andererseits erklären 47,7 Prozent dieser Altersgruppe, dass sie sparen und darauf achten müssen, mit dem Geld über die Runden zu kommen; Frauen (54,3 Prozent) sind dabei stärker betroffen als Männer (40,5 Prozent).

Sorgen, dass sie im Alter den Gürtel enger schnallen werden müssen, plagen 44 Prozent der Studienteilnehmer insgesamt und 50 Prozent der weiblichen Befragten. Und 39,1 Prozent sagen, sie hätten mehr für die Pension vorsorgen sollen.

Wie die Generation 50+ ihre Finanzen sieht (Grafik: Marketagent.com)
Wie die Generation 50+ ihre Finanzen sieht (Grafik: Marketagent.com).
Zum Vergrößern Bild klicken.

Wie es Pensionisten geht

Die 842 Pensionisten in der Befragung sollten auch erklären, wie es ihnen „alles in allem“ in der Pension geht. 20,7 Prozent erklären, es gehe ihnen nun „viel besser als erwartet“, weiteren 19,8 Prozent geht es etwas besser als erwartet.

Andererseits geben 10,8 Prozent an, dass es ihnen etwas schlechter und 4,0 Prozent, dass es ihnen viel schlechter gehe, als sie erwartet hatten.

Dabei zeigen sich große Unterschiede: Während nur 12,3 Prozent der 60- bis 69-Jährigen meinen, dass es ihnen (etwas oder wesentlich) schlechter als erwartet geht, sind es bei den 50- bis 59-Jährigen, die schon in Pension sind, 23,1 Prozent und bei den 70- bis 79-Jährigen 15,8 Prozent.

Alleinstehende (24,9 Prozent) geben ebenfalls deutlich öfter an, dass es ihnen nun schlechter geht, als Verheiratete oder in Partnerschaft Lebende (9,5 Prozent).

Wie gut geht es den Pensionisten alles in allem? (Grafik: Marketagent.com)
Wie gut geht es den Pensionisten alles in allem? (Grafik: Marketagent.com).
Zum Vergrößern Bild klicken.

Vor- und Nachteile in der Pension

Den größten Vorteil im Vergleich mit Berufstätigen sehen Pensionisten laut Studie in der freien Zeiteinteilung. 85,2 Prozent insgesamt stimmen dem zu, bei den 70- bis 79-Jährigen sind es sogar 88,3 Prozent.

Dahinter folgen „Freiheit und Unabhängigkeit“ (62,7 Prozent), „mehr Zeit für die Familie“ (60,0 Prozent) und „kein bzw. weniger Stress“ (59,6 Prozent). Dass das Leben in der Pension überhaupt keine Vorteile hat, glauben nur 1,2 Prozent der Befragten.

Mit deutlichem Abstand größter Nachteil der Pension ist es laut Umfrage, weniger Geld zur Verfügung zu haben. Insgesamt sind 46,9 Prozent aller befragten Pensionisten und 56,4 Prozent der bereits in Pension befindlichen 50- bis 59-Jährigen dieser Meinung.

Zweithäufigste Antwort bei dieser Frage: 30,5 Prozent der Befragten glauben, das Leben in der Pension habe überhaupt keine Nachteile. Über weniger Kontakte beklagen sich 28,3 Prozent.

Welche Nachteile die Pension mit sich bringt (Grafik: Marketagent.com)
Welche Nachteile die Pension mit sich bringt (Grafik: Marketagent.com).
Zum Vergrößern Bild klicken.

Wovor sich Menschen im Alter fürchten

Angst hat die „Generation 50+“ vor allem vor körperlichen Beschwerden, Schmerzen und Krankheiten. 67,7 Prozent aller Befragten fürchten sich davor. Sorgen um die geistige Fitness und die Angst, dement zu werden plagen 62,9 Prozent, bei den Über-70-Jährigen sind es bereits 71,2 Prozent.

Ebenfalls mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer hat Angst davor, nicht mehr selbstbestimmt und selbständig leben zu können (54,0 Prozent).

Finanzielle Sorgen haben demgegenüber nur wenige: 23,5 Prozent der Befragten fürchten sich davor, zu verarmen und finanziell eingeschränkt leben zu müssen. Auffällig dabei ist, dass diese Angst von 31,8 Prozent der 50- bis 59-Jährigen, aber nur von rund 17 Prozent der Älteren geteilt wird.

Wovor sich die Generation 50+ fürchtet (Grafik: Marketagent.com)
Wovor sich die Generation 50+ fürchtet (Grafik: Marketagent.com).
Zum Vergrößern Bild klicken.
Schlagwörter zu diesem Artikel
Marktforschung · Pension  · Senioren
 
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
21.11.2018 – Eine aktuelle Studie ging der Frage nach, wem die Österreicher zutrauen, die richtigen Maßnahmen für das Leben im Alter zu setzen, und welche Wünsche sie in diesem Zusammenhang an die Politik haben. (Bild: Quelle: Silver Living) mehr ...
 
15.9.2017 – Grundsätzlich herrscht unter den Österreichern laut einer Umfrage eine positive Stimmung, was die finanzielle Lage – auch die Altersvorsorge – angeht. Allerdings bleibt die Zufriedenheit mit der finanziellen Sicherheit und Vorsorge hinter der Wichtigkeit zurück, die ihr viele Befragte eigentlich zuschreiben. mehr ...