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Meldepflichtige Krankheiten: 2019 mehr als 20.000 Fälle

21.9.2020 – Drei Viertel der im Jahr 2019 erfassten meldepflichtigen Infektionen waren durch Bakterien verursacht. Lebensmittelbedingte Infektionen machten den größten Teil davon aus, häufig traten auch Keuchhusten und meldepflichtige Geschlechtskrankheiten auf. Unter den viralen Infektionen dominierten Hepatitis und infektiöse Darmerkrankungen.

Die Statistik Austria hat die gemeldeten Fälle anzeigepflichtiger Krankheiten für das Jahr 2019 veröffentlicht. Die Gesamtzahl der dabei ausgewiesenen Infektionen betrug 20.691.

Da die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten wichtige Aufgaben der öffentlichen Gesundheitspflege seien, würden bestimmte Infektionskrankheiten der Meldepflicht unterliegen.

Um Infektionsquellen zu identifizieren, Maßnahmen einleiten und Präventivmaßnahmen umsetzen zu können, werde das zeitliche und räumliche Auftreten dieser meldepflichtigen Infektionskrankheiten routinemäßig erfasst und die Öffentlichkeit mit entsprechenden Zahlen und Fakten informiert.

Die Erfassung erfolge mit Hilfe des Epidemiologischen Meldesystems durch den Eintrag von niedergelassenen Ärzten, Krankenanstalten und Laboren, so die Statistik Austria.

Gesetzliche Grundlagen

Als „Grundlage zur Erkennung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten“ sei das Epidemiegesetz erlassen worden, heißt es dazu auf der Website des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Ziel sei es, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten mit hohem Gefährdungspotenzial für die öffentliche Gesundheit zu verhindern.

Aids-Gesetz, Geschlechtskrankheitengesetz und Tuberkulosegesetz ergänzen das Epidemiegesetz, um die Verbreitung von Krankheiten mit spezifischen Charakteristika überwachen und verhindern zu können, so das Ministerium.

Bakterielle Infektionen überwiegen

Der weitaus überwiegende Teil der anzeigenpflichtigen Krankheiten betraf im Vorjahr bakterielle Erkrankungen (15.316 Fälle). Fast die Hälfte aller erfassten Meldefälle waren dabei der Gruppe bakterieller lebensmittelbedingter Infektionen zuzurechnen.

Die meisten Infektionen wurden durch Campylobakter verursacht: Österreichweit wurden 6.525 Fälle gemeldet, was 73,50 Infektionen je 100.000 Einwohnern entspricht. Gegenüber 2018 (7.982 Fälle) war diese Zahl aber deutlich rückläufig. Zehn Jahre davor (2009) lag sie bei 5.599.

Ebenfalls dem Bereich lebensmittelbedingter Infektionen zuzurechnen sind Salmonelleninfektionen. 1.865 solcher Erkrankungen (21,01 je 100.000 Einwohner) wurden 2019 gemeldet. Das waren zwar deutlich mehr als 2018 (1.535 Fälle), aber wesentlich weniger als im Jahr 2009 (2.605 Fälle).

Insgesamt zweithäufigste meldepflichtige Erkrankung war aber der ebenfalls durch Bakterien verursachte Keuchhusten mit 2.231 Fällen. Bakterielle Geschlechtskrankheiten (Tripper, Syphilis) wurden 2.181 Mal gemeldet. Deutlich rückläufig war im Zehn-Jahres-Vergleich die Tuberkulose (2019: 479 Fälle, 2009: 817 Fälle).

Viren: Hepatitis und Noroviren

Deutlich seltener als bakterielle traten 2019 virale, meldepflichtige Erkrankungen auf. Mit 2.352 gemeldeten Fällen dominierten hier Hepatitiserkrankungen. Die weitaus meisten davon waren durch Hepatitis-B-Viren (1.084) und Hepatitis-C-Viren (1.094) verursacht.

Knapp dahinter rangierten infektiöse Darmkrankheiten: Noroviren waren in 1.901 und Rotaviren in 284 Fällen dafür verantwortlich. Virale Fieber (Chikungunya, Dengue, Hanta-Virus und West-Nil-Fieber) traten in Summe 441 Mal auf.

Vergleichsweise niedrige Infektionszahlen weisen Masern (151 Fälle) und die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) mit 106 Fällen auf.

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Rudolf Mittendorfer - Wenn das die Pandemisten lesen. mehr ...

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Gesundheitsreform
 
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