HDI-Studie: So lebenswert ist das Leben der Österreicher

15.1.2020 – In einer aktuellen Studie hat die Österreich-Niederlassung der HDI Lebensversicherung erheben lassen, was das Leben für unsere Landsleute lebenswert macht. Für fast drei Viertel der Befragten ist das Leben ziemlich oder sehr lebenswert, Menschen in Partnerschaft, mit Kindern oder mit höherem Einkommen zeigen sich mit ihrem Leben zufriedener. Emotionale Faktoren sind dabei für ein lebenswertes Leben wichtiger als materielle, so die Studie.

Der Frage, was das Leben für die Österreicher lebenswert macht und was das für die finanzielle Absicherung bedeutet, ist die HDI Lebensversicherung AG Direktion für Österreich in einer aktuellen Studie nachgegangen.

Dafür hat das auf Markenentwicklung spezialisierte Institut Brand+ im Dezember des Vorjahres 713 Österreicher ab 18 Jahren befragt. Die Studie sei, auch was die demografische Verteilung anbelangt, repräsentativ, so Brand+-Gründer Christian Schölnhammer. Die Schwankungsbreite liegt bei +/–5 Prozent.

Es sei allerdings nicht vorrangiges Ziel gewesen, eine repräsentative Studie zu erstellen, vielmehr ging es darum, das Thema zu lancieren. Zukünftig soll die Befragung jährlich stattfinden.

Für drei von vier ziemlich oder sehr lebenswert

Für die meisten ist das Leben lebenswert (Grafik: HDI)
Für die meisten ist das Leben lebenswert
(Grafik: HDI). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Für Michael Miskarik, Leiter der Österreich-Niederlassung von HDI, ist die Studie Bestandteil des Unternehmensführungsprogramms „Lebenswert“, an dem das Unternehmen „an jedem Kontaktpunkt intern und extern“ ausgerichtet sei.

Auf einer zehnteiligen Skala von „gar nicht“ (Wert eins) bis „sehr lebenswert“ (Wert zehn) konnten die Studienteilnehmer angeben, wie sie ihr derzeitiges Leben empfinden. Der Durchschnittswert, von HDI als „Lebenswert-Index“ bezeichnet, lag in der Studie bei 7,35.

72,3 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass ihr Leben derzeit „ziemlich“ oder „sehr“ lebenswert sei (Indexwerte sieben bis zehn). „Weniger“ oder „gar nicht“ lebenswert (Indexwerte eins bis vier) ist demnach das Leben für 10,6 Prozent.

Lebensverhältnisse machen den Unterschied

Teils deutliche Unterschiede machen die Studienautoren je nach individueller Lebenssituation der Befragten aus. So würden Menschen mit einem höheren Einkommen ihr Leben als lebenswerter empfinden: Bei einem Einkommen von über 2.000 Euro liegt der Index bei 7,84, bei niedrigeren Einkommen nur bei 6,98.

Auch die Familienverhältnisse haben Einfluss auf die Ergebnisse, so Schölnhammer. Bei Menschen, die in einer festen Partnerschaft leben, liegt der Indexwert bei 7,71, bei jenen ohne feste Partnerschaft beträgt er 6,71. Auffällig: Sechs Prozent dieser Gruppe sagen, ihr Leben sei „gar nicht lebenswert“.

Positiv wirken sich auch Kinder darauf aus, ob das Leben als lebenswert empfunden wird. Menschen mit Kindern haben laut Studie mit einem Wert von 7,73 einen höheren „Lebenswert-Index“ als Menschen ohne Kinder (7,03); für fünf Prozent der Kinderlosen sei das Leben nicht lebenswert.

Emotionale Faktoren im Vordergrund

Familie, Liebe und Freundschaft machen das Leben lebenswert (Grafik: HDI)
Familie, Liebe und Freundschaft machen das
Leben lebenswert (Grafik: HDI). Zum Vergrößern
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„Familie“ wurde bei der Frage, was das Leben am meisten lebenswert macht, am häufigsten genannt (11,3 Prozent aller Antworten). Auch auf den nächsten Plätzen rangieren emotionale Faktoren: Für 9,1 Prozent macht Liebe das Leben am meisten lebenswert, für 7,6 Prozent Freunde und für 7,2 Prozent die Beziehung.

Mit 7,5 Prozent der Nennungen ebenfalls im vordersten Feld liegt Gesundheit, erst danach kommen materielle Aspekte: Finanzielle Sicherheit macht für 6,0 Prozent der befragten Österreicher das Leben am meisten lebenswert.

Reichtum, Schönheit und Ansehen, ein schönes Auto oder Markenwaren sind laut Studie vergleichsweise unwichtig: Sie machen das Leben nur für 0,1 bis 0,7 Prozent der Österreicher lebenswert.

Finanzielle Sicherheit wichtig

Mehr als 90 Prozent sorgen für das Alter vor (Grafik: HDI)
Mehr als 90 Prozent sorgen für das Alter vor
(Grafik: HDI). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Für ein lebenswertes Leben seien auch finanzielle Sicherheit und ein geregeltes Einkommen wichtig, betont HDI. Deshalb wurden in der Studie auch Fragen zur finanziellen Absicherung, zur Altersvorsorge sowie zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung gestellt.

„Sehr“ oder ziemlich wichtig ist finanzielle Absicherung für 83,4 Prozent der Befragten. Dabei glauben aber nur 19 Prozent, dass die gesetzliche Pension für ein lebenswertes Leben ausreichen wird, 63 Prozent sind sich sicher, dass diese dafür nicht genügen werde.

Familien mit Kindern und Ältere schätzen laut Studie die finanzielle Sicherheit höher als der Durchschnitt ein.

Was für die Vorsorge getan wird

Die große Mehrheit der Studienteilnehmer gibt an, neben der staatlichen Pension für das Alter vorzusorgen. Lebensversicherungen, Sparbücher bzw. Festgeld und Bausparverträge werden als häufigste Vorsorgeformen genannt.

Sieben Prozent sorgen allerdings gar nicht vor; fast die Hälfte von ihnen (47 Prozent) gibt als Grund dafür an, sich Vorsorge nicht leisten zu können.

Ähnlich die Situation bei der Berufsunfähigkeit: Zwar glauben nur 17 Prozent, dass die staatliche Versorgung im Fall einer Berufsunfähigkeit ausreichen wird, um ein lebenswertes Leben zu führen, aber 57 Prozent sorgen nicht privat vor. Auch hier ist es fast jeder Zweite (44 Prozent) der glaubt, sich die Vorsorge nicht leisten zu können.

Zum Herunterladen

Die „Lebenswert-Studie 2019“ kann als PDF-Dokument (1,75 MB) von der Website der HDI Leben heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Bausparen · Berufsunfähigkeit · Gesundheitsreform · Lebensversicherung · Pension
 
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