Familie: Das Wichtigste im Leben – mit Absicherungsdefiziten

15.4.2026 – Für die meisten Österreicher ist Familie das Wichtigste im Leben, besagen Ergebnisse der „Familienstudie 2026“ der Generali. Andererseits erzeugt Familie organisatorisch und mental auch Druck. Der Versicherer liest aus der Studie einen Bedarf sowohl an „transparenten Lösungen“ für Familien als auch nach „frühzeitiger Aufklärung“ ab – zumal weniger als die Hälfte der Eltern für die Kinder vorsorge.

Familie spaziert im Wald (Bild: Getty Images/Unsplash)
Bild: Getty Images/Unsplash

„Familie ist emotional unverzichtbar, aber fordert organisatorisch stark.“ So skizziert Generali-CEO Gregor Pilgram die Ergebnisse der „Familienstudie 2026“, die der Versicherer am Dienstag veröffentlicht hat.

Für diese wurden 1.041 Personen im Alter von 16 bis 70 Jahren online, ergänzt durch qualitative Tiefeninterviews, befragt.

Das Wichtigste im Leben überhaupt

85 Prozent identifizieren sich mit der Feststellung: Die Familie ist „das Wichtigste überhaupt im Leben“. 78 Prozent der spontanen Assoziationen seien positiv; am häufigsten genannt worden seien Zusammenhalt, Liebe und Vertrauen.

Definiert werde Familie weniger über formale Strukturen als über den gemeinsam gelebten Alltag in unterschiedlichsten Konstellationen: „Wer Zeit teilt und Verantwortung übernimmt, gehört dazu“, beschreibt die Generali das Familienverständnis.

Zeitmangel und Verantwortung belasten

Dem steht gegenüber, dass Angehörige auch „organisatorische Belastung“ bedeuten können: Zeitmangel und Stress seien die größten Sorgen – knapp vor der aktuellen Weltpolitik, der Gesundheit nahestehender Personen und Finanzen.

„Verantwortung“ zähle für 39 Prozent zu den größten negativen Seiten des Zusammenlebens, gefolgt von Mehrfachbelastung und Verpflichtung. Besonders ausgeprägt sei „die ungleiche Verteilung der mentalen Dauerverantwortung:

  • Frauen gaben an, 72 Prozent der dauerhaften Organisations-, Koordinations- und Mitdenkaufgaben zu übernehmen.
  • Männer schätzen ihren Anteil auf 43 Prozent.

Jüngere Paare zeigten zwar ausgewogenere Modelle, dennoch bleibe die mentale Dauerlast insbesondere für Frauen ein zentrales Thema, so die Generali.

Kinder bereichern, fordern aber auch

78 Prozent der Eltern gaben an, dass Kinder ihr Leben bereichern und es vollständig machen. 80 Prozent sagten, dass sie sich in der Auseinandersetzung mit Kindern persönlich weiterentwickeln.

Elternschaft bedeutet aber auch große Dauerverantwortung und Verzicht an anderer Stelle:

  • 81 Prozent gaben an, sich durch Kinder finanziell einschränken zu müssen.
  • 80 Prozent sagten, der Nachwuchs erfordere ein persönliches Zurückstellen.
  • 42 Prozent empfinden Kinder zumindest phasenweise als Belastung für die Paarbeziehung.

Für eine gewisse „Abfederung“ sorgen Großeltern: 63 Prozent der Befragten werden von ihren Eltern bei der Kinderbetreuung und Organisation unterstützt. Für viele seien Großeltern damit eine entscheidende Voraussetzung für Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Alltagsbewältigung.

Bedarf an „verständlichen Lösungen“ und „frühzeitiger Aufklärung“

Wie wird mit dem Thema Absicherung umgegangen? Knapp zwei Drittel (62 Prozent) gaben an, dass Entscheidungen über Versicherungen gemeinsam als Familie getroffen werden.

Für ihre Kinder sorgen den Ergebnissen zufolge allerdings aktuell nur 42 Prozent der Eltern vor. Für die Generali ist das „ein Hinweis auf den Bedarf an verständlichen, transparenten Lösungen und frühzeitiger Aufklärung“.

Wunsch nach klassischer Kernfamilie und erwartete Veränderungen

Die Familie bleibt ein „zentraler Sehnsuchtsort“, wie die Generali es ausdrückt: 64 Prozent der 16- bis 40-Jährigen wünschen sich laut Umfrage weiterhin eine klassische Kernfamilie, „ein Ideal, das rückblickend noch für 72 Prozent der 40- bis 70-Jährigen ein Traum war“.

Für das Jahr 2046 erwarten 69 Prozent aber eine größere Vielfalt an Familien- und Lebensmodellen. 67 Prozent rechnen mit weniger Kindern aufgrund globaler Unsicherheiten, 47 Prozent mit mehr Brüchen in Lebensläufen und einem veränderten Eheverständnis.

Auch Freundschaften gewinnen an Bedeutung: Für ein Drittel (36 Prozent) ersetzen sie zunehmend klassische Familienstrukturen.

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