„Leistung entsteht zunehmend aus Erschöpfung“

13.4.2026 – Der Stress nimmt zu, die Energie nimmt ab, und Wertschätzung löst Selbstwirksamkeit als Leistungstreiber ab. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Healthtechs Instahelp. Der Anteil resilienter Mitarbeitender sei deutlich im Sinken, während die Gruppe „funktionierender, aber erschöpfter“ Beschäftigter wachse.

Erschöpfter Mann am Schreibtisch (Bild: Vitaly Gariev/Unsplash)
Bild: Vitaly Gariev/Unsplash

Psychische Erkrankungen, Überlastung, Burnouts gehören zu den häufigeren Treibern und Ursachen für Berufsunfähigkeit.

Wie das österreichische Healthtech Instahelp kürzlich feststellte, entstehe Leistung am Arbeitsplatz „zunehmend aus Erschöpfung“. Es stützt sich dabei auf Ergebnisse seines „Employee Mental Health Barometer“.

Grundlage der Analyse sind Befragungen von mehr als 2.900 Beschäftigten in Deutschland und Österreich aus den Jahren 2023 bis 2025 auf Basis des „Job-Demands-Resources-Modells“ (JDR).

Mehr Stress …

Der „Stress-Index“ sei im Untersuchungszeitraum von 45 auf 51 (von 100) gestiegen, Stress somit regelmäßig da und spürbar.

Stress-Index (Grafik: Instahelp)
Grafik: Instahelp

… weniger Energie

Der „Energie-Index“ hingegen sei von 59 auf 56 (von 100) gesunken. Er setzt sich aus Engagement, Selbstwirksamkeit – also dem Vertrauen in die eigenen Kompetenzen auch unter extremen Bedingungen – und Resilienz, sprich Widerstandsfähigkeit zusammen.

Energie-Index (Grafik: Instahelp)
Grafik: Instahelp

Belastung werde damit „zunehmend zum Normalzustand“, folgert man bei Instahelp. „Mentale Energie“ werde dementgegen zur „knappen Ressource“. Kurzfristig mag das noch funktionieren, so Instahelp, langfristig drohe dieses System aber zu kippen.

Weniger Resiliente, mehr „funktionierende Erschöpfte“

„Besonders deutlich“ zeige sich der Wandel in der Zusammensetzung der Belegschaften. Die Analyse teilt die Beschäftigten hier in fünf Gruppen ein:

  • Der Anteil der „resilienten Selbstwirksamen“ sank von 24,2 Prozent 2023 auf 16 Prozent 2025.
  • Die Gruppe der „stabilen Routiniers“ wuchs von 13,1 Prozent auf 32,5 Prozent. Sie „gelten als leistungsfähig und funktional, wirken aber zunehmend erschöpft und kaum noch inspiriert“.
  • Der Anteil der „engagierten Hochdrehenden“ (24,5 Prozent) wachse ebenfalls; ihre hohe Leistung werde aber nicht mehr durch ausreichend Erholung gestützt.
  • Die Gruppe der „verunsicherten Erschöpften“ verkleinerte sich von 22,7 auf 7 Prozent – dies sei ein Hinweis auf eine „Verschiebung in funktionale Rollen im Gegensatz zu echter Regeneration“.
  • Konstant entwickelte sich die Gruppe der „überforderten Getriebenen“ mit rund 20 Prozent, „ein Indiz für chronische Belastung ohne ausreichende Entlastungsperspektive“.
Die fünf Beschäftigtengruppen (Grafik: Instahelp)
Grafik: Instahelp

„Wir beobachten einen Wechsel vom Begeisterungsmodus in den Überlebensmodus“, kommentiert Instahelp-CEO Bernadette Frech die Daten.

„Menschen funktionieren weiterhin, aber ihre mentale Reserve schrumpft. Leistung entsteht immer häufiger nicht aus Energie und Motivation, sondern aus Erschöpfung und dem Gefühl, einfach durchhalten zu müssen.“

Neue Leistungstreiber

Das Datenmaterial zeige auch eine „veränderte Logik von Leistung“, so Instahelp: 2023 und 2024 sei vor allem Selbstwirksamkeit der stärkste Treiber von Leistung im Job gewesen – 2025 rücke erstmals Wertschätzung an die Spitze.

Das Burnout-Risiko werde nicht mehr primär von Work-Life-Balance beeinflusst, sondern zunehmend von Selbstwirksamkeit und der Fähigkeit, Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen.

Gegensteuern bei erschwerten Rahmenbedingungen

Der Untersuchungszeitraum falle in eine Phase anhaltender Unsicherheit, geprägt von Energie- und Inflationsschocks, wirtschaftlicher Schwäche, hoher Veränderungsgeschwindigkeit und zunehmend verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit.

Dies verändere die Arbeitswelt, „Ressourcendefizite, steigende Workload und mentale Erschöpfung werden immer stärker zu strukturellen Merkmalen moderner Arbeit“.

Aus den Daten gehe aber auch hervor, wie gegengesteuert werden kann. Frech: „Wenn Unternehmen Wertschätzung gezielt stärken und Mitarbeitenden mehr Selbstwirksamkeit ermöglichen, kann aus Erschöpfung wieder Energie werden und aus bloßem Funktionieren wieder echtes Engagement.“

Besonders wirksam, so Instahelp, sei nicht nur Anerkennung im Team, sondern vor allem das Gefühl, durch die eigene Arbeit auch bei Kunden Wertschätzung zu erfahren.

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Berufsunfähigkeit · Marktforschung · Motivation
 
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