„Risk Barometer“: Die wichtigsten Unternehmensrisiken 2026

15.1.2026 – Cybervorfälle sind im globalen „Allianz Risk Barometer 2026“ das meistgenannte „Top-Risiko“ für Unternehmen – zum fünften Mal in Folge. Stark zugelegt haben KI-Risiken mit 32 Prozent – nach nur 10 Prozent im Vorjahr. In der Österreich-Auswertung liegen ebenfalls diese beiden Risiken an der Spitze, nur in umgekehrter Reihenfolge.

Allianz Risk Barometer 2026 (Cover; Quelle: Allianz)
Allianz Risk Barometer 2026
(Cover; Quelle: Allianz)

Allianz Commercial hat am Mittwoch das „Allianz Risk Barometer 2026“ veröffentlicht. Für die 15. Auflage des jährlich erscheinenden Berichts wurden im Oktober und November vergangenen Jahres 3.338 Personen aus 97 Ländern und Territorien und aus 23 Industriesektoren befragt.

Zum Teilnehmerkreis gehören Kunden der internationalen Allianz-Gruppe unterschiedlichster Unternehmensgröße, Versicherungsmakler und Risikoexperten. Sie konnten bis zu drei Risiken angeben, die aus ihrer Sicht die für Unternehmen wichtigsten sind.

Cyberrisiken bleiben deutlich meistgenanntes Top-Risiko

Konstant auf Platz eins hält sich das Risiko von Cybervorfällen. Mit 42 Prozent hat es diesen Spitzenplatz sogar weiter ausgebaut und liegt nur knapp unter dem Wert von 2022.

Die anhaltende Spitzenplatzierung spiegle „die zunehmende Abhängigkeit von digitaler Technologie in einer Zeit wider, in der sich die Cyberbedrohungslandschaft sowie das geopolitische und regulatorische Umfeld rasch verändern“, kommentiert die Allianz.

„Die Investitionen großer Unternehmen in Cybersicherheit und Resilienz haben sich ausgezahlt und sorgen dafür, dass sie Angriffe frühzeitig erkennen und darauf reagieren können“, sagt Michael Bruch, Global Head of Risk Consulting Advisory Services bei Allianz Commercial.

„Allerdings entwickeln sich Cyberrisiken ständig weiter“, so Bruch. „Unternehmen sind zunehmend auf Drittanbieter für kritische Daten und Dienste angewiesen, während KI die Bedrohungen verstärkt, die Angriffsfläche vergrößert und bestehende Schwachstellen noch verschärft.“

KI-Risiken springen von Platz 10 auf Platz 2 vor

Einen kräftigen Sprung nach vorne machten mit künstlicher Intelligenz verbundene Risiken, mit 32 Prozent nach nur 10 Prozent im Vorjahr.

„2026 werden immer mehr Unternehmen versuchen den Einsatz von KI auszuweiten. Sie werden sich vermehrt mit Problemen hinsichtlich der Systemzuverlässigkeit, Datenqualität, Integrationshürden und dem Mangel an qualifizierten Fachkräften konfrontiert sehen“, sagt Allianz-Chefökonom Ludovic Subran.

„Gleichzeitig entstehen neue Haftungsrisiken im Zusammenhang mit automatisierten Entscheidungsprozessen, voreingenommenen oder diskriminierenden Modellen, dem Missbrauch geistigen Eigentums und der Ungewissheit darüber, wer haftet, wenn durch KI generierte Ergebnisse Schaden verursachen.“

Betriebsunterbrechungen – oft Folge anderer Risiken

„Zum ersten Mal überhaupt“, hebt die Allianz hervor, sind Betriebsunterbrechungen nicht mehr eines der beiden größten Risiken, sondern liegen auf Platz drei – allerdings mit weiterhin hohen 29 Prozent.

So betont die Allianz denn auch: „Betriebsunterbrechungen bleiben jedoch ein wichtiges Thema, da sie häufig eine Folge anderer Risiken in den globalen Top 10 sind.“ Die Allianz spricht dabei insbesondere geopolitischen Risiken an. Durch diese stünden Lieferketten zunehmend unter Druck.

Zuvor auf Platz drei, rutschten Naturkatastrophen auf Platz fünf, hinter das Risiko „rechtliche und regulatorische Veränderungen“. Die Allianz führt das unter anderem auf eine „ruhigere Hurrikan-Saison“ 2025 zurück.

Der Klimawandel belegt Platz sechs, politische Risiken rangieren auf Platz 7 und erreichen damit die höchste Platzierung seit Bestehen des Risk-Barometers.

Allianz Risk Barometer: Welche Risiken gelten als die wichtigsten? Die globalen Top Ten

#

Risiko

2026

2025

2024

2023

2022

2021

1.

Cybervorfälle (Cybercrime, IT-Problem/Ausfälle, Datenlecks, …)

42 %

38 % (1.)

36 % (1.)

34 % (1.)

44 % (1.)

40 % (3.)

2.

Risiken durch KI (Implementierung, Haftung, Desinformation, …)

32 %

10 % (10.)

9 % (12.)

13 % (6.)

9 % (12.)

9 % (11.)

3.

Betriebsunterbrechung (einschließlich Lieferkettenunterbrechung)

29 %

31 % (2.)

31 % (2.)

34 % (2.)

42 % (2.)

41 % (1.)

4.

Rechtliche und regulatorische Veränderungen (Zölle, Protektionismus, Sanktionen, …)

26 %

25 % (4.)

19 % (4.)

19 % (5.)

19 % (5.)

19 % (5.)

5.

Naturkatastrophen (Stürme, Hochwasser, Erdbeben, Waldbrände, …)

21 %

29 % (3.)

26 % (3.)

19 % (6.)

25 % (3.)

17 % (6.)

6.

Klimawandel (z.B. physische, betriebliche, finanzielle Folgen)

19 %

19 % (5.)

18 % (7.)

17 % (7.)

17 % (6.)

13 % (9.)

7.

Politische Risiken und Gewalt (politische Instabilität, Krieg, Terrorismus, …)

15 %

14 % (9.)

14 % (8.)

13 % (10.)

9 % (13.)

11 % (10.)

8.

Makroökonomische Entwicklungen (In-/Deflation, Geldpolitik, Sparprogramme, …)

14 %

15 % (7.)

19 % (5.)

25 % (3.)

11 % (10.)

13 % (8.)

9.

Feuer, Explosion

13 %

17 % (6.)

19 % (6.)

14 % (9.)

17 % (7.)

16 % (7.)

10.

Marktentwicklungen (Volatilität, verstärkter Wettbewerb, …)

13 %

14 % (8.)

13 % (9.)

11 % (11.)

15 % (8.)

19 % (4.)

Österreich: KI führt Risikoloste vor Cybervorfällen an

Das Risk Barometer enthält auch Auswertungen für einzelne Länder, darunter Österreich. Mit 57 Teilnehmern ist das Sample vergleichsweise klein, doch es zeigt sich ein ähnliches Bild wie auf internationaler Ebene.

In Österreich liegt KI mit 44 Prozent auf Platz eins der Risikoliste. Diese werde als zunehmendes Risiko empfunden, kommentiert Allianz-Österreich-CEO Daniel Matic. Von Datenabfluss und Manipulation bis zu Haftungs- und Reputationsschäden berge der Einsatz von KI viele Fallstricke. „klare Governance, sichere Daten- und Zugriffsmodelle sowie laufende Risiko-Checks“ seien gefragt.

Danach folgt das Cyberangriffsrisiko (32 Prozent). Platz drei belegen mit jeweils 26 Prozent Betriebsunterbrechungen, Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung sowie Klimawandel.

Naturkatastrophen rücken wieder etwas in den Hintergrund

Naturkatastrophen belegten 2025 noch Platz zwei, diesmal fällt dieses Risiko auf Platz sieben zurück.

„Das Jahrhunderthochwasser 2024 prägte ganz klar das letztjährige Risk Barometer für Österreich. Da die Lage 2025 etwas gemäßigter war, rückt auch die Gefahr durch Naturkatastrophen wieder in den Hintergrund“, erklärt Matic die Halbierung auf 21 Prozent.

Aber: „Auch wenn Naturkatastrophen im aktuellen Risk Barometer nicht ganz oben auf der Risikoliste der Österreicher standen, sollten wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Diese Risiken sind allgegenwärtig und sollten nicht unterschätzt werden, denn die nächste Naturkatastrophe kommt bestimmt.“

Allianz Risk Barometer 2026: Top 10 in Österreich

#

Risiko

2026

2025

2024

2023

1.

Künstliche Intelligenz

44 %

2.

Cybervorfälle

32 %

30 % (3.)

40 % (1.)

40 % (1.)

3.

Betriebsunterbrechung

26 %

43 % (1.)

23 % (3.)

32 % (3.)

Gesetzliche und regulatorische Veränderungen

26 %

14 % (8.)

23 % (3.)

14 % (10.)

Klimawandel

26 %

14 % (8.)

20 % (5.)

16 % (9.)

6.

Politische Risiken und Gewalt (politische Instabilität, Krieg, Terrorismus, …)

23 %

22 % (4.)

7.

Naturkatastrophen

21 %

43 % (1.)

17 % (6.)

22 % (6.)

8.

Makroökonomische Entwicklungen

18 %

22 % (4.)

37 % (2.)

24 % (4.)

Marktentwicklungen (Wettbewerb, M&A, Stagnation, …)

18 %

19 % (6.)

14 % (8.)

10.

Fachkräftemangel

12 %

14 % (8.)

17 % (6.)

24 % (4.)

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Elementarschaden · Marktforschung · Unwetter · Versicherungsmakler
 
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