So schätzen die Österreicher derzeit ihre finanzielle Lage ein

10.9.2020 – In einer im Mai durchgeführten Studie hat das Gallup Institut die subjektive finanzielle Lage der Österreicher abgefragt. Gegenüber der vorangegangenen Befragung haben sich Lebenszufriedenheit, eigene wirtschaftliche Lage und finanzielles Durchhaltevermögen der heimischen Bevölkerung deutlich verschlechtert. Verhältnismäßig gut stehen immer noch Menschen mit hoher finanzieller Bildung da, doch auch ihre Situation leidet unter der Pandemie.

In seiner Studie zur Finanzbildung (VersicherungsJournal 3.9.2020) hat das Österreichische Gallup Institut auch die subjektive finanzielle Lage der österreichischen Bevölkerung abgefragt.

Für die laut Gallup bevölkerungsrepräsentative Studie wurden im Mai dieses Jahres mit 1.000 Menschen persönliche Interviews in den Haushalten geführt.

Es zeige sich, dass Finanzbildung mit dem später erreichten Lebensstandard und dem so erlangten finanziellen Spielraum, für unerwartete Situationen vorzusorgen, korreliere, so Gallup.

Lebenszufriedenheit gesunken

Nur noch 54 Prozent der Befragten waren bei der aktuellen Studie mit ihrem Leben „alles in allem“ zufrieden (Noten eins bis drei auf einer zehnstufigen Skala); 2017 hatten noch 62 Prozent ihre Lebenszufriedenheit als hoch bezeichnet.

Am zufriedensten zeigen sich dabei Menschen mit hohem Einkommen: 69 Prozent derer, die über mehr als 3.000 Euro monatlich verfügen, vergeben die Noten eins bis drei.

Überdurchschnittlich zufrieden sind auch Jüngere (14 bis 29 Jahre, 63 Prozent) sowie Menschen mit guten Finanzkenntnissen (63 Prozent). Letzteres dürfte damit zusammenhängen, dass dieses Segment auch zu den Besserverdienenden gehört, so Gallup.

Weitgehend unzufrieden mit ihrem Leben (Noten acht bis zehn) sind sechs Prozent aller Studienteilnehmer. Höher ist dieser Anteil bei Menschen mit geringen Finanzkenntnissen (neun Prozent) und bei Über-50-Jährigen (sieben Prozent).

Eigene wirtschaftliche Lage verschlechtert

In der aktuellen Umfrage schätzten sieben Prozent ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als sehr gut, weitere 48 Prozent als gut ein. Das sind deutlich weniger als 2017: Damals sprachen acht Prozent von einer sehr guten und 55 Prozent von einer guten Situation.

Am positivsten sehen Personen mit hoher Finanzkompetenz ihre wirtschaftliche Lage: 71 Prozent von ihnen beurteilen diese mit sehr oder eher gut. Gegenüber 2017 bedeutet aber auch das einen starken Rückgang – damals hatten 81 Prozent ihre Lage so eingeschätzt.

Auch die Generation 50+ befindet sich mehrheitlich in einer guten wirtschaftlichen Lage: 60 Prozent bezeichnen diese als sehr gut oder gut, obwohl bei der vorhergehenden Frage nur 54 Prozent aus dieser Gruppe angegeben hatten, mit ihrem Leben zufrieden zu sein.

In einer eher oder sehr schlechten wirtschaftlichen Lage befinden sich nach eigener Einschätzung 41 Prozent der Studienteilnehmer (2017: 33 Prozent); unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 48 Prozent, unter jenen mit geringen Finanzkenntnissen sogar 55 Prozent.

Reserven sind zurückgegangen

Fast drei Viertel aller Österreicher (72 Prozent) könnten nicht einmal sechs Monate ohne ein laufendes Einkommen durchhalten. Nur zehn Prozent könnten ihre Lebenshaltungskosten mit vorhandenen Reserven länger als ein halbes Jahr bestreiten, der Rest machte keine Angaben.

Dies sei Folge der Corona-Krise, wie Gallup erklärt. 2017 reichten die vorhandenen Reserven noch für fünf Prozent länger als ein Jahr und für weitere 15 Prozent zwischen sechs und zwölf Monate.

Menschen mit guten Finanzkenntnissen (17 Prozent halten mehr als sechs Monate durch) und Ältere (Über-50-Jährige, 19 Prozent) schneiden zwar auch hier besser ab, besitzen gegenüber 2017 aber ebenfalls deutlich weniger an Reserven. Die entsprechenden Werte lagen damals bei 29 bzw. 26 Prozent.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Marktforschung · Senioren
 
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
14.7.2020 – In einer österreichweiten Umfrage sollten 1.000 Personen angeben, wie gut sie mit ihren Haushaltskosten vertraut sind, auch mit jenen zu Versicherung und Vorsorge. (Bild: Lampert) mehr ...
 
6.5.2020 – Laut einer Umfrage hat Corona bei vielen Österreichern zu Einkommenseinbußen geführt. Erhoben wurde auch, in welchen Bereichen in Folge dessen auf Konsum verzichtet wird. (Bild: Durchblicker) mehr ...