26.3.2026 – 2025 mussten nach Unfällen bei Reinigungsarbeiten im Haushalt rund 30.000 Personen ins Krankenhaus, davon zirka 4.000 beim Frühjahrsputz, meldet das KFV. Häufigste Unfallart sind Stürze, häufigste Unfallursachen Ablenkung, Hektik und Unachtsamkeit. Das Kuratorium hat nun zwecks Prävention zusammen mit Zirkus-Artisten ein Video erstellt.
Drei Viertel (74 Prozent) der Österreicher praktizieren den „Frühjahrsputz“, das jedenfalls ergab eine Umfrage des Reinigungsmittelherstellers Düring vor rund vier Jahren.
Rückt man zur umfassenden Generalreinigung der eigenen vier Wände aus, kann das allerdings mit Risiken einhergehen, macht das Kuratorium für Verkehrssicherheit aufmerksam.
Besonders dann, wenn man sich, so das KFV, „riskante Kunststücke“ einfallen lässt, wie man auf wackeligen Hockern, Leitern oder Sesseln schwer ansonsten schwer erreichbare Stellen sauber machen will.
Immerhin haben sich laut der Unfalldatenbank des KFV im Jahr 2025 österreichweit rund 30.000 Personen bei Reinigungsarbeiten im Haushalt so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten.

Vor allem durch Fehleinschätzungen und Unachtsamkeit komme es zu solchen Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallart sind Sturzverletzungen (2025: 61 Prozent).
Zusammenstöße mit Objekten waren zu 14 Prozent Ursache von Verletzungen; Schnitte, Stiche, Bisse oder Kratzen zu 16 Prozent. Überstrapazierung führte in 4 Prozent der Fälle zu einer Verletzung.
Für mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller Reinigungsunfälle seien Ablenkung, Hektik bzw. Unachtsamkeit Auslöser gewesen.
Besonders häufig sind ältere Menschen betroffen: „Rund 52 Prozent der Verletzten bei Reinigungsunfällen gehören zur Gruppe der Senioren“, sagt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Unfälle in den eigenen vier Haushalten passieren freilich nicht nur bei Reinigungsarbeiten, ergänzt das KFV: Insgesamt 237.300 Menschen haben sich 2025 im Bereich Haushalt infolge von Stürzen derart verletzt, dass eine Fahrt ins Spital nötig wurde.
Das KFV hat nun anlässlich der Frühjahrsputzsaison zusammen mit Artisten ein Video erstellt, in dem es um die Vermeidung von Unfallrisiken im Haushalt und Präventionsmaßnahmen geht.
„Sicheres Stürzen müssen wir unser ganzes Leben lang regelmäßig üben. Besonders Kinder und junge Menschen sind gut darin zu stürzen, aber wir alle können es trainieren“, sagt Tobias Mechtler vom „Zirkus Kollektiv Kaudawelsch“.
Auch für seinen Kollegen Hubert Wieser ist richtiges Fallen eine Frage häufiger Übung.
Wieser: „Das ist einerseits das sichere Abrollen, das viele aus Kampfsportarten kennen. Andererseits ist es wichtig, dass der Raum, in dem man übt, entsprechend leer ist und dass überall dort, wo Fallen möglich ist, genug Platz ist, um sicher abzurollen.“
Wichtig seien „rutschfeste Füße“, sagt Mechtler. „Sobald die Gefahr besteht mit den Zehen hängenzubleiben oder dass etwas drauffallen könnte, brauche man festes Schuhwerk. „Dieses soll allerdings keine zu dicke Sohle haben, damit man ein gutes Gefühl für den Boden behält.“
Für gute Balance brauche man auch genügend Zeit und einen guten Stand mit tiefem Schwerpunkt. Um weit oben befindliche Gegenstände zu erreichen, sei wichtig, auf einen Gegenstand zu steigen, der stabil ist.
„Für alle Menschen, die nicht auch professionell Balance-Kunststücke machen, ist es empfehlenswert lieber eine Leiter regelmäßig zu verrücken, um immer zentral über der Leiter zu stehen“, so Mechtler.
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