8.10.2026 – Mehr als die Hälfte der Männer und weniger als die Hälfte der Frauen sind laut einer Umfrage von Sandoz und Ifes mit Österreichs Gesundheitssystem zufrieden. 57 Prozent üben Kritik an Wartezeiten für Arzttermine und Operationen. Vier Fünftel sind gegen Einsparungen in der Gesundheitsversorgung, auch wenn die Staatsfinanzen angespannt sind. Die eigene Gesundheit stuft die große Mehrheit als gut ein. Das Vertrauen in eine geschlechtergerechte Behandlung ist bei nicht wenigen Befragten angeschlagen.

Die Zufriedenheit mit dem österreichischen Gesundheitssystem unterscheidet sich nach Geschlechtern: 56 Prozent der Männer zeigen sich damit eher oder sehr zufrieden, unter den Frauen tun dies nur 41 Prozent.
Dies geht aus dem neu erschienenen „Austrian Health Report 2026“ des Pharmaunternehmens Sandoz hervor. Die Umfrage dazu hat das Institut für empirische Sozialforschung (Ifes) im Juli österreichweit unter 1.000 Personen in einem Alter ab 16 Jahren durchgeführt.
Am größten ist der Anteil der Zufriedenen – beide Geschlechter zusammengenommen – in der Altersgruppe 60 plus mit 58 Prozent, am niedrigsten in der Altersgruppe 30 bis 44 (42 Prozent).
Wie die Grafik illustriert, lag der Anteil der Unzufriedenen 2026 und 2025 bei 17 bzw. 18 Prozent. Dass er größer ist als etwa 2022 (10 Prozent), führt Sandoz vor allem auf zweierlei zurück.
Erstens: 57 Prozent kritisieren zu lange Wartezeiten für Arzttermine und Operationen. Zweitens: 82 Prozent seien der Meinung, dass „Menschen, die es sich leisten können, schneller behandelt werden“, also eine „Zwei-Klassen-Medizin“ bestehe.
Einsparungen in der Gesundheitsversorgung werden trotz angespannter Staatsfinanzen von 82 Prozent abgelehnt.
Den eigenen „allgemeinen“ – nicht den momentanen – Gesundheitszustand schätzt die Mehrheit als gut oder sehr gut ein. Das gilt besonders in den jüngeren Altersgruppen: Bei den bis 29-Jährigen bezeichnen ihn 31 bzw. 47 Prozent als sehr gut oder gut.
Bei den 45- bis 59-Jährigen sind die entsprechenden Anteile mit 17 bzw. 46 Prozent am kleinsten – zusammen fühlen sich aber demnach auch in dieser Gruppe knapp zwei Drittel im Großen und Ganzen gesund. Kaum anders präsentiert sich das Bild in der Gruppe „60 plus“.
Und das psychische oder seelische Gesundheitsempfinden? Auch in dieser Hinsicht fühlt sich die Mehrheit „sehr gut“ oder „gut“. Bei den Männern ist der Anteil der „Sehr gut“-Nennungen (32 Prozent) etwas größer als bei den Frauen (26 Prozent), jener der „Gut“-Nennungen geringfügig kleiner (41 vs. 43 Prozent).
Nach Alter aufgeschlüsselt, geht es in Summe den über 60-Jährigen am besten: Hier stufen vier Fünftel ihre psychische Gesundheit als sehr gut oder gut ein (39 bzw. 42 Prozent). In den jüngeren Altersgruppen (bis 29 und 30 bis 44 Jahre) tun dies rund zwei Drittel.
Ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern ist mit Blick auf ärztliche Behandlungen auszumachen: Etwa doppelt so viele Frauen wie Männer berichten über negative Erfahrungen.
In Zahlen: 44 Prozent der Frauen gaben an, ihre Schmerzen seien zumindest gelegentlich nicht ernstgenommen worden. Bei den Männern haben nur 23 Prozent ähnliche Erfahrungen gemacht.
„Zudem gaben 36 Prozent der Frauen an, dass ihre Symptome als psychisch bzw. psychosomatisch abgetan wurden. Ähnliche Erfahrungen haben nur 15 Prozent der Männer“, berichtet Sandoz weiter.
Dies wirke sich auf das Vertrauen in eine geschlechtergerechte Behandlung aus: Nur 46 Prozent der Frauen zeigten sich überzeugt, dass Ärzte Geschlechterunterschiede berücksichtigen, bei den Männern sind 63 Prozent dieser Ansicht.
„Gerade, wenn geschlechterspezifische Unterschiede in der Gesundheitsversorgung vernachlässigt werden, sind die Folgen für die Gesundheit und das Gesundheitswesen groß“, kommentiert Thomas Czypionka, Head of Research Group Health Systems and Health Policy beim Institut für Höhere Studien (IHS), in der Sandoz-Aussendung diese Zahlen.
„Hier besteht großes Potenzial, Ressourcen effizienter einzusetzen und letztendlich die Bevölkerung besser zu versorgen“, so Czypionka.
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