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E-Scooter: KFV rechnet mit über 1.000 Verunfallten

23.8.2019 – Die Nutzer der kleinen Elektroroller sind sich oft über die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht im Klaren, augenscheinlich dann, wenn sie unerlaubt auf dem Gehsteig fahren. Auch Sicherheitsaspekte kommen zu kurz. Zu diesen Schlüssen gelangt das KFV nach Beobachtungen und Befragungen. Informationsbedarf sei vorhanden, Bewusstseinsbildung nötig.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) rechnet damit, dass sich in Österreich heuer mehr als 1.000 Personen bei der Nutzung eines E-Scooters so schwer verletzen werden, dass sie ins Krankenhaus müssen.

Immerhin zieren seit einiger Zeit Leih-E-Scooter manches Stadtbild; hinzu kommt eine beachtliche Zahl an E-Scootern in Privatbesitz: Rund 25.000 Stück wurden 2018 verkauft, 2019 sollen es etwa 30.000 sein, berichtet das KFV unter Berufung auf den Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ).

In einer neuen KFV-Umfrage habe sich darüber hinaus knapp die Hälfte der Befragten, die bisher noch keinen E-Scooter verwenden, an der Nutzung interessiert gezeigt.

Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, meint allerdings: „Damit sich E-Scooter dauerhaft als eine bereichernde, sichere neue Mobilitätsform etablieren können, ist noch viel Informationsbedarf gegeben und Bewusstseinsbildung erforderlich.“

Durchschnittstempo 15,1 km/h

Das KFV weist dabei auf Beobachtungen von mehr als 1.500 E-Scooter-Nutzern hin, die es in den vergangenen Wochen durchgeführt hat.

Im Schnitt seien die E-Scooter Fahrer mit einer Geschwindigkeit von 15,1 km/h unterwegs gewesen. Die höchste gemessene Geschwindigkeit habe 31 km/h betragen.

Einen Helm trugen drei Prozent. Bei Nutzern privater E-Scooter betrug die Quote zehn Prozent, bei Nutzern von Leih-E-Scootern zwei Prozent.

Geplante Abbiegevorgänge habe nur ein Prozent der Fahrer ordnungsgemäß angezeigt.

Zwischenfälle

Von den mehr als 500 befragten E-Scooter-Nutzern gaben 14 Prozent an, schon einen Konflikt mit einem anderen Verkehrsteilnehmer gehabt zu haben, besonders oft mit Fußgängern oder Radfahrern.

17 Prozent gerieten bereits in eine Situation, in der ihr E-Scooter nicht mehr kontrollierbar war, beispielsweise wegen Nässe, Unerfahrenheit oder aufgrund der Geschwindigkeit.

Häufig unerlaubt auf dem Gehsteig unterwegs

Es habe sich auch gezeigt, dass das Wissen um die geltenden rechtlichen Bestimmungen mangelhaft ist – etwa im Hinblick auf Ausstattungsvorschriften, Promillegrenzen und die Frage, ob der Gehsteig befahren werden darf.

„Wenn eine Infrastruktur bestehend aus einem Radweg, der Fahrbahn für den Mischverkehr und einem Gehsteig vorhanden ist, so wählen 73 Prozent der E-Scooter-Fahrer den Radweg, 23 Prozent nutzen verbotenerweise den Gehsteig“, stellte das KFV bei seinen Beobachtungen fest.

Der seit 1. Juni 2019 geltende neue § 88b StVO legt unter anderem fest, dass das Fahren auf Gehsteig, Gehweg und Schutzweg verboten ist, sofern nicht eine behördlich verordnete Ausnahme vorliegt. „Aus unserer Befragung geht jedoch hervor, dass jeder Fünfte glaubt, dass die Nutzung des Gehsteigs mit dem E-Scooter erlaubt ist“, sagt Robatsch.

Unabhängig davon dürfen E-Scooter-Nutzer andere Verkehrsteilnehmer weder gefährden noch behindern, verlangt § 88b StVO. Insbesondere „haben sie auf Gehsteigen und Gehwegen Schrittgeschwindigkeit einzuhalten sowie die Geschwindigkeit in Fußgängerzonen, in Wohnstraßen und in Begegnungszonen dem Fußgängerverkehr anzupassen“.

Noch „viel Bewusstseinsbildung“ nötig

Nicht nur hinsichtlich der Rechtslage hält Robatsch „noch viel Bewusstseinsbildung“ für notwendig.

„So sollten sich zum Beispiel alle E-Scooter-Fahrer bewusst sein, dass das Tragen eines Helms unabhängig vom Alter dringend zu empfehlen ist und im Falle eines Unfalls lebensrettend sein kann.“

Das Verkehrsministerium hat auf einer eigenen Webseite Rechts- und Praxis-Tipps rund ums E-Scooter-Fahren zusammengestellt.

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Marktforschung · Verkauf
 
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