Kleine und mittlere Naturkatastrophen häuften sich 2018

7.2.2019 – Die bedeutsamsten Naturkatastrophen des Jahres 2018 führten laut einem Willis-Re-Bericht global zu versicherten Schäden in Höhe von insgesamt rund 71,5 Milliarden Dollar (57,4 Milliarden Euro). Das für die Versicherer teuerste Ereignis in Europa war Sturm „Friederike“ im Jänner.

Der Sturm „Friederike“ vor rund einem Jahr verursachte laut einem neuen Bericht des Rückversicherungsmaklers Willis Re versicherte Schäden in Höhe von zirka zwei Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro). Damit sei er das größte europäische Naturgefahrenereignis 2018 gewesen.

Der Sturm hatte vor allem Deutschland, Belgien und die Niederlande in Mitleidenschaft gezogen. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich dem Bericht zufolge auf 2,7 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro).

Auch Österreich scheint in dem Report, der die bedeutsamsten Naturkatastrophen 2018 beleuchtet, mehrfach auf – unter anderem im Zusammenhang mit dem Sturm „Burglind“, der sich im Jänner von den Britischen Inseln bis zu den Alpen zog, oder mit Unwettern im Mai und Juni, die ebenfalls mehrere Ländern trafen.

In Summe rund 57,4 Milliarden Euro versicherte Schäden

Global betrachtet, hinterließen die Waldbrände in Kalifornien (15 bis 17 Milliarden Dollar), Hurrikan „Michael“ in den USA (6 bis 10 Milliarden Dollar) sowie der Taifun „Jebi“ in Japan (zirka 8,5 Milliarden Dollar) die größten Versicherungsschäden, meldet Willis Re.

Unter den Waldbränden sei das „Camp Fire“ im November mit sechs bis zehn Milliarden Dollar Versicherungsschaden und 85 Toten der verheerendste Flächenbrand in Kalifornien seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen.

Insgesamt lagen die versicherten Schäden aus großen Naturkatastrophen 2018 mit rund 71,5 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 57,4 Milliarden Euro) laut Willis Re geringfügig über dem Jahresdurchschnitt seit 2011. Dennoch erreichten sie den in diesem Zeitraum dritthöchsten Wert.

Mehrere kleine und mittlere Naturkatastrophen

Thomas Kiessling (Bild: Willis Re)
Thomas Kiessling
(Bild: Willis Re)

„Anders als in den Vorjahren, in denen einzelne Naturkatastrophen einen hohen Anteil an den gesamten Versicherungsschäden ausmachten, erlebte die Branche 2018 eine Vielzahl von kleineren und mittleren Naturkatastrophen“, fasst Thomas Kiessling, Head of Catastrophe Analytics D-A-CH bei Willis Re in Deutschland, das Schadengeschehen zusammen.

So habe sich eine Reihe von Milliardenschäden zu einem „kostspieligen Katastrophenjahr“ summiert“, sagt Kiessling.

„Auch wenn die Schäden – mit Ausnahme der großen kalifornischen Waldbrände – durchaus innerhalb der modellierten Erwartungen lagen, ist die Häufigkeit der Ereignisse dennoch ungewöhnlich.“

Kiessling: Kapitalisierung der Branche „sehr solide“

Die (Rück-)Versicherungsbranche war damit – nach 143 Milliarden Dollar 2017 – innerhalb von zwei Jahren mit Schäden durch Naturkatastrophen in Höhe von 214,5 Milliarden Dollar (172,2 Milliarden Euro) konfrontiert, geht aus den Daten von Willis Re hervor.

„Die Situation war eine große Herausforderung für traditionelle Rückversicherer und insbesondere den Markt für Insurance-Linked-Securities“, sagt Kiessling. „Insgesamt aber bleibt die Kapitalisierung der Branche sehr solide.“

Zum Herunterladen

Die „Summary of Natural Catastrophe Events 2018“ kann von einer Webseite von Willis Towers Watson als PDF-Dokument (3,8 MB) heruntergeladen werden.

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Rückversicherung · Unwetter
 
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