Die Zukunft ist digital – ohne Menschen geht es aber nicht

13.10.2026 – Die Zukunft ist digital, darüber waren sich die Experten einig. Doch ohne Menschen wird es nicht funktionieren. Und gerade beim Einsatz künstlicher Intelligenz sei die Datenqualität entscheidend. Maklern wird empfohlen, die Angst vor KI abzulegen.

Diskutierten beim Trendtag über die Auswirkungen der Digitalisierung (v.l.n.r.): Peter Garlock (Atos Österreich), Jovana Novic (Allianz), Makler Hagen Fock, Sarah Schwarzer (Durchblicker), Gerhard Schuster (Together CCA) und Moderator Philip Steiner (WKO). Bild: VJ
Diskutierten beim Trendtag über die Auswirkungen der Digitalisierung (v.l.n.r.): Peter Garlock (Atos Österreich), Jovana Novic (Allianz), Makler Hagen Fock, Sarah Schwarzer (Durchblicker), Gerhard Schuster (Together CCA) und Moderator Philip Steiner (WKO). (Bild: VJ)

„Die Zukunft ist digital“ – das war die Kernaussage eines Impulsvortrags von Peter Garlock, Head of Sales & Market beim IT-Dienstleister Atos Austria, beim „Trendtag“ in der Vorwoche.

Garlock betonte, dass sich das IT-Dienstleistungsgeschäft in den letzten 25 Jahren dramatisch verändert hat. Vor allem das Cloudgeschäft habe Dienstleistungen komplett transformiert – heute sei „alles in der Cloud“.

Damit sei aber eine extrem große Abhängigkeit von den Cloudanbietern, den sogenannten „Hyperscalern“, entstanden. Im Bereich der Cloud würden drei Anbieter 75 Prozent des Marktes abdecken, bei künstlicher Intelligenz fünf große Unternehmen 85 Prozent des Angebots.

Notwendig seien deshalb „digitale Souveränität“, also Autonomie (unabhängiges Handeln ohne externe Kontrolle), Resilienz (Kontinuität bei unerwünschten Ereignissen), Sicherheit (Vermeidung solcher Ereignisse) sowie Kontrolle (wirksame Durchsetzung von Entscheidungen und Regeln).

Ohne Menschen geht es nicht

In der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Garlock, dass künstliche Intelligenz ohne „human interface“ nicht möglich sei. Und er warnt: Nur weil KI etwas wohlwollend schreibt, würden wir glauben, dass es richtig ist – bei komplexen Themen sei es aber nicht möglich, dies sofort zu überprüfen.

Es wäre ein Fehler zu glauben, dass KI alles automatisch macht, sagt auch Gerhard Schuster, CEO des IT-Dienstleisters Together CCA. Alle Lösungen hätten deshalb auch „human in the loop“: Künstliche Intelligenz erspare es nicht, dass Menschen „drüberschauen“.

KI sei kein Denkersatz, sondern Partner, ergänzte Jovana Novic, COO der Allianz Österreich: „Die finale Entscheidung bleibt beim Menschen.“ Und Versicherungsmakler Hagen Fock ist sich sicher, dass komplexe Fragen von Menschen noch immer besser gelöst werden.

Umsetzung in der Praxis

Technologie sei nicht Selbstzweck, sondern müsse Kunden und Partnern das Leben leichter machen, so Novic. Die Akzeptanz sei mittlerweile vorhanden: Beispielsweise seien bei der Beantwortung von Gesundheitsfragen viele Kunden offen für eine volldigitale Erledigung.

Vor allem jüngere Menschen würden häufig lieber mit einer KI als mit Menschen reden, brachte Schuster ein weiteres Beispiel. Für Makler sei es deshalb notwendig, beide Kommunikationskanäle – mit Menschen und mit künstlicher Intelligenz – anzubieten.

Gerade bei telefonischen Beratungen habe sich das Kundenverhalten geändert, sagt Sarah Schwarzer, Teamleiterin Aftersales bei der Vergleichsplattform Durchblicker. Durch künstliche Intelligenz vorinformierte Kunden seien aber generell schwieriger zu beraten, auch weil KI manchmal falsche Auskünfte gebe.

Daten entscheiden

Daten seien wichtiger denn je, so Schuster: „Wenn man KI auf schlechte Daten loslässt, kommt Mist heraus.“ Bei „schwammigen Prozessen“ helfe auch künstliche Intelligenz nichts. Die Datenbeschaffung sei allerdings oft noch mühselig, ergänzte Fock.

Menschen, Daten und Prozesse seien die Hauptpunkte für die Zukunft, sagt Novic; Basis sei eine gute Datenqualität und man müsse Menschen die richtigen Tools in die Hand geben.

Für Makler bedeute insbesondere die Dunkelverarbeitung einen Qualitätssprung, betonte Schuster; sie sei die „ideale Variante“, weil sowohl Papier als auch KI fehleranfällig seien.

Wünsche und Empfehlungen

Für Schuster wäre eine bidirektionale Schnittstelle mit den Versicherern wichtig, sodass kein Umstieg auf einen E-Mail-Verkehr mehr nötig wäre. Und Schwarzer wünscht sich einen Zugriff auf die Verkehrsdatenbank samt einer Schnittstellenlösung für die Zulassungsdaten.

Fock rät Maklern, KI einfach zu verwenden, die Angst davor zu verlieren und Fehler zu akzeptieren. Es brauche mehr Mut zum Ausprobieren, so Novic, auch wenn nicht alles ab Tag eins reibungslos funktioniert. Und es mache auch Spaß, wenn man es ausprobiert hat, ergänzt Garlock.

Vermittlern empfiehlt Schuster, zu überlegen, wo sie ihre Daten haben, wer das Recht auf die Daten hat und ob sie jederzeit darauf zugreifen können.

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Digitalisierung · Gesundheitsreform · Versicherungsmakler
 
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