Städtische analysierte Trends bei Motorrädern

13.4.2021 – Das durchschnittliche Alter der österreichischen Motorradfahrer steigt, ebenso die durchschnittliche Motorleistung ihrer Maschinen. Das jedenfalls besagt eine Auswertung, der Daten der Wiener Städtischen zugrunde liegen. Die PS-Stärke sei innerhalb von zehn Jahren im Schnitt um fast 20 Prozent gesunken.

Aktuell, das heißt per Ende Februar, sind in Österreich laut Statistik Austria 568.663 Motorräder zum Verkehr zugelassen. Das entspricht 7,2 Prozent aller Kraftfahrzeuge. Ende 2020 wurden 32.204 Motorrad-Neuzulassungen gezählt – im Jahresvergleich ein Zuwachs um 16,3 Prozent.

Momentan geht es zwar noch eher winterlich zu, der „tatsächliche“ Frühlingsbeginn sollte aber nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Aus diesem Anlass hat die Wiener Städtische Versicherung AG – sie hat am Kfz-Versicherungsmarkt einen Anteil von 10,74 Prozent (2019) – ihr Datenmaterial rund ums Motorrad analysiert und liest daraus manche Entwicklungen ab.

Weniger PS

„Wir bemerken schon seit mehreren Jahren, dass die Motorisierung der Motorräder kontinuierlich zurückgeht“, sagt Vorstandsdirektorin Doris Wendler in einer Aussendung vom Montag. „Motorradfahren wird immer beliebter, wandelt sich aber immer mehr zu einem Lifestyle-Vergnügen.“

Die Motorleistung ist nach den Daten der Städtischen innerhalb von zehn Jahren im Schnitt um mehr als 17 Prozent gesunken. Bei Frauen sei der Rückgang mit knapp 28 Prozent größer als bei Männern mit rund 16 Prozent.

„Fuhren Männer im Jahr 2011 noch Motorräder mit durchschnittlich 59,5 PS, so waren es zuletzt nur mehr knapp über 50 PS. Bei Frauen fiel der Durchschnittswert innerhalb der letzten zehn Jahre um 12,4 PS.“ Ein Trend bleibe aber stabil, nämlich Motorradfahren als Domäne von Männern.

PS-Entwicklung bei Motorrädern seit 2011 (Grafik: Wiener Städtische)
PS-Entwicklung bei Motorrädern seit 2011 (Grafik: Wiener Städtische).
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Vorarlberger sitzen auf den meisten PS, Oberösterreicher auf den wenigsten

Im Ländervergleich zeigt sich Vorarlberg am PS-stärksten: Die Männer im westlichsten Bundesland fahren Motorräder mit durchschnittlich 59,2 PS, die Frauen mit durchschnittlich 41 PS, dahinter folgen die Steiermark und Niederösterreich.

In Wien, Kärnten und Oberösterreich begnügt man sich demnach mit etwas weniger Motorkraft. Mit durchschnittlich 47,6 PS (Männer) und 33,2 PS (Frauen) rangiert Oberösterreich an letzter Stelle.

In Oberösterreich ging der Durchschnitt der Motorleistung am stärksten zurück, während Vorarlberg diesem österreichweiten Trend nicht gefolgt sei, fügt Wendler hinzu.

PS-Stärken, nach Bundesländern und Geschlecht (Grafik: Wiener Städtische)
PS-Stärken, nach Bundesländern und Geschlecht (Grafik: Wiener Städtische). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Ältere Biker

Die Städtische-Zahlen zeigen auch einen Anstieg des Durchschnittsalters: „Waren vor zehn Jahren noch 40 Prozent in der Altersgruppe 46 bis 65+, so stieg dieser Wert deutlich auf 53 Prozent an.“

Als bemerkenswert stuft der Versicherer die Zunahme in der Altersgruppe der 56- bis 65-Jährigen ein: In dieser sei der Wert um sieben Prozentpunkte auf 17 Prozent geklettert.

„Schadenshotspot“ Wien

Die Auswertung der Schadensfälle mache deutliche Unterschiede in den Bundesländern sichtbar, berichtet die Städtische weiter.

An der Spitze liege mit 39 Prozent klar die Bundeshauptstadt. Das sei auch dadurch zu erklären, dass in Wien das Verkehrsaufkommen höher und dichter sei als anderswo.

Hinter Wien folgen Niederösterreich mit 22,7 Prozent und die Steiermark mit 12,6 Prozent. Vorarlberg liegt mit 1,5 Prozent am Ende der Schaden-Skala.

„Insgesamt gesehen, sind die Schadenszahlen im Zehn-Jahres-Vergleich leicht rückläufig“, so die Städtische.

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Kfz-Versicherung · Versicherungsmarkt
 
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