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Mehrheit hält Eigenheim für schwer oder gar nicht leistbar

26.3.2024 – Die Preisentwicklung für Immobilien hat sich 2023 eingebremst. „Die Preise von bestehendem Wohnraum waren 3,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Preise von neuen Wohnungen und Häusern wiesen einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent auf“, so die Statistik Austria. Laut dem neuen VAV-„Wohnungsbarometer“ ziehen sechs von zehn Personen in Österreich Eigentum als Wohnform vor, allerdings halten das rund drei Viertel nur für schwer oder überhaupt nicht leistbar.

„Die Zinswende der Europäischen Zentralbank und strengere Standards bei der Kreditvergabe haben die Preisrallye am Immobilienmarkt klar eingebremst“, sagt Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria in einer Aussendung vom Montag.

Bestehender Wohnraum: –3,7 Prozent

Der Teilindex für bestehenden Wohnraum, der die Preisentwicklung von bestehenden Wohnungen und Häusern abbildet, sank 2023 gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent (2022: +11,6 Prozent, 2021: +13,1 Prozent).

Bestehende Wohnungen verbilligten sich um 4,3 Prozent, wobei die Preisrückgänge im Osten (Ober-, Niederösterreich, Nordburgenland) mit 6,3 Prozent und Wien mit 4,9 Prozent am höchsten waren. Im Westen (Salzburg, Tirol, Vorarlberg) war der Rückgang mit 3,0 Prozent am geringsten.

Bei bestehenden Häusern betrug der Rückgang insgesamt 3,1 Prozent. Auch hier war der Rückgang im Osten – inklusive Wien – mit 5,0 Prozent am größten. Im Süden (Kärnten, Steiermark, Süd- und Mittelburgenland) gab es hingegen einen leichten Anstieg (+0,2 Prozent).

Neuer Wohnraum: –0,1 Prozent

Der Teilindex „Kauf von neuem Wohnraum“ erwies sich 2023 gegenüber dem Vorjahr mit −0,1 Prozent (2022: +11,5 Prozent, 2021: +8,4 Prozent) als nahezu preisstabil, berichtet die Statistik Austria weiter.

Die regionalen Unterschiede sind aber groß: In Wien sanken die Preise im Jahresschnitt um 3,7 Prozent, im restlichen Osten um 1,7 Prozent. Im Westen stiegen sie um 6,9, im Süden um 4,2 Prozent.

Neue Häuser in Österreich waren um durchschnittlich 0,9 Prozent preiswerter als noch 2022.

Anzahl der Wohnimmobilienkäufe eingebrochen

Nach vorläufigen Transaktionszahlen, einschließlich Schätzung von Nachlieferungen, ist die Anzahl der Wohnimmobilienkäufe im Jahr 2023 „mit einem Minus von 28,2 Prozent regelrecht eingebrochen“, stellt Thomas fest.

Laut Statistik Austria ist insbesondere die Anzahl der Käufe neuen Wohnraums um mehr als die Hälfte zurückgegangen (−51,6 Prozent), bei bestehendem Wohnraum um 20,7 Prozent.

VAV-Wohnbarometer: Wohneigentum „nahezu unerschwinglich“

Die VAV Versicherungs-AG hat erst kürzlich wieder erheben lassen, wie die Bevölkerung das Thema Wohnkosten sieht. Für das „Wohnbarometer“ hat das Gallup-Institut im Dezember und Jänner 1.000 Personen in einem Alter von 18 Jahren oder mehr in ganz Österreich befragt.

Kaum überraschend ist angesichts der oben genannten Zahlen, dass die Mehrheit die Anschaffung von Wohneigentum „weiterhin als unerschwinglich oder lediglich mit großen finanziellen Einschränkungen als erreichbar“ betrachtet, wie die VAV zusammenfasst.

Eigentum für die Mehrheit schwer oder gar nicht realisierbar

35 Prozent halten einen Kauf unter den derzeitigen Bedingungen für überhaupt nicht möglich. Weitere 37 Prozent erachten ihn zwar als leistbar, allerdings nur unter hohen persönlichen Einschränkungen.

23 Prozent glauben an eine Leistbarkeit, sofern „konsequent gespart“ wird. Leicht finanzierbar ist Eigentum nur aus Sicht von drei Prozent aller Befragten.

Besonders hoch ist der Anteil jener, die Eigentum für unerschwinglich halten, unter den Mietern (50 Prozent).

Beurteilung der Leistbarkeit von Wohneigentum (Bild: VAV)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: VAV).

Skepsis weiter auf hohem Niveau

Langfristig betrachtet, hält sich die Skepsis annähernd auf dem Niveau von vor einem Jahr. 2018 und 2019 war die Stimmung zwar etwas besser, allerdings hatte auch damals die Mehrheit geantwortet, Eigentum sei finanziell nicht oder nur unter Inkaufnahme großer Einschränkungen machbar.

Beurteilung der Leistbarkeit von Wohneigentum, Zeitreihe seit 2018 (Bild: VAV)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: VAV).

„Mittlere Alterskohorten sind zuversichtlicher“

Ein „interessantes Ergebnis“, so die VAV, sei, dass unter den 30- bis 49 Jahren die Schaffung von Wohneigentum am ehesten für realistisch gehalten wird. „Sechs Prozent schätzen die Finanzierung für leicht darstellbar ein und für 22 Prozent ist konsequentes Sparen erforderlich.“

Ähnlich zuversichtlich seien Niederösterreicher und Burgenländer, wo ebenfalls sechs Prozent die Finanzierung als wenig herausfordernd sehen und 26 Prozent konsequentes Sparen als für den Eigentumserwerb ausreichend erachten.

„Als sehr schwierig betrachten, wie zu erwarten war, Wiener und Oberösterreicher, Salzburg, Tirol und Vorarlberg den Weg zum Eigenheim“, so die VAV. In Oberösterreich und Salzburg sehen 67 Prozent einen Wohnungskauf als nur unter großen Entbehrungen oder gar nicht zu bewältigen an. In Tirol und Vorarlberg tun dies 75, in Wien 71 Prozent.

Mehrheit präferiert Eigentum

Bei der Frage nach der „idealen Wohnform“ war zwischen 2019 und 2021 ein Rückgang der Zustimmung zum Eigenheim von 66 auf 61 Prozent zu verzeichnen.

2023 sank der Wert nochmals leicht auf 59 Prozent, zuletzt blieb er auf diesem Niveau. Nach wie vor bevorzugt demnach eine Mehrheit Eigentum, 24 Prozent die Miete.

„Der Wunsch nach einer eigenen Immobilie ist quer durch alle Bundesländer stark ausgeprägt, am stärksten in Tirol und Vorarlberg mit 77 Prozent und am schwächsten in Wien mit 46 Prozent.“

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Darlehen · Immobilie
 
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