Riskine: Neues Modell für den Datenverkehr

14.7.2020 – Der Datenverkehr zwischen den Akteuren in der Versicherungsbranche soll durch ein einheitliches Datenmodell einfacher werden, so der Grundgedanke eines Projekts, das das Insurtech Riskine veröffentlicht hat. Als Ersatz für OMDS oder Bipro will man es nicht verstanden wissen, vielmehr handle es sich um eine Ergänzung zu bestehenden Standards.

„Open Ontology“ – so nennt sich ein neues Open-Source-Projekt, das das Wiener Insurtech Riskine GmbH, zuletzt in Kooperation mit der Berliner Wefox-Tochter Koble Platform GmbH, entwickelt hat.

Sein Zweck ist, es den Akteuren im „Versicherungsökosystem“ zu erleichtern, miteinander zu kommunizieren, zumal es zahlreiche Komponenten gebe, die hierfür standardisiert werden müssen. Es gebe zwar viele Standards, zwischen diesen aber auch Unterschiede etwa in Umfang oder Struktur.

Die Open Ontology soll nun als ein einheitliches Datenmodell dienen, das „nicht auf ein Land eingeschränkt ist, sondern in allen Ländern mit derselben Datenstruktur arbeitet“ und das „es zulässt, schnell Microservices und APIs („application programming interface“: Programmierschnittstellen; Anm.) darauf basierend aufzubauen“, erklärt Riskine.

Nicht Ersatz, sondern Ergänzung für bestehende Standards

Bestehende Standards wie OMDS und Bipro sollen „nicht ersetzt, sondern ergänzt werden“, hält Riskine gegenüber dem VersicherungsJournal fest. Die Idee sei, „das Ökosystem mit einer modernen, offenen Technologie zu bereichern und damit digitale Innovation zu fördern“.

Die Entwicklung habe unter anderem auf dem Gedanken aufgebaut, ein „für moderne Technologien optimiertes“ Datenmodell zu haben, das „für alle Beratungs- oder besser gesagt Kunden-Use-Cases (ganzheitliche Beratung, Pensions-/Produktberatungen, Tarifberechnungen u.a.)“ und – für größere Akteure relevant – auch grenzüberschreitend einsetzbar ist.

„Datenmodelle der bestehenden Standards und der Open Insurance Ontology lassen sich aufeinander abbilden und damit ineinander übersetzen“, sagt Riskine. „Somit haben Nutzer der darauf basierenden Software automatisch Zugang zu einem noch breiteren Spektrum an Software und Technologien.“

Es gebe auch bestehende Standards, die kein oder nur teilweise Datenmodelle vorgeben, „hier kann die Open Insurance Ontology einfach als Datenmodell verwendet werden“.

Vermittler sollen indirekten Nutzen haben

„Die Open Insurance Ontology und Vorstufen davon sind in all unseren Services im Einsatz“, fügt Riskine hinzu.

Und was bedeutet sie für die alltägliche Arbeit des Versicherungsvermittler? Was verändert oder verbessert sich für ihn im Vergleich zur bisherigen Arbeitsweise, und wie baut er sie in seine Infrastruktur ein?

Der praktizierende Vermittler nutze die Open Insurance Ontology nicht direkt, „es handelt sich dabei um eine grundlegende Deeptech-Innovation und nicht eine Endnutzersoftware“, erläutert Riskine.

Für die Vermittler ergebe sich aber indirekt ein Nutzen in Gestalt neuer Softwarelösungen bzw. Versicherungsprodukte, die auf Basis des Datenmodells ermöglicht werden.

Keine direkte Monetarisierung, sondern Umwegrentabilität

„Die Ontologie und die Schemas sind frei für jeden zur Verwendung“, so Riskine. Dahinter stehe „kein direktes Monetarisierungsmodell“. Riskine verspricht sich aber „wesentliche Vorteile, die im Endeffekt auch auf unser Geschäftsmodell einzahlen“.

Dazu zählt das Unternehmen schnellere Produktimplementierungen für die eigenen B2B-Kunden durch gemeinsame Nutzung der Ontologie, das Anbieten neuer Produkte und/oder Projekte auf Basis der Ontologie und die die Mobilisierung von Versicherungsbranche bzw. IT-Experten zur „konstanten Verbesserung“ der Ontologie.

Nicht zuletzt soll sie die „Generierung von Berührungspunkten“ mit Versicherern, Banken, Maklern, Insurtechs, Brancheninstituten und das „Alignment mit deren Vision“ fördern.

Und: „Ein fixes, gemeinschaftlich überprüftes und gültiges Referenzmodell ist auch für unseren eigenen Gebrauch und die laufende Entwicklung unserer Beratungsprodukte von erheblichem Vorteil.“

Weiterführende Information

Informationen zum Projekt sind unter der Adresse openontology.org abrufbar, Details zur Technik auf Github.

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Insurtech · Versicherungsvermittler
 
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