Trotz Pandemie: Wohlstand in Österreich steigt

25.9.2020 – Um fast zehn Prozent ist das Brutto-Geldvermögen privater Haushalte im Vorjahr gestiegen und damit so stark wie schon seit 2005 nicht mehr. Auch in Österreich war es ein Rekordjahr. Und auch wenn die Zuwächse etwas geringer ausfielen, blieben wir beim Pro-Kopf-Vermögen in einem Ranking von 57 Staaten auf Platz 16. Trotz Pandemie wachsen die Vermögen weiter an – weltweit und auch hierzulande.

Das stärkste Wachstum seit 2005 hat es 2019 beim weltweiten Brutto-Geldvermögen gegeben, stellt die Allianz SE in ihrem „Global Wealth Report 2020“ fest. Trotz sozialer Unruhen, eskalierender Handelskonflikte und industrieller Rezession wurde ein Anstieg um 9,7 Prozent verzeichnet.

Es sei ein „internationales Boomjahr in allen Anlageklassen gewesen“, heißt es in dem Report. Besonders kräftig fiel das Plus mit 25 Prozent bei Aktien aus, die von der geldpolitischen Lockerung der Zentralbanken profitierten.

Aber auch alle anderen Anlageklassen entwickelten sich über dem langjährigen Durchschnitt. Versicherungen und Pensionen erreichten ein Plus von 8,1 %, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei. Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

2020: Wachstum trotz Corona

Zwar habe Covid-19 die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren gestürzt, die beispiellosen geld- und fiskalpolitischen Hilfspakete hätten aber die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung abgeschirmt, so die Allianz.

Es sei davon auszugehen, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wieder wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichnet haben.

Für den Moment habe die Geldpolitik die Lage gerettet, erklärt dazu der Chefökonom der Allianz, Ludovic Subran. Gleichzeitig warnt er aber davor, dass Null- und Negativzinsen die Vermögensbildung untergraben und soziale Ungleichheit verschärfen.

Rekordwachstum in Österreich

Im Vorjahr ist das Brutto-Geldvermögen in Österreich um 6,2 Prozent gewachsen und auch im heurigen ersten Halbjahr gab es einen weiteren Anstieg um 0,5 Prozent, wie Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, feststellt.

Haupttreiber des Zuwachses im Jahr 2019 waren hierzulande Versicherungen und Pensionen mit einem Plus von 7,9 Prozent, gefolgt von Wertpapieren (+7,4 Prozent) und Bankeinlagen (+4,2 Prozent).

Einen Anstieg verzeichnet die Allianz auch beim Nettofinanzvermögen. Mit einem Zuwachs um 7,3 Prozent habe es sich so stark wie seit 2009 nicht mehr erhöht. Verbindlichkeiten stiegen zwar um 3,3 Prozent, die Schuldenquote von 50 Prozent ist allerdings in Europa die zweitniedrigste hinter Irland.

Beim Vermögen auf Platz 16

Mit umgerechnet 89 Billionen Euro verfügen Nordamerikaner über fast die Hälfte der weltweiten finanziellen Assets. Dahinter folgen Westeuropa (40 Billionen), Asien (ohne Japan) mit 35 und Japan mit 16 Billionen Euro. Auf den „Rest“ der Welt entfallen insgesamt 11 Billionen, so die Allianz.

Österreich liegt mit einem Netto-Geldvermögen von 59.256 Euro pro Kopf in einem globalen Ranking von 57 untersuchten Ländern an 16. Stelle.

Platz eins nehmen die USA mit 209.524 Euro vor der Schweiz (195.388 Euro) und Singapur (116.657 Euro) ein. Am Tabellenende finden sich Kambodscha und die Ukraine mit 576 Euro, Schlusslicht ist Kasachstan mit 482 Euro.

Wachstumstreiber Portfoliostruktur

Große Auswirkungen auf das Vermögenswachstum hat die Portfoliostruktur, betont die Allianz. Nordamerikaner, die Ende 2019 rund 52,9 Prozent ihres Vermögens in Aktien hielten, hätten von der guten Entwicklung der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren profitiert.

In anderen Weltgegenden dominieren dagegen ertragsschwache Bankguthaben, Lebensversicherungen und Pensionsansprüche in den Portfolios privater Haushalte.

Das habe dazu geführt, dass sich in den USA im letzten Jahrzehnt der Vermögenszuwachs auf 68.580 Euro pro Kopf summierte – in Westeuropa betrug die Steigerung dagegen nur 7.955 Euro, mit großen Unterschieden zwischen den Ländern. So vermehrten die Deutschen ihr Vermögen in zehn Jahren nur um durchschnittlich 4.265 Euro.

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Lebensversicherung · Pension  · Ranking
 
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