So hat sich Österreichs „Fuhrpark“ verändert

16.1.2020 – Die Anzahl der in Österreich zugelassenen Pkws hat 2019 die Fünf-Millionen-Marke geknackt. Auch bei Lkws, Motorrädern und Wohnmobilen gab es Zuwächse. Insgesamt waren Ende des Jahres knapp 7,0 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen, ein Plus von 1,5 Prozent. Bei den Pkw-Neuzulassungen ist das Interesse an stärkeren Motoren gestiegen, jenes an schwächeren gesunken.

Der Fahrzeugbestand in Österreich ist im letzten Jahr wieder gewachsen. Das zeigen aktuelle, vorläufige Zahlen, die die Statistik Austria am Mittwoch veröffentlicht hat.

Insgesamt waren zum Jahresende knapp unter 7,0 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen, eine Zunahme um 1,5 Prozent. Rechnet man noch die Anhänger hinzu, so waren 7,82 Millionen Zulassungen aufrecht, das bedeutet einen Anstieg um 1,6 Prozent.

Jetzt mehr als fünf Millionen Pkws

72,0 Prozent aller Kfz waren Personenkraftwagen, in absoluten Zahlen haben sie 2019 die Fünf-Millionen-Marke übersprungen: 5,04 Millionen Pkws waren zugelassen.

Innerhalb der Gruppe der Pkws wiederum machten Diesel-Fahrzeuge mit 55,0 Prozent den größten Anteil aus. Er ist aber gegenüber 2018 geringfügig zurückgegangen.

Mehr Elektro-Pkws, mehr Motorräder, mehr Wohnmobile

Merklich gewachsen ist das Segment der elektrisch angetriebenen Pkws und „Elektrohybride“ – dies freilich von einem sehr niedrigeren Niveau aus. In Summe kamen sie auf 81.340 Stück, was einer Zunahme von 41,8 Prozent und einem Anteil von 1,16 Prozent an allen Kfz entspricht.

Stärker zugelegt haben Wohnmobile, ihre Anzahl wuchs um 7,5 Prozent auf 30.136, und auch die Motorräder (Leichtmotorräder mitgezählt) haben sich „vermehrt“, nämlich um 2,8 Prozent auf 549.769.

Ebenso mehr Zulassungen gab es bei Lastkraftwagen. Die „österreichische Lkw-Flotte“ vergrößerte sich um 3,8 Prozent auf knapp eine halbe Million Fahrzeuge.

Fahrzeugbestand in Österreich Ende 2019 (vorläufig) im Vergleich zu Ende 2018

Ausgewählte Fahrzeugarten

Anzahl Ende 2019

+/– ggü. Ende 2018

Anteil an Kfz Ende 2019

Anteil an Kfz Ende 2018

Personenkraftwagen (Klasse M1)

– Benzin inkl. Flex-Fuel

– Diesel

– Benzin/Elektro (hybrid)

– Elektro

– Diesel/Elektro (hybrid)

– Benzin/Erdgas (bivalent)

– Erdgas

– Benzin/Flüssiggas (bivalent)

– Wasserstoff (Brennstoffzelle)

– Flüssiggas

5.039.548

2.179.236

2.772.854

45.645

29.523

6.172

3.143

2.602

330

41

2

+1,2 %

+1,9 %

–0,1 %

+33,9 %

+41,7 %

+150,6 %

–1,1 %

+10,0 %

–0,9 %

+70,8 %

+/–0,0 %

72,0 %

43,2 %

55,0 %

0,9 %

0,6 %

0,1 %

0,1 %

0,1 %

0,0 %

0,0 %

0,0 %

72,2 %

43,0 %

55,8 %

0,7 %

0,4 %

0,0 %

0,1 %

0,0 %

0,0 %

0,0 %

0,0 %

Motorräder (inkl. Leichtmotorräder)

549.769

+2,8 %

7,9 %

7,8 %

Motorfahrräder (Antriebsgeschwindigkeit max. 45 km/h; max. 50 ccm und 4 kW)

272.483

–0,7 %

3,9 %

4,0 %

Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen (Traktoren und Zweiachsmäher)

468.078

+0,8 %

6,7 %

6,7 %

Lastkraftwagen

– Kl. N1 (bis 3,5 t Gesamtgewicht)

– Kl. N2 (über 3,5 t bi 12 t)

– Kl. N3 (über 12 t)

494.585

440.582

10.509

43.494

+3,8 %

+4,2 %

–3,6 %

+1,9 %

7,1 %

6,9 %

Wohnmobile

30.136

+7,5 %

0,4 %

0,4 %

Sattelzugfahrzeuge

19.334

+2,3 %

0,3 %

0,3 %

Kraftfahrzeuge insgesamt
(inkl. hier nicht gesondert
genannte Fahrzeugarten)

6.996.222

+1,5 %





Anhänger

827.927

+2,3 %

Kfz und Anhänger insgesamt

7.824.149

+1,6 %

Pkw-Neuzulassungen: weniger Benziner und Diesel, mehr alternative

Ein Blick auf die Pkw-Neuzulassungen zeigt, dass deren Anzahl um 3,4 Prozent auf 329.363 gesunken ist. Rückgänge gab es sowohl bei Diesel als auch Benzinern, alternativ betriebene Fahrzeuge haben demgegenüber zugelegt.

Neuzulassungen von Pkw mit reinem Elektroantrieb nahmen auf 9.242 zu (+36,8 Prozent), ihr Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen stieg von 2,0 auf 2,8 Prozent.

„Die meisten Elektro-Pkw wurden in Wien neu zugelassen (Anteil: 19,9%), gefolgt von Niederösterreich (17,8%), Oberösterreich (16,8%) und der Steiermark (14,8%)“, berichtet die Statistik Austria.

Pkw-Neuzulassungen 2012 bis 2019 nach Kraftstoffart (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: Statistik Austria).

Wer die Zulassungsbesitzer sind

Dabei waren es auch 2019 noch vorwiegend juristische Personen, Firmen bzw. Gebietskörperschaften, auf die Neuzulassungen von Elektro-Pkws entfallen (80,9 Prozent; 2018: 80,1 Prozent). 19,1 Prozent der neuen Elektro-Pkws gingen demnach an private Besitzer.

Zum Vergleich: Über alle Antriebsarten hinweg lag der Anteil privater Besitzer an den Pkw-Neuzulassungen bei 33,2 Prozent (2018: 36,2 Prozent). In den letzten fünf Jahren bewegte sich dieser Wert stets bei gut einem Drittel.

Trend zu stärkeren Motoren

Schlüsselt man die Pkw-Neuzulassungen nach Kilowatt auf, so erkennt man einen Trend hin zu einer stärkeren Motorisierung. Pkws mit mehr als 92 kW (125 PS) wurden stärker nachgefragt als im Vorjahr, an den unteren Leistungsklassen sank das Interesse.

Pkw-Neuzulassungen 2012 bis 2019 nach kW-Klassen (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: Statistik Austria).

Im Schnitt höhere CO2-Emissionswerte

Vor diesem Hintergrund und angesichts der laufenden Klimadebatte stellt sich die Frage, was dieser Trend für den Schadstoffausstoß bedeutet. Wie die Statistik Austria analysiert hat, weisen die Fahrzeuge insgesamt im Schnitt einen höheren CO2-Wert auf als 2018.

„Die CO2-Emissionen von allen neu zugelassenen Pkw (inkl. jene mit Elektro- und Wasserstoffantrieb) betrugen – laut vorläufigen Daten basierend auf Messungen im Rahmen des neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) – im Jahr 2019 im Durchschnitt 126 g/km (2018: 123 g/km)“, stellen die Statistiker fest.

2019 sei der Wert für Benziner von 125 g/km (2018) auf 128 g/km gestiegen (2000: 176 g/km). Bei Dieselfahrzeugen nahm er von bei 129 auf 133 g/km zu (2000: 162 g/km). „Der durchschnittliche CO2-Wert ohne Pkw mit Elektro- und Wasserstoff (Brennstoffzelle)-Antrieb würde 129 g/km (2018: 126 g/km) betragen.“

Pkw-Neuzulassungen 2000 bis 2019: Schadstoffemissionen (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: Statistik Austria).

Geländefahrzeuge/SUVs vor Kompaktklasse und Kleinwagen

Beliebtestes Segment bei Pkw-Neuzulassungen sind Geländefahrzeuge und SUVs: Sie hatten 2019 einen Anteil von 31,9 Prozent (105.102 Fahrzeuge). Dahinter folgten Kompaktklasse (24,7 Prozent, 81.479 Fahrzeuge) und Kleinwagen (18,8 Prozent; 61.992 Fahrzeuge).

Laut Statistik Austria lagen die durchschnittlichen CO2-Emissionen bei Geländefahrzeugen/SUVs bei 136 g/km, bei der Kompaktklasse bei 115 g/km sowie bei Kleinwagen bei 112 g/km.

Pkw-Neuzulassungen 2012 bis 2019 nach Segmenten (Quelle: Statistik Austria)
Zum Vergrößern Grafik anklicken (Quelle: Statistik Austria).
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Pkw
 
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