Munich Re rechnet mit Teuerungen

23.10.2020 – Mehrere Faktoren drücken laut dem Rückversicherer auf die Profitabilität in der Rückversicherung. Munich Re betont nun, es sei nötig, „angemessene Preise“ zu erzielen.

„Der sukzessive Abrieb von Raten und die Aufweichung der Vertragsbedingungen infolge von Überkapazitäten und zufallsbedingt geringer Großschadenbelastungen insbesondere in europäischen Ländern“ seien seit Jahren eine Herausforderung für die Profitabilität der Rückversicherung.

Das schreibt die Münchener Rückversicherungsgesellschaft AG (Munich Re) in einer Aussendung.

2020 seien die Zinsen weiter auf „neue historische Tiefstände“ gesunken. Im Kontext der Corona-Krise verfestige sich die Aussicht, dass das heutige Zinsumfeld auch die absehbare Zukunft risikoarmer Kapitalanlagen prägen wird.

Teuerungen erwartet

„Die Zinsen werden auf absehbare Zeit niedrig bleiben. Erträge für Versicherer müssen daher auch im Longtail-Geschäft aus der Risikoübernahme selbst kommen“, sagt Doris Höpke, die im Vorstand der Munich Re für Europa und Lateinamerika zuständig ist.

Sich auf Zinserträge oder gar das Ausbleiben statistisch zu erwartender Schäden zu verlassen, sei „keine geeignete Grundlage für eine nachhaltige Übernahme großer Risiken“, so Höpke.

Munich Re erwartet, dass Deckungen insbesondere für langfristige Risiken, etwa im Haftpflichtbereich, teurer werden dürften.

Wachstumsfeld „Cyber“

Eines der wichtigsten strategischen Wachstumsfelder bleibe für Munich Re der Markt für Cyberrisiken, lässt das Unternehmen weiters wissen.

„Die mit der Pandemie einhergehende zusätzliche Dynamik der Digitalisierung sowie ein steigendes Risikobewusstsein der Unternehmen können dem ohnehin stark wachsenden Markt einen weiteren Impuls verleihen“, so der Rückversicherer.

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Digitalisierung · Rückversicherung
 
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