So dicht ist Österreich versichert

24.6.2019 – 2018 gaben die Österreicher pro Kopf im Schnitt 1.960 Euro für Versicherungen aus. Die „Versicherungsdichte“ ist damit nach zwei Jahren des Rückgangs wieder leicht gestiegen, allerdings ist das Plus nur dem Nichtleben-Segment zu verdanken. Die Versicherungsdurchdringung, die die Prämien in Prozent des BIP ausdrückt, sank das vierte Jahr in Folge, von 4,62 auf 4,49 Prozent – wenig überraschend, nachdem das Prämien- deutlich hinter dem BIP-Wachstum zurückblieb.

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Österreichs Versicherungswirtschaft hat 2018 laut Versicherungsverband (VVO) 17,333 Milliarden Euro an verrechneten Prämien eingenommen. Verglichen mit 2017, ist das eine Steigerung um 1,3 Prozent. Die Einwohnerzahl Österreichs wuchs im letzten Jahr um 0,56 Prozent auf 8,84 Millionen.

Stellt man nun das Prämienvolumen der Bevölkerungsgröße gegenüber, so ergibt sich daraus die „Versicherungsdichte“, anders gesagt: die durchschnittliche Höhe der Prämien pro Kopf.

Im Schnitt 1.960 Euro pro Kopf

Nach einem Höhepunkt im Jahr 2017 – damals war der Wert auf 2.015 Euro gestiegen – ging die Versicherungsdichte zurück. 2018 legte sie wieder ein wenig zu, blieb aber mit 1.960 Euro weiter unter dem „2.000er“.

Als „Bremse“ der Entwicklung stellte sich aber auch 2018 die Lebensversicherung dar. Hier sank die Versicherungsdichte nochmals, sogar relativ deutlich von 660 auf 633 Euro. Wenn man in der Zeit zurückgeht, findet man erst in den 90er-Jahren niedrigere Werte. Vom Spitzenwert 2010 (903 Euro) war man 2018 fast ein Drittel entfernt.

„Gerettet“ hat den Schnitt also die Nichtleben-Versicherung, die ihren langjährigen Aufwärtstrend auch 2018 fortsetzte. Die Versicherungsdichte in diesem Segment klettert von 1.285 auf 1.327 Euro.

Prämien pro Kopf, in Euro (Versicherungsdichte)

Jahr

Leben

Nichtleben

Gesamt

Bevölkerung

2010

903

1.099

2.002

8.361.069

2011

833

1.128

1.961

8.388.534

2012

773

1.160

1.933

8.426.311

2013

767

1.191

1.958

8.477.230

2014

791

1.216

2.007

8.543.932

2015

779

1.237

2.017

8.629.519

2016

699

1.250

1.949

8.739.806

2017

660

1.285

1.945

8.795.073

2018

633

1.327

1.960

8.844.115

Versicherungsdurchdringung sinkt und sinkt

Setzt man das Prämienvolumen in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, so ergibt sich daraus eine weitere Kennzahl, die „Versicherungsdurchdringung“ – und die sinkt seit Jahren kontinuierlich.

Während das BIP 2018 nominell um 4,4 Prozent auf 386,06 Milliarden Euro wuchs, verringerte sich die Versicherungsdurchdringung – angesichts des weit weniger stark gewachsenen Prämienvolumens – von 4,62 (2017) auf 4,49 Prozent.

Auch hier muss man zurück vor die Jahrtausendwende blicken, um niedrigere Werte ausfindig zu machen. 2005 war ein Höchstwert von 6,02 Prozent erreicht worden.

Nach Sparten getrennt, fiel die Versicherungsdurchdringung in der Lebensversicherung von 1,57 auf nur noch 1,45 Prozent. Im Nichtleben-Segment reduzierte sie sich ebenso, allerdings weniger stark: Nach 3,06 Prozent 2017 waren es im vergangenen Jahr 3,04 Prozent.

Höhe der Versicherungsprämien, gemessen in Prozent des BIP (Versicherungsdurchdringung)

Jahr

BIP
(nominell,
in Mrd. Euro)

Prämien (in Mio. Euro) *

Durchdringung

Leben

N.-Leben

Gesamt

Leben

N.-Leben

Gesamt

2010

295,90

7.552

9.191

16.743

2,55 %

3,11 %

5,66 %

2011

310,13

6.988

9.464

16.452

2,25 %

3,05 %

5,30 %

2012

318,65

6.516

9.775

16.291

2,04 %

3,07 %

5,11 %

2013

323,91

6.499

10.100

16.599

2,01 %

3,12 %

5,12 %

2014

333,15

6.754

10.392

17.146

2,03 %

3,12 %

5,15 %

2015

344,26

6.726

10.678

17.404

1,95 %

3,10 %

5,06 %

2016

356,24

6.109

10.925

17.034

1,71 %

3,07 %

4,78 %

2017

369,90

5.802

11.303

17.104

1,57 %

3,06 %

4,62 %

2018

386,06

5.596

11.737

17.333

1,45 %

3,04 %

4,49 %

Schlagwörter zu diesem Artikel
Lebensversicherung
 
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