Die gefährlichsten Branchen in der AUVA-Statistik

12.4.2019 – Rund 88.000 anerkannte Arbeitsunfälle von unselbständig Erwerbstätigen verzeichnete die AUVA im Vorjahr. Die meisten ereigneten sich in Oberösterreich, die höchste Unfall-Rate wies aber Kärnten auf. Nach Branchen war die Zahl der Arbeitsunfälle in der Herstellung von Waren sowie am Bau am höchsten. Kontrollverlust über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge war die häufigste Unfallursache. Stark zurückgegangen ist die Zahl der Berufskrankheiten.

Insgesamt 3,122.540 unselbständig Erwerbstätige waren im Berichtsjahr 2018 bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) versichert.

Mit 711.627 Versicherten lag dabei Wien an erster Stelle, gefolgt von Oberösterreich (574.220) und Niederösterreich (500.148).

Unter den Branchen war die „Herstellung von Waren“ mit 611.892 Versicherten die größte. Dahinter rangieren „Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (647.659 Versicherte) sowie, bereits mit deutlichem Abstand, „Bau“ (261.410 Versicherte) und „Gesundheits- und Sozialwesen (257.828 Versicherte).

Arbeitsunfallstatistik

Im Jahr 2018 verzeichnete die AUVA 87.610 anerkannte Arbeitsunfälle im engeren Sinn von unselbständigen Erwerbstätigen. Die meisten davon ereigneten sich in Oberösterreich (17.282), an zweiter Stelle lag Wien (14.917), den dritten Rang belegte die Steiermark (13.906).

Nach Branchen entfielen 19.114 dieser Arbeitsunfälle auf die „Herstellung von Waren“. Am „Bau“ ereigneten sich 17.430 Unglücksfälle, weitere 12.806 im Handel bzw. der Instandhaltung und Reparatur von Kfz.

Die Anzahl kausal tödlicher Unfälle betrug im Vorjahr österreichweit 64. 24 davon ereigneten sich in der Bau-Branche, weitere 13 in der Verkehrs-Branche.

Unfall-Raten

Im Österreich-Durchschnitt betrug die Unfall-Rate im Vorjahr 28,1 anerkannte Arbeitsunfälle pro tausend Dienstnehmer. Den höchsten Wert aller Bundesländer verzeichnete Kärnten mit 42,5, gefolgt von Salzburg mit 35,9.

Die niedrigsten Unfall-Raten wies die Steiermark mit 19,1 Arbeitsunfällen pro 1.000 Arbeitnehmer auf. Unterdurchschnittliche Raten gab es auch in Wien (21,0), Niederösterreich (24,5) und Vorarlberg (25,0).

Die „gefährlichsten“ Branchen waren 2018 Bau (Unfall-Rate 66,7), gefolgt von „Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen“ (52,0). In der „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ lag die Unfall-Rate bei 42,5.

Die laut AUVA-Statistik „sichersten“ Branchen waren im Vorjahr die „Erbringung von Finanz- und Versicherungs-Dienstleistungen“ (Unfall-Rate 3,9) sowie Information und Kommunikation (4,7).

Ursachen

Kontrollverlust über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge war für 34.410 Arbeitsunfälle kausal, „Sturz und Absturz“ für 18.859 sowie „Bewegung des Körpers ohne körperliche Belastung“ für 17.989 Arbeitsunfälle. Zu letzteren zählen beispielsweise unkoordinierte Bewegungen oder Zusammenstöße.

Basis dieser Zahlen sind alle Arbeitsunfälle von Erwerbstätigen; dabei sind auch Selbständige und Sonstige (wie freiwillige Hilfsorganisationen, Betriebsräte und Mandatare) eingeschlossen. Die Zahl der Arbeitsunfälle aller Erwerbstätigen betrug 2018 übrigens 93.928.

Zahlen hat die AUVA auch zu den Berufskrankheiten veröffentlicht. 1.140 Fälle wurden 2018 anerkannt, im Jahr davor waren es noch 1.195 Fälle gewesen. Am häufigsten war Schwerhörigkeit durch Lärm (640 Mal), gefolgt von Hauterkrankungen (124) sowie asbestbedingten Erkrankungen von Lunge, Kehlkopf oder Rippenfell (108 Fälle).

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