Erste Schätzungen zu Unwetterschäden

20.7.2021 – Nach den Unwettern vom Wochenende spricht die Wiener Städtische von einem Schadenaufwand in Höhe von voraussichtlich etwa zehn Millionen Euro. Die Hagelversicherung sieht bis dato landwirtschaftliche Schäden im Ausmaß von über fünf Millionen Euro.

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Zu den starken Regenfällen und den Überschwemmungen vom Wochenende liegen nun erste Schadeneinschätzungen von Versicherern vor.

Die Wiener Städtische rechnet mit versicherten Schäden in Höhe von rund zehn Millionen Euro, wie Sonja Steßl, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung AG, am Montag in einer Aussendung sagte.

Das volle Schadensausmaß werde sich jedoch erst nach den Aufräumarbeiten zeigen.

Heuer schon 65 Millionen Euro Schaden

Heftige Unwetter im Sommer seien zwar nicht untypisch, „die Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts zeigt jedoch, dass die Intensität und die Häufigkeit von Naturkatastrophen grundsätzlich zunehmen“, so Steßl.

Die ökonomischen Schäden sind beträchtlich, aufgrund von stärkerer Besiedlungsdichte und höherer Vermögenswerte steigen auch die Schadenssummen im Naturkatastrophenfall an, so die Städtische.

Insgesamt verzeichne sie heuer bereits Schäden in Höhe von mehr als 65 Millionen Euro.

5.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen geschädigt

Die Österreichische Hagelversicherung VVaG berichtet von massiven Schäden in der Landwirtschaft durch „sintflutartige Regenfälle im Westen und entlang der Alpennordseite mit Niederschlägen von punktuell bis zu 180 Liter/m²“.

„Aus jetziger Sicht wird mit einer überschwemmten und geschädigten Agrarfläche von 5.000 Hektar und einem Gesamtschaden von fünf Millionen Euro gerechnet“, zieht Vorstandsvorsitzender Kurt Weinberger eine erste Bilanz.

Die Angabe bezieht sich auf den versicherten Schaden. Wie die Hagelversicherung dem VersicherungsJournal sagte, besteht beim Risiko Hagel eine Durchversicherung von rund 90 Prozent, bei den Risiken Frost, Dürre, Überschwemmung von bis zu 70 Prozent.

Hagelunwetter mit Schäden in Wien

In Wien gab es zusätzlich zum Regen auch noch Hagel. „Ein schwerer Hagelschaden entstand an den Weinstöcken vor allem am Nussberg in Wien“, berichtet die Wiener Landesleiterin Sabina Herndlhofer-Tuma.

„Das Unwetter ist aber weitergezogen und hat auch das Gebiet nördlich der Donau nicht verschont. Hier wurden vor allem Salatkulturen schwer geschädigt.“ Ersten Erhebungen zufolge belaufe sich der Gesamtschaden im Wiener Weinbau und an den Salatkulturen im Norden auf 750.000 Euro.

Klimawandel und Verbauung

„Höhere Temperaturen führen zu einer höheren Luftfeuchtigkeit und damit zu intensiveren Niederschlägen“, wird Michael Staudinger, Europa-Präsident der World Meteorological Organization (WMO) und ehemaliger Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), in der Aussendung der Hagelversicherung zitiert.

Er spricht in dem Zusammenhang von extremen Wetterereignissen als Ergebnis des Klimawandels. Und: „Die Verbauung potenziert die Auswirkungen der Starkniederschläge, weil kein Wasser gespeichert werden kann“, so Staudinger. „Fehler in der Raumordnung machen sich leider jetzt bemerkbar.“

Für das gesamte bisherige Jahr 2021 beziffert die Hagelversicherung den Schaden durch Hagel, Sturm und Überschwemmung mit knapp 90 Millionen Euro, durch Frost mit 35 Millionen Euro. Dazu komme noch Schaden durch Dürre, hier liege man bereits über dem Vorjahresniveau von 30 Millionen Euro.

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Elementarschaden · Geschäftsbericht  · Unwetter
 
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