Lebensversicherung: AK will Informationspflichten schärfen

29.6.2018 – Eine verständlichere Darstellung der Kosten und zusätzliche Hinweise zur prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge vor Vertragsabschluss sowie eine Information über die Informationspflichten im Rahmen von Werbe- und Beratungsgesprächen: Die AK verlangt „Nachbesserungen“ in der Informationspflichten-Verordnung für die Lebensversicherung.

Die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) erlassene „Lebensversicherung-Informationspflichtenverordnung“ (LV-InfoV) legt Mindestinhalte fest, über die Versicherungsunternehmen die Kunden informieren müssen.

Die Arbeiterkammer fordert nun „Nachbesserungen“ an dieser Verordnung. Versicherungsnehmer müssten vor einem Abschluss klar und verständlich informiert werden.

„In der Praxis klemmt es jedoch bei den vorvertraglichen Info-Pflichten“, wie es am Donnerstag in einer Presseaussendung der AK Wien hieß.

Darstellung der Kosten soll verständlicher sein

Mehr Verständlichkeit soll es etwa in der Kostendarstellung geben: Sie soll nicht in zwei verschiedene Tabellen gegliedert werden.

Es sei für Konsumenten unverständlich, wenn die Kosten zum einen als Prämienbestandteil und zum anderen als abhängige Größe dargestellt werden. „Die Kosten sollen in einer einheitlichen konsumentenfreundlichen Darstellung erfasst werden.“

Die Praxis zeige auch, „dass einige Versicherer die Kosten weniger gut wahrnehmbar im Fließtext darstellen“. Das könne fälschlich zur Annahme führen, dass Kosten einen zu vernachlässigenden Faktor darstellten.

Die Prämienbestandteile sollen außerdem „nicht nur in Prozentzahlen, sondern in Eurobeträgen aufgeschlüsselt werden“. Zudem sei eine „genauere Aufschlüsselung der Kosten sinnvoll“, wobei die AK in diesem Punkt nicht weiter ins Detail ging.

Mehr Information zur Zukunftsvorsorge

Auch in puncto prämiengeförderter Zukunftsvorsorge sieht die AK Änderungsbedarf: In vorvertraglichen Informationen sollte es ihrer Ansicht nach verpflichtende Hinweise zur zehnjährigen Mindestbindungsfrist geben.

Die Modellberechnung zur Zukunftsvorsorge „sollte auch Angaben zum Ertrag bei der niedrigsten Förderung durch die staatliche Prämie gemäß Einkommenssteuergesetz“ machen.

Vorgaben für Werbe- und Beratungsgespräche

Drittens möchte die AK die Versicherungsunternehmen dazu verpflichtet sehen, „in Werbe- und Beratungsgesprächen auch über die gesetzlichen Informationen zur Lebensversicherung zu informieren“.

Oft würden „unternehmenseigene, selbst gestaltete Offertblätter“ verwendet, die nicht alle gesetzlichen Infos enthielten. „Sie werden meist nur drangehängt.“

Damit würden aber „wichtige und gesetzlich vorgeschriebene Informationen unübersichtlich dargestellt und sind nicht auf einen Blick erkennbar“.

Neuer Privatpensionsrechner mit drei Kostenszenarien

Zusammen mit ihrem Forderungskatalog gab die AK auch bekannt, dass für Konsumenten nun eine neue Version ihres „Privatpensionsrechners“ online zur Verfügung stehe, der eine Orientierung über die Höhe der künftigen Rente aus einer Privatpension geben soll.

Nachdem der Nutzer Daten wie etwa Geburtsdatum und Prämienhöhe eingegeben hat, zeigt der Rechner ein Ergebnis für drei Szenarien mit unterschiedlich hohen Kosten („durchschnittlich“, „niedrig“, „hoch“) an. Die Annahmen, die der Berechnung zugrunde gelegt werden, sind ebenfalls online abrufbar.

Die AK macht auf ihrer Website darauf aufmerksam, dass der Vergleich „modellhaft aufgebaut“ sei und nicht die Notwendigkeit ersetze, individuelle Angebote einzuholen.

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Einkommenssteuer · Lebensversicherung · Rente  · Versicherungsaufsicht · Zukunftsvorsorge
 
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