Lebenserwartung erreicht Höchst-, Fertilitätsrate Tiefststand

30.6.2026 – 9,216 Millionen Einwohnern zu Beginn 2026: Österreichs Bevölkerung ist 2025 nur noch geringfügig gewachsen – und auch das nur aufgrund eines positiven Zuwanderungssaldos. Die Geburtenbilanz war mit –11.835 Personen zum sechsten Mal in Folge negativ. Die Gesamtfertilitätsrate erreichte mit 1,30 Kindern pro Frau einen neuen Tiefststand. Einen neuen Höchststand erreichte die Lebenserwartung bei der Geburt: bei Frauen 84,60 Jahre und bei Männern erstmals ebenfalls über 80 Jahre (80,15).

Menschenmenge (Illustration) (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)
Bild: Gerd Altmann/Pixabay

Neue Daten zur demographischen Entwicklung in Österreich hat die Statistik Austria am Montag veröffentlicht.

Anfang 2026 lebten 9.215.956 Menschen in Österreich – um 0,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Jahresvergleich hat sich das Wachstum damit halbiert (2025: +0,4 Prozent). Ähnlich niedrig sei das Wachstum zuletzt 2009 (+0,2 Prozent) gewesen.

Die stärkste Zunahme verzeichnete Wien (+0,6 Prozent). Die Bundeshauptstadt steuerte mit +12.625 Personen rund zwei Drittel des gesamtösterreichischen Wachstums bei.

Gewachsen sind auch die Bevölkerungen Tirols (+0,2 Prozent), Niederösterreichs, Oberösterreichs, Salzburgs und Vorarlbergs (je +0,1 Prozent) sowie, marginal, der Steiermark (+48 Personen). Die Bevölkerungen des Burgenlands und Kärntens schrumpften – aber ebenfalls nur marginal.

Bevölkerungsveränderung 2025–2026 (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Tabelle anklicken (Quelle: Statistik Austria).

Negative Geburtenbilanz, niedrigste Fertilitätsrate, höhere Lebenserwartung

Die Geburtenbilanz fiel nunmehr das sechste Jahr in Folge negativ aus: 2025 wurden insgesamt 76.067 Kinder geboren, 87.902 Menschen verstarben.

Die absolute Zahl der Lebendgeborenen erreichte 2025 den niedrigsten Wert seit 2001. Damals kamen nur 75.458 Babys zur Welt – allerdings bei einer um mehr als eine Million niedrigeren Einwohnerzahl.

„Die Gesamtfertilitätsrate lag 2025 mit 1,30 Kindern pro Frau etwas unter dem Vorjahreswert von 1,31 und erreichte damit einen neuen Tiefststand“, fügt die Statistik Austria hinzu.

Einen neuen Höchststand habe hingegen die Lebenserwartung bei der Geburt verzeichnet: Sie betrug bei Männern 80,15 Jahre und bei Frauen 84,60 Jahre. Damit sei bei Männern erstmals die Schwelle von 80 Jahren überschritten worden.

Fertilitätsrate 1951 bis 2025 (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: Statistik Austria).

Wachstum nur durch Zuwanderung

„Das Bevölkerungswachstum in Österreich ergibt sich ausschließlich aus internationaler Zuwanderung“, erläutert Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria.

„Insgesamt zogen im Jahr 2025 knapp 162.000 Menschen aus dem Ausland nach Österreich, während 131.000 von Österreich ins Ausland abwanderten.“ Somit übersiedelten knapp 31.000 Personen mehr nach Österreich als wegzogen.

Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger betrug zu Jahresbeginn 20,4 Prozent (Anfang 2025: 20,2 Prozent). Wien hatte mit 36,8 Prozent den höchsten Anteil nicht-österreichischer Staatsangehöriger, gefolgt von Vorarlberg und Salzburg (je 20,9 Prozent).

Netto-Zuwanderung überwiegend aus Drittstaaten und weiblich

Die Netto-Zuwanderung nicht-österreichischer Staatsangehöriger konzentrierte sich weiterhin auf jüngere Altersgruppen und belief sich auf insgesamt +36.018 Personen.

Überwiegend war die Netto-Zuwanderung 2025 weiblich: „So entfielen im Wanderungssaldo bei Menschen ohne österreichische Staatsangehörigkeit 58 Prozent auf Frauen und 42 Prozent auf Männer“, berichtet die Statistik Austria.

Internationale Wanderungen (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Tabelle anklicken (Quelle: Statistik Austria).
 
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