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KFV: „Die Zeit der Dämmerungseinbrüche naht“

9.10.2026 – Häufig sind Keller Ziel von Einbrechern, da die Entdeckungsgefahr dort geringer ist als in Wohnräumen, stellt das KFV fest. Laut Polizei-Statistik ist die jährliche Anzahl der Anzeigen wegen Kellereinbrüchen seit 2020 merklich höher als jene aufgrund von Wohnraumeinbrüchen.

Einbruch (Symbolbild; Bild: Holger Kraft/Pixabay)
Symbolbild (Bild: Holger Kraft/Pixabay)

„Die Zeit der Dämmerungseinbrüche naht“, macht das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in einer aktuellen Aussendung aufmerksam. Es verweist dabei auf Ergebnisse einer Umfrage des KFV-Fachbereichs Eigentumsschutz, die Ende 2025 durchgeführt wurde.

Darin gaben neun Prozent der Haushalte an, dass bei ihnen in den letzten zwölf Monaten eingebrochen oder ein Einbruchsversuch unternommen wurde.

41 Prozent der Fälle betrafen Keller bzw. Garagen, elf Prozent Kellerabteile in Mehrparteienhäusern. Wohnräume waren in 40 Prozent der Fälle Ziel des Einbruchs (Mehrfachantworten waren möglich).

Plus bei Keller-, Minus bei Wohnraumeinbrüchen

Die kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik umfasst – wie der Name sagt – nur die angezeigten Fälle (VJ 10.4.2026).

Dieser Statistik zufolge gab es bei Kellereinbruchsdiebstählen 2025, nach einem Rückgang 2024, wieder einen Anstieg, und zwar um 7,8 Prozent auf 10.139 Fälle; davon bezogen sich 4.888 auf Versuche (+7,8 Prozent), der Rest auf vollendete Taten (5.251; +7,8 Prozent).

Die Anzahl der Anzeigen wegen Wohnraumeinbruchsdiebstählen ging indes weiter zurück und sank auf 6.828 (–1,5 Prozent). Hier fiel knapp die Hälfte in die Kategorie „Versuch“ (3.356; –3,5 Prozent), der Rest (3.472; +0,6 Prozent) in die Kategorie „vollendete Taten“.

Bei Kellereinbrüchen habe es also nicht nur eine Steigerung gegeben, es werde auch häufiger in Keller eingebrochen als in Wohnräume, stellt das KFV fest und ergänzt: „Vor zehn Jahren war es noch umgekehrt.“

Geringeres Entdeckungsrisiko lockt Einbrecher

Aus Täterbefragungen wisse man, dass es Einbrecher gebe, die Wohnräume überhaupt als Einbruchsziel meiden, weil sie keinesfalls Menschen antreffen und jede Konfrontation vermeiden wollen, sagt Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV.

„Manche Täter richten ihr Vorgehen daher auch bewusst auf weniger gesicherte und in Wohnhausanlagen gemeinschaftlich genutzte Kellerräumlichkeiten aus, weil dort das Entdeckungsrisiko im Vergleich zu Wohnräumen deutlich geringer ist“, fügt er hinzu.

Kaltenegger appelliert deshalb, präventive Maßnahmen – siehe Kasten unten – zu ergreifen und nicht nur vollendete, sondern auch versuchte Einbrüche immer anzuzeigen, „weil das für die Ermittlungen bzw. die Erkennung von Tatserien sehr nützlich sein kann“.

Niedrige Aufklärungsquote macht Prävention noch wichtiger

Prävention gegen Kellereinbrüche sei auch deshalb so wichtig, weil die Aufklärungsquote deutlich geringer sei als bei anderen Delikten, unterstreicht das KFV. „Die Aufklärungsquote fällt im Jahresvergleich mit 12,3 Prozent gering aus“, ist denn auch der Polizei-Statistik für das Jahr 2025 zu entnehmen.

Kellereinbrüche passieren oft unbeobachtet und bleiben daher lange unbemerkt, nennt das KFV einen weiteren Grund für Vorbeugung. Dadurch verstreiche wertvolle Zeit für die nachfolgenden Ermittlungen. „Sind die Wertsachen einmal weg, sind die Chancen bei Kellereinbrüchen eher gering, dass man diese jemals wiedersieht.“

Kellereinbrüche: KFV-Präventionstipps

Wertvolle Sachen nicht im Keller lagern

Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter und Werkzeug sind bei Kellereinbrüchen eine besonders begehrte Beute. Teure Fahrräder und andere Gegenstände daher nach Möglichkeit woanders verwahren.

Kellerabteile sind keine Schaufenster

Von außen sollte nicht erkennbar sein, was im Kellerabteil gelagert wird – machen Sie das Abteil daher möglichst blickdicht.

Zugänge konsequent versperren

Keller-, Haus- und Verbindungstüren sowie Kellerfenster geschlossen und versperrt halten. In Mehrparteienhäusern darauf achten, dass auch allgemein zugängliche Kellertüren verschlossen und doppelt zugesperrt werden.

Fahrräder im Keller zusätzlich sichern

Fahrräder und E-Bikes mit einem hochwertigen Schloss an einem fest verankerten Gegenstand befestigen. GPS-Tracker können die Chance erhöhen, ein gestohlenes Fahrzeug wiederzufinden.

Dunkle Zugänge ausleuchten

Bewegungsmelder können potenziellen Tätern die heimliche Annäherung erschweren.

Kameras als Ergänzung nutzen

Alarm- und Videoanlagen können die Prävention ergänzen, aber keine stabilen Türen und hochwertigen Schlösser ersetzen.

Bei Abwesenheit sollte ein Haus bewohnt wirken

Bitten Sie bei längerer Abwesenheit jemanden nach dem Rechten zu sehen (Briefkasten leeren …) und installieren Sie zeitgesteuerte Lichter, die Anwesenheit simulieren. Ein bewohnt wirkendes Haus schreckt nämlich auch vor Einbrüchen in Garagen, Nebengebäuden und Kellern ab.

Regelmäßige Kontrollgänge

Kellerabteile, Fahrradabstellräume und andere gemeinschaftlich genutzte Räume sollten regelmäßig kontrolliert werden, damit ein Einbruch möglichst rasch bemerkt wird.

Eigentum dokumentieren

Ein Eigentumsverzeichnis kann nach einem Diebstahl die Fahndung erleichtern und ist auch bei der Meldung an die Versicherung sehr nützlich. Notieren Sie daher beispielsweise Seriennummern, fotografieren Sie Wertgegenstände und bewahren Sie Kaufbelege auf.

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