WERBUNG

Senioren-Unfallbilanz: Mehr als eine Viertelmillion im Spital

21.8.2026 – Letztes Jahr mussten laut KFV österreichweit rund 266.100 Personen im Alter an 65 Jahren wegen eines Unfalls im Spital behandelt werden, 2.553 starben infolge eines Unfalls. Die meisten Seniorenunfälle ereignen sich im Haushalt, meist sind es Stürze. In der privaten Unfallversicherung waren 2025 rund viereinhalb Millionen Risiken erfasst, das Leistungsvolumen betrug rund eine Milliarde Euro.

Person mit Gehhilfe (Bild: Curated Lifestyle/Unsplash)
Bild: Curated Lifestyle/Unsplash

Für viele Menschen beginne mit der Pension eine aktive Lebensphase mit mehr Zeit für Familie, Bewegung und neue Hobbys. Aktuellen Zahlen zeigten, dass daher auch Unfallprävention in dieser Lebensphase „zunehmend wichtiger wird“, ließ das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Donnerstag wissen.

2015 mussten den Angaben zufolge noch rund 218.300 Unfallopfer in einem Alter ab 65 Jahren im Spital behandelt werden. 2025 seien es bereits rund 266.100 gewesen, ein Anstieg um zirka 23 Prozent. 2.553 Menschen in dieser Altersgruppe starben infolge eines Unfalls.

Zum Teil führt das KFV diese Entwicklung auf das Bevölkerungswachstum in dieser Altersgruppe zurück: 2025 seien bereits rund 1,86 Millionen Menschen im Alter „65 plus“ gewesen, stellt das KFV unter Berufung auf die Statistik Austria fest. Dies bedeute einen Anstieg um rund 17 Prozent gegenüber 2015.

Zwei Drittel der Unfälle passieren zu Hause

Die meisten Seniorenunfälle passieren laut KFV im Haushalt (64 Prozent). Die unfallträchtigsten Bereiche zu Hause seien Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer.

Mit Abstand die meisten Unfälle im Haushalt gebe es durch Stürze – meistens wegen „Stolperfallen“ wie etwa Kabel, Bodenunebenheiten oder herumliegende Gegenstände sowie wegen rutschiger Böden. Auch auf Treppen komme es immer wieder zu Stürzen.

Stürze besonders häufig, Kopfverletzungen besonders gefährlich

Die häufigste Verletzungsfolge von Stürzen sind (über 60 Prozent). Häufig seien Handgelenke, Unterarme oder Oberschenkel betroffen, wobei gerade Oberschenkelhalsbrüche „schwerwiegende Verletzungen mit oft langwierigen Einschränkungen“ sind, wie das KFV betont.

Kopfverletzungen seien zwar seltener, aber potenziell freilich besonders gefährlich, wenn etwa eine Gehirnerschütterung oder Blutungen im Kopf auftreten. Gerade Senioren seien hierfür altersbedingt anfälliger.

Bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen, könne das Blutungsrisiko zusätzlich erhöht sein, hebt das KFV hervor.

Wenn bei einem Sturz der Kopf am Boden aufprallt, sei daher eine umgehende ärztliche Abklärung nötig. „Beschwerden können teilweise erst zeitverzögert auftreten, daher kann Abwarten fatal enden.“

Mehr als eine Milliarde Euro aus der privaten Unfallversicherung

2025 waren laut Versicherungsverband (VVO) 4,50 Millionen Risiken (–1,2 Prozent gegenüber 2024) in der privaten Unfallversicherung erfasst (davon 85.502 in einer Betriebsunterbrechungsversicherung für freiberuflich und selbstständig Tätige).

Die Anzahl der Schaden- und Leistungsfälle belief sich auf 274.627 (+0,8 Prozent), davon 6.284 (–6,2 Prozent) in der erwähnten BU-Versicherung.

Das Leistungsvolumen betrug 1,09 Milliarden Euro (+18,4 Prozent). Davon entfielen 41 Millionen (+34,0 Prozent) auf die Betriebsunterbrechungsversicherung für freiberuflich und selbstständig Tätige entfiel, beim großen „Rest“ wuchsen die Leistungen um 17,9 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro.

Bewegung machen und Sicherheitsvorkehrungen treffen

Älterwerden bedeute nicht, auf Aktivität oder Selbstständigkeit verzichten zu müssen, unterstreicht Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Regelmäßige Bewegung fördere Kraft, Gleichgewicht und Trittsicherheit. Auch kleine, schnell umsetzbare Anpassungen in der Wohnumgebung seien ein Beitrag zu höherer Sicherheit.

„Dazu gehören eine gute Beleuchtung, das Entfernen von Stolperfallen, rutschhemmende Unterlagen sowie gut erreichbare Haltegriffe im Badezimmer. Auch gut sitzende und rutschfeste Schuhe können das Risiko für Sturzunfälle reduzieren“, erklärt Trauner-Karner.

„Wichtig ist es, diese Maßnahmen möglichst frühzeitig umzusetzen – nämlich bereits dann, wenn man sich noch gesund und fit fühlt.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Pension  · Senioren
 
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
10.7.2026 – Ein Großteil der Österreicher stellt sich die Frage, ob die finanziellen Mitteln im Alter ausreichen werden. Die Entscheidung zur Vorsorge trifft auf manche Hürden. Viele fühlen sich von der Wahl des passenden Produkts überfordert. (Bild: Getty Images/Unsplash) mehr ...
 
26.6.2026 – Wie und ob sich die Generation 50+ auf den Ruhestand finanziell vorbereitet, was in den nächsten Jahren beim Pensionssystem in Österreich zu erwarten ist und wie man auch in höherem Alter noch vorsorgen kann, waren Themen eines Seminars von Standard Life. (Bild: Standard Life) mehr ...