Insurtechs: Innovationen dank massiver Kapitalzuflüsse

17.9.2021 – Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Capgemini und des Branchennetzwerks Efma hat sich mit dem Wachstum und der Finanzierung von Insurtechs beschäftigt. Bereits mehr als 50 Prozent aller Kunden können sich vorstellen, Versicherungen bei den neuen Anbietern abzuschließen. (Bild: Capgemini/Efma)

Der neue World Insurtech Report von Capgemini und Efma
Der World Insurtech Report
2021 von Capgemini und Efma.
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Das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini und das Branchen-Netzwerk Efma haben ihren „World Insurtech Report 2021“ präsentiert. Kernaussage: Erstmals ziehe mehr als die Hälfte der Kunden eine Versicherung bei einem der neuen Anbieter in Betracht.

Die Studie basiert auf Untersuchungs-ergebnissen aus mehreren Erhebungen, Gesprächsrunden und Interviews. Dazu zählen globale Befragungen von Führungskräften der Versicherungswirtschaft und von Versicherungskunden sowie eine „Covid-19 Verbraucherumfrage 2021“ von Capgemini.

Analysiert werden mehr als 900 Insurtechs aus den USA und Europa. Die Studie gebe Aufschluss über das Wachstum sowie die erhaltenen Finanzierungen im Zeitraum 2020 bis 2021, heißt es in einer Pressemitteilung.

Breiter Zugang zum Kapital

Tech-Giganten und Insurtechs hätten einen „beispiellosen Zugang zu Investitionskapital“ erlangt, so die Studie. Das gesamte Marktkapital börsenotierter Insurtechs lag Ende 2020 bei mehr als 22 Milliarden US-Dollar.

Insurtechs würden sich zu einem Investitionstrend entwickeln; eine ganze Reihe von Investoren trage die Kapitalzuflüsse. So würden in der Frühphase Risiko- und Beteiligungskapitalgeber Kapital zur Verfügung stellen und Rückversicherer sie durch Investitionen und Underwriting-Kapazitäten unterstützen.

Mit diesen „beachtlichen“ Kapitalzuflüssen sei es den Insurtechs möglich, technologische Innovation voranzutreiben und damit den Druck auf etablierte Versicherer zu erhöhen.

Digitale Technologien

Versicherungsnehmer würden beim Abschluss von Versicherungen zunehmend Komfort, Beratung und Reichweite (CARE: Convenience, Advice, Reach) bevorzugen; dabei würden sie nicht mehr lange zögern, den Anbieter zu wechseln, wenn sie in diesen Bereichen eine bessere Lösung erhalten.

Genau diese Angebote werden von Insurtechs durch digitale Technologien weiter verbessert, so die Studie; eingesetzt werden dabei unter anderem künstliche Intelligenz, Advanced Data Analytics oder das Internet of Things.

Mit stärkerer Personalisierung und Konzentration auf das Kundenerlebnis würden Insurtechs an Akzeptanz auf der Kundenseite gewinnen. Zur Priorität werde nun das Erreichen des Kunden über verschiedene Kanäle.

Akquisitionen und Kooperationen

Lange Zeit seien Insurtechs für Versicherer der Schlüssel für eine bessere „Customer Experience“ gewesen, so Michael Zwiefler von Capgemini Österreich.

Viele klassische Versicherer würden neue digitale Anbieter kaufen oder mit ihnen kooperieren, um ihre Fähigkeiten und ihr Leistungsangebot in diesem Bereich zu optimieren. Besonderes Augenmerk liege dabei auf der Reichweite.

Zwei Szenarien sehen die Studienautoren für die Zukunft: Einerseits „Embedded Insurance“ in den Ökosystemen von Dritten, wobei der Versicherungsvertrag am Point of Sales oder Point of Service integriert wird und die Kundenbeziehungen vom Ökosystempartner gepflegt werden.

Zweites Szenario sei der Zusatznutzen im Kern komplexer Angebote: Versicherer würden vom Produktverkauf zum „CAREing für Kunden“ wechseln und ihnen auf der Basis von künstlicher Intelligenz und Analytik Prognose- und Präventionsangebote machen.

Weiterführende Informationen

Der „World Insurtech Report 2021“ von Capgemini und Efma kann als PDF (4.613 KB) unter diesem Link heruntergeladen werden.

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