23.6.2026 – Die Rolle lokaler Ansprechpartner im internationalen Geschäft, Knackpunkte in der Großschadenabwicklung, eine schwieriger gewordene Bedingungslage, ein wachsendes Risiko von Unterversicherung und Hürden internationaler Versicherungsprogramme – Themen wie diese kamen beim „Risk Summit 2026“ zur Sprache.

Nach der Premiere 2025 (VJ 23.5.2025, 26.5.2025, 27.5.2025) hat Versicherungsmakler Koban Südvers letzte Woche zum zweiten „Risk Summit“ geladen, diesmal nach Salzburg.
Wie Koban Südvers in einer Aussendung berichtet, wurden eingangs zentrale Erkenntnisse aus dem „Global Research Report 2026“ des Worldwide Broker Networks (WBN) zitiert.
Für diesen waren rund 1.750 Manager mittlerer und größerer Unternehmen in den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien befragt wurden.
43 Prozent der Befragten sehen Versicherung demnach als Investition in die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens, und 87 Prozent erwarten, dass deren strategische Bedeutung in den kommenden drei Jahren weiter zunimmt.
96 Prozent messen starken lokalen Beziehungen zu Maklerpartnern in den jeweiligen Märkten hohe Bedeutung bei. 94 Prozent sagten, es sei wichtig, dass ihr Makler gleichzeitig in ein „starkes internationales Netzwerk“ eingebunden ist.
Als vordringliche Risiken werden in dem Bericht Cyber- und digitale Risiken (von 48 Prozent genannt) identifiziert, gefolgt von den Auswirkungen der künstlichen Intelligenz (40 Prozent), ökonomischer Unsicherheit (36 Prozent), Lieferkettenunterbrechungen (29 Prozent) und geopolitischer Instabilität (28 Prozent).
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung sprachen Martin Schörkhuber, CEO der VRS-SSP-Adjusters GmbH, und Isabel Pinegger, Rechtsanwältin in Salzburg mit Schwerpunkt Schadenersatz- und Versicherungsrecht, bei einem Panel über das Thema Großschadenabwicklung.
Dabei wurde ein Spannungsfeld deutlich: Auf der einen Seite wollen Unternehmensvorstände Schäden möglichst rasch erledigt haben, auf der anderen brauchen Versicherer Zeit für die Prüfung.
Seit dem „Hard Market“ 2022/23 habe sich der Umgang mit Bedingungen, Selbstbehalten und Ausschlussklauseln auch merklich verschärft.
Zudem wachse das Risiko der Unterversicherung, nachdem sich Wiederbeschaffungskosten in einzelnen Sparten binnen drei Jahren nahezu verdoppelt hätten.
Ein weiterer Programmpunkt: ein Panel zu internationalen Aspekten, mit Christophe Van Gool, Director Global Solutions beim US-Versicherungsmakler Epic Insurance Brokers & Consultants, und Marek Štimpl, Director of Consulting Services CEE bei Renomia in Prag.
Hervorgehoben wurde, dass Märkte nicht zwangsläufig monolithisch seien. Selbst die USA seien nicht „ein Markt“, sondern fragmentiert, je nach Bundesstaat habe man es mit unterschiedlicher Jurisdiktion und unterschiedlicher Schadenkultur zu tun.
Auch die CEE-Region sei trotz EU-Harmonisierung in Gerichtspraxis, Schadenkultur und Versichererverhalten „alles andere als einheitlich“, fasst Koban Südvers eine weitere Kernaussage des Panels zusammen.
Internationale Programme „verlangen Architektur, lokale Substanz, einen Compliance-Anker und vor allem Menschen, die im Schadensfall verlässlich erreichbar sind“.
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