Studie: Präsenz von Robotern nimmt zu

7.11.2018 – Sowohl im professionellen als auch im privaten Bereich hat die Anzahl der Roboter 2017 zugenommen, wie ein internationaler Bericht besagt. Diesem zufolge wurden knapp 110.000 und damit nahezu doppelt so viele „Service“-Roboter für den professionellen Einsatz verkauft wie 2016. Bei Industrie-Robotern sei ein „neuer Rekord von 381.000 ausgelieferten Einheiten“ erreicht worden.

„Robo-Berater“ treten zwar als Diskussionsthema immer wieder in Erscheinung, praktisch relevanter sind Roboter für die Versicherungsbranche aber eher als „Versicherungsobjekt“, soweit sie etwa in der Industrie und inzwischen mitunter auch im Privatbereich im Einsatz sind.

Nach dem jüngsten „World-Robotics-Report“ der International Federation of Robotics (IFR) wurden 2017 weltweit rund 109.500 „Service-Roboter“ für den professionellen Einsatz verkauft (+85 Prozent gegenüber 2016). Für 2018 geht die IFR von 165.300 verkauften Einheiten aus.

Logistiksysteme am stärksten nachgefragt

Am stärksten nachgefragt (2017) seien Logistiksysteme mit 63 Prozent der verkauften Einheiten und 36 Prozent des Umsatzwertes. 2017 wurden 69.000 Logistiksysteme installiert (+162 Prozent), davon 6.700 fahrerlose Transportsysteme in Produktionsumgebungen und 62.200 außerhalb des produzierenden Gewerbes.

Auch Medizin-Roboter (rund 2.900 verkaufte Stück; +73 Prozent) hätten sich als Service-Roboter „mit großem Wachstumspotenzial“ etabliert. Die wichtigsten Anwendungsgebiete: Chirurgie oder Therapie- und Rehabilitationsroboter.

„Bei der Umsatzprognose 2018 bis 2021 erwarten wir für das Professional-Service-Segment ein kumuliertes Volumen von rund 46 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 40,3 Milliarden Euro; Anm.)“, sagt Gudrun Litzenberger, Generalsekretärin der IFR.

Medizin-, Logistik- sowie Feld-Roboter – letztere sind großteils Melkroboter – seien die wichtigsten Wachstumstreiber.

Zunahme auch bei Robotern im privaten Umfeld

Gleichzeitig ist nach Angaben der IFR die Anzahl privat eingesetzter Service-Roboter, die Menschen im Alltag unterstützen oder der Unterhaltung dienen, um ein Viertel auf 8,5 Millionen gewachsen.

Schätzungen zufolge seien fast 6,1 Millionen Roboter für Aufgaben im Haushalt, wie Staubsaugen, Rasenmähen oder Fensterputzen, verkauft worden (+31 Prozent). Die tatsächliche Zahl könne aber deutlich größer sein, da die IFR-Umfrage diesen Bereich noch nicht vollständig erfasse.

„Bodenreinigungsroboter, Robotermäher und Edutainment-Roboter – letztere werden zunehmend als Sozialroboter bezeichnet – sind zunehmend Teil unseres Lebens geworden“, sagt Studienautor Martin Hägele.

„Zukünftige Produktvisionen weisen auf Haushaltsroboter von höherer Komplexität, Leistungsfähigkeit und Wert hin, wie beispielsweise Assistenz-Roboter zur Unterstützung älterer Menschen, als Helfer bei der Hausarbeit und zur Unterhaltung“, so Hägele weiter.

„Neuer Rekord“ beim Absatz von Industrie-Robotern

Von den Service-Robotern unterscheidet die IFR die „Industrie-Roboter“. Hier habe der weltweite Absatz 2017 nach den ihr vorliegenden Daten einen „neuen Rekord von 381.000 ausgelieferten Einheiten“ erreicht (+30 Prozent).

Die größte Roboternachfrage kam laut IFR mit einem Drittel aller Lieferungen nach wie vor aus der Automobilindustrie.

Annähernd gleich groß war der Anteil der Elektro(nik)industrie, die „aufgeholt“ habe. „Hinter dem Anstieg steht eine steigende Nachfrage nach Elektronik-Produkten und der anziehende Bedarf an Batterien, Chips und Displays.“

Auf die Metallindustrie entfiel ein Zehntel des Absatzvolumens.

Hohe „Roboterdichte“ in Europa

„Damit stieg der Jahresabsatz von Industrie-Robotern in den letzten fünf Jahren um 114 Prozent“, der Verkaufswert sei gegenüber 2016 um 21 Prozent auf 16,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 14,2 Milliarden Euro) geklettert.

Insgesamt habe sich der Bestand an operativen Industrie-Robotern 2017 um 15 Prozent auf 2,1 Millionen Einheiten erhöht – seit 2011 ein durchschnittliches Wachstum um 11 Prozent pro Jahr.

Die globale „Roboterdichte“ in der Fertigungsindustrie beziffert die IFR für 2017 mit 85 Einheiten pro 10.000 Beschäftigten (2016: 74 Einheiten). Überdurchschnittlich hoch ist die Roboterdichte in Europa mit 106 Einheiten (Österreich: 167); in Amerika sind es im Schnitt 91 und in Asien 75 Einheiten.

Prognose: 3,8 Millionen Einheiten 2021

„Industrieroboter spielen eine Schlüsselrolle für den Fortschritt der Fertigungsindustrie“, kommentiert IFR-Präsident Junji Tsuda.

„Roboter werden mit zahlreichen Spitzentechnologien weiterentwickelt. Dazu zählen industrielle Bildverarbeitung, Skill Learning, Fehlerprognosen unter Verwendung von künstlicher Intelligenz, neue Konzepte der Mensch-Maschine-Kollaboration, einfache Programmierung und viele andere.“

Dies werde dazu beitragen, die Produktivität der Fertigung zu verbessern und die Einsatzgebiete der Roboteranwendung zu erweitern, erwartet Tsuda. „Wie die IFR-Prognose zeigt, wird die jährliche Anzahl der Industrie-Roboter, die an die Fabriken der Welt ausgeliefert werden, im Jahr 2021 etwa 630.000 Einheiten erreichen.“

Den Gesamtbestand an Industrie-Robotern prognostiziert die IFR für 2021 mit 3,8 Millionen Einheiten.

Weiterführende Information

Weitere Details und Informationen zu Methodik und Datenbasis sind auf der IFR-Website abrufbar.

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