Fintechs: „Lernprozess für die althergebrachten Versicherungen“

21.6.2018 – Das anhaltende makroökonomische Konjunkturhoch gibt auch den Versicherungen die Zuversicht auf ein höheres Prämienwachstum, wie der Chefvolkswirt der Allianz SE, Michael Heise, gegenüber dem VersicherungsJournal ausführt. Neuartigen Finanzdienstleistungen von FinTechs müsse man mit „gebotener Neugierde“ begegnen, insgesamt geht der Trend hin zu digitalen Dienstleistungen.

Bild: Allianz
Allianz-Chefvolkswirt
Michael Heise
(Bild: Allianz)

Am Rande des gestrigen Pressegesprächs zu „Konjunkturrisiken in Österreich, Europa und der Welt“ der Allianz Elementar Versicherungs-AG stand der Chefvolkswirt der Allianz SE, Michael Heise, dem VersicherungsJournal für ein Gespräch zur Verfügung.

Makroökonomisch sei das höhere volkswirtschaftliche Wachstum des Jahres 2017 – und voraussichtlich wird das auch für das heurige Jahr gelten – eine „sehr gute Voraussetzung für ein Wachstum im Versicherungsbereich“, so Heise.

Auch und gerade im Schaden- und Unfallbereich. Aufgrund der Konjunkturbelebung und stärkerer Investitionen der Unternehmen seien auch hier die Voraussetzungen für ein höheres Prämienwachstum gegeben.

Massiver Druck durch Zinsniveau

Die niedrigen Zinsen hingegen bringen in allen Bereichen der Versicherungen „massiven Druck“, so Heise.

Diese sehen sich folglich gedrängt, die Kostenbremse noch stärker anzuziehen. Zumal „niedrige Renditen bei hohen Kosten für den Kunden“ nicht zu vertreten seien. Insgesamt sei der Kostendruck schon sehr hoch.

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Angemessen auf Fintechs reagieren

Was Fintechs betrifft: Auf diese gelte es angemessen zu reagieren, damit man von diesen neuartigen Finanzdienstleistern nicht „weggedrängt“ werde, sagt Heise.

Kosteneffiziente Produkte seien daher das Um und Auf: Auch hier seien digitale Produkte der Versicherungen von Vorteil - zumal diese kundenfreundlicher seien.

Vielfach würden auch mobile Dienste nachgefragt, womit der Kunde also seine Versicherungsgeschäfte auf allen möglichen Devices abwickeln könne.

Generell würden sich die digitalen Wertschöpfungsketten heutzutage parallel zu den „klassischen Wegen“ aufbauen, die Transformation zu zukunftsfitten Geschäftsmodellen sei herausfordernd. Heise: „Erfolge sind nicht sofort sichtbar.“

Fintechs „manchmal gute Anlagen“

Fintechs werden von großen Playern, wie der Allianz, zunehmend inkorporiert, also eingegliedert. Das hält Heise für „sinnvoll“: Zwar gebe es keine „Erfolgsgarantien“, man dürfe aber eben nicht auf wichtige Innovationen in der Wertschöpfungskette verzichten. Insgesamt werde so die Effizienz verbessert.

Versicherungsunternehmen seien hier mitunter schon strategische Investoren, Fintechs seien „manchmal gute Anlagen“, dann und wann werden diese von den großen Playern aber auch wieder verkauft.

Die Allianz sei „an einigen kleineren und größeren Fintechs“ beteiligt, so Heise, die Beschäftigung mit diesen sei auch ein „Lernprozess für die althergebrachten Versicherungen“.

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Fintech · Konjunktur · Verkauf
 
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