14.1.2026 – Naturkatastrophen verursachten 2025 weltweit Schäden in Höhe von rund 224 Milliarden Dollar, davon rund 108 Milliarden Dollar versichert, berichtet Munich Re. Auffällig sei, dass es „viele extreme Ereignisse mit relativ sicherem Einfluss des Klimawandels“ gegeben habe, darunter Waldbrände, Hurrikane und Hochwasser.

Naturkatastrophen zerstörten 2025 weltweit Werte von etwa 224 Milliarden US-Dollar (192,1 Milliarden Euro, umgerechnet von der Redaktion zum Kurs vom 13. Jänner 2026). Diese Bilanz zog Rückversicherer Munich Re am Dienstag in einer Mitteilung. Etwa 108 Milliarden Dollar (92,6 Milliarden Euro) seien von Versicherern getragen worden.
„Damit reiht sich 2025 ein in immer mehr Jahre mit versicherten Schäden jenseits der 100-Milliarden-Dollar-Grenze, obwohl die Schäden unter den Vorjahreswerten (inflationsbereinigte Gesamtschäden 2024: 368 Milliarden US-Dollar, davon 147 Milliarden US-Dollar versichert) blieben“, so der Rückversicherer.
Von den Gesamtschäden entfielen den Angaben zufolge 92 Prozent auf Wetterkatastrophen, von den versicherten Schäden 97 Prozent.
Etwa 17.200 Menschen kamen laut Munich Re bei Naturkatastrophen weltweit ums Leben, deutlich mehr als im Jahr davor (rund 11.000). In den vergangenen zehn Jahre gab es durchschnittlich 17.800 Todesopfer pro Jahr.
„Hochwasser, Schwergewitter und Waldbrände setzten ein Alarmzeichen“, wie Munich Re sagt. Diese „Non-Peak Perils“ prägen laut dem Rückversicherer zunehmend den langfristigen Trend.
Sie verursachten 2025 Gesamtschäden von 166 Milliarden Dollar (142,4 Milliarden Euro), davon etwa 98 Milliarden Dollar (84,1 Milliarden Euro) versichert. Die Zerstörungen übertrafen die inflationsbereinigten Durchschnittswerte der vergangenen zehn und 30 Jahre (Gesamtschäden: 136 bzw. 90 Milliarden Dollar; versicherte Schäden: 60/33 Milliarden Dollar).
„Bei dieser Art von Naturkatastrophen ist sich die Wissenschaft weitestgehend einig, dass sie in vielen Teilen der Welt schwerer und häufiger werden“, erklärt Munich Re.
„Angesichts dieser extremen Schäden wird deutlich: Nur durch Zufall, insbesondere das Ausbleiben von Hurrikan-Treffern auf das US-Festland trotz schwerer Stürme, ist die Welt in diesem Jahr an potenziell noch viel größeren Schäden vorbeigeschrammt.“
Die bei weitem teuerste Naturkatastrophe 2025 seien die Waldbrände im Großraum Los Angeles im Jänner gewesen, mit etwa 53 Milliarden Dollar Gesamtschaden, davon etwa 40 Milliarden Dollar versichert (45,5 bzw. 34,3 Milliarden Euro). Es sei die „bislang teuerste Waldbrand-Katastrophe aller Zeiten“ gewesen. 30 Menschen starben.
Ein Erdbeben in Myanmar war, gemessen an den Gesamtschäden, die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Der Gesamtschaden betrug etwa 12 Milliarden Dollar (10,3 Milliarden Euro), nur ein kleiner Teil sei versichert gewesen. Vor allem sei es aber angesichts von 4.500 Todesopfern eine humanitäre Tragödie gewesen.
Gemessen an den versicherten Schäden, war laut Munich Re eine Schwergewitter-Serie über dem Zentrum und dem Süden der USA im März die zweitteuerste Naturkatastrophe des Jahres.
Mehr als 100 Tornados bis hin zur zweithöchsten Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten weit über 200 km/h seien dabei gezählt worden. Gesamtschaden: etwa 9,4 Milliarden Dollar (8,1 Milliarden Euro), davon 7 Milliarden Dollar (6,0 Milliarden Euro) versichert.
In Europa verlief das Jahr „relativ glimpflich“, so Munich Re. Das Schadenvolumen wird mit rund 11 Milliarden Dollar (9,4 Milliarden Euro) beziffert, davon etwa die Hälfte versichert.
Im Zehn-Jahres-Schnitt beläuft sich der Schaden pro Jahr auf 35 Milliarden Dollar gesamt bzw. 12 Milliarden Dollar versichert (umgerechnet 30,1 bzw. 10,3 Milliarden Euro).
Auffällig sei am vergangenen Jahr gewesen, dass es „viele extreme Ereignisse mit relativ sicherem Einfluss des Klimawandels gab“, stellt Munich Re fest. Als Beispiele nennt der Rückversicherer die Waldbrände bei Los Angeles, einen hohen Anteil besonders starker Hurrikane im Nordatlantik und viele Hochwasserkatastrophen.
Durch zahlreiche Studien werde belegt, dass der Klimawandel solche Ereignisse wahrscheinlicher oder stärker werden lasse; oftmals sei auch beides der Fall.
„In einer Welt im Fieber sind extreme Wetterkatastrophen wahrscheinlicher. 2025 war wieder eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen“, sagt Tobias Grimm, Chefklimatologe von Munich Re.
„Damit waren die zwölf vergangenen Jahre die wärmsten überhaupt“, so Grimm weiter. „Es gibt kein Zeichen der Entwarnung, der Klimawandel kann sich unter diesen Umständen weiter verschärfen.“
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